Stabiler Beitrag und steigende Renten

Rentenversicherungsbericht 2021 Stabiler Beitrag und steigende Renten

„Die Rentenversicherung kommt gut durch die Pandemie“, sagt Bundesarbeitsminister Heil. Der Beitragssatz bleibt voraussichtlich bis 2023 stabil. Und die Renten könnten nach dem aktuellen Rentenversicherungsbericht im kommenden Jahr im Westen und Osten deutlich steigen.

Eine Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung liegt auf einem Schreibtisch.

Das Rentenniveau liegt derzeit bei 49,4 Prozent.

Foto: picture alliance/dpa

Rentnerinnen und Rentner können im kommenden Jahr mit einer deutlichen Rentenerhöhung rechnen, nachdem sie in diesem Jahr eine Nullrunde hinnehmen mussten. Die aktuellen Modellrechnungen zeigen: 2022 könnten die Renten um 5,95 Prozent in den neuen und 5,18 Prozent in den alten Bundesländern steigen. Das geht aus dem aktuellen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung hervor, den das Kabinett beschlossen hat.

Die endgültigen Werte für die Berechnung der Rentenerhöhung liegen allerdings erst im Frühjahr 2022 vor, wenn die Daten über die Lohnentwicklung verfügbar sind.

Rentenniveau und Beitragssatz

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rente bleibt bis 2023 stabil bei 18,6 Prozent. Im Jahr 2030 wird er voraussichtlich 21,2 Prozent betragen und im Jahr 2035 22,4 Prozent.

Das Rentenniveau liegt derzeit bei 49,4 Prozent. Laut Bericht steigt es in den nächsten Jahren zunächst an. Längerfristig sinkt es – bis zum Ende des Vorausberechnungszeitraums im Jahr 2035 auf 45,8 Prozent. Im Rentenniveau drückt sich die Kaufkraft der Rente aus: Es ist eine Standardrente gemessen am Durchschnittsentgelt eines Arbeitsnehmers/einer Arbeitnehmerin.

Das Rentenpaket garantiert bis 2025 ein stabiles Rentenniveau von mindestens 48 Prozent sowie einen stabilen Beitragssatz, der die Marke von 20 Prozent nicht überschreitet. Beides wird eingehalten.

Jedes Jahr im November erscheint der Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung.  Er enthält Angaben zu Einnahmen und Ausgaben der Rentenversicherung. Der Bericht gibt einen Ausblick auf die Finanzentwicklung der nächsten 15 Jahre.

Konsequenter Einsatz der Kurzarbeit zahlt sich aus

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sprach von „guten Nachrichten für die Versicherten und alle Rentnerinnen und Rentner“. Eine wichtige Rolle bei der Stabilität des Beitragssatzes spiele der konsequente Einsatz der Kurzarbeit, denn auf Kurzarbeitergeld werden auch Beiträge zur Rente gezahlt. Das sichere die Rentenansprüche der Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter und stabilisiere die Rentenfinanzen. 

Entwicklung in Ost- und Westdeutschland

Rentenniveau Ost und West nähern sich weiter jährlich um jeweils 0,7 Prozent-Punkte an: Zum 1. Juli 2022 steigt der sogenannte Rentenwert-Ost von derzeit 97,9 Prozent auf 98,6 Prozent des Westwertes. Zum 1. Juli 2024 beträgt er demzufolge 100 Prozent des Rentenwerts West.

Allerdings ist eine Vergleichsprüfung vorgesehen. Die Rentenangleichung folgt nach dem Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz der tatsächlichen Lohnentwicklung in Ostdeutschland, wenn die Rentenanpassung dadurch höher ausfällt als nach den festen Angleichungsschritten vorgesehen.

Die Lage der Alterssicherung der Landwirte

Das Kabinett hat ebenfalls den Lagebericht der Bundesregierung über die Alterssicherung der Landwirte 2021 beschlossen. Der Bericht wird von der Bundesregierung alle vier Jahre zum 31. Dezember erstellt und informiert über die Entwicklung der Zahl der Versicherten, der Höhe der Leistungen und ihre Finanzierung in den vergangenen fünf Jahren. Außerdem werden Ergebnisse von Modellrechnungen zur Entwicklung von Einnahmen und Ausgaben in den künftigen zehn Kalender-Jahren vorgestellt.

Der Bericht zeigt: In den nächsten zehn Jahren wird die Zahl der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler weiter sinken. Die Landwirte werden vor den finanziellen Folgen des Strukturwandels geschützt, indem der Bund etwaige Defizite deckt.