Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel
anlässlich der Unterzeichnung des DAAD-Regierungsstipendienprogramms und des Luftverkehrsabkommens am 7. Februar 2020 in Luanda 

Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel
anlässlich der Unterzeichnung des DAAD-Regierungsstipendienprogramms und des Luftverkehrsabkommens am 7. Februar 2020 in Luanda 

Freitag, 7. Februar 2020 in Luanda

Sehr geehrter Herr Präsident Lourenço,

meine Damen und Herren,

ich freue mich, dass ich heute ‑ neun Jahre nach meinem letzten Besuch ‑ wieder einmal in Angola bin, allerdings unter anderen Vorzeichen. Sie, Herr Präsident, waren im letzten Jahr in Berlin. Man kann sagen, dass Sie eine mutige Reformagenda auf den Weg gebracht haben, die Angola verändern und zu einem attraktiven Partner in unserer bilateralen Zusammenarbeit machen wird.

Sie haben schon einiges auf den Weg gebracht. Wir haben uns ja eben auch schon darüber ausgetauscht, dass das Land in seinen Strukturen durch eine Dezentralisierungsreform verändert werden wird, die die lokale Selbstverwaltung auch in der gesamten Breite des Landes vergrößern wird, auch die Verantwortung der Entscheidungsträger für die Entwicklung des Landes.

Ich freue mich natürlich sehr, dass wir heute als Regierung einen Beitrag dazu leisten können, indem wir Stipendienprogramme unterzeichnen. Wir haben auch über die Frage gesprochen, wie wir gegebenenfalls unsere juristische Zusammenarbeit verbessern können, und haben Juristen eingeladen, nach Deutschland zu kommen, um sich unsere Systeme anzuschauen. Wir werden ein Luftverkehrsabkommen abschließen, das den Ausbau des Luftverkehrs beinhaltet und das mit Sicherheit zu einer Belebung des Austausches zwischen unseren Ländern beitragen wird.

Sie haben die Wirtschaftsabkommen schon erwähnt, die heute unterzeichnet werden können. Das sind zum Teil sehr wichtige strukturpolitische Projekte, die sicherlich in diesem großen Land die Dinge voranbringen können. Wir wollen natürlich auch in den Fragen der Bildung sehr eng mit Ihnen zusammenarbeiten. Denn wir sind uns einig, dass die Bildung ein wesentlicher Baustein für eine gute Zukunft eines Landes ist.

Angola ist auf der einen Seite ein rohstoffreiches Land. Aber es muss seine Fähigkeiten und Fertigkeiten diversifizieren, um der Jugend eine wirkliche Chance zu geben.

Angola ist ein sehr junges Land. Deutschland möchte gern dabei sein. So werden wir heute zum Beispiel ein Memorandum of Understanding zur Gründung einer Ausbildungsakademie im Bereich Energie und Digitalisierung unterzeichnen. Es wird auch eine Reihe von Kooperationsabkommen geben.

Insgesamt darf ich also sagen, Herr Präsident Lourenço: Deutschland möchte einen Beitrag dazu leisten, dass die Entwicklung Angolas, so wie Sie sie sich vorgenommen haben, gut voranschreitet. Sie haben eine bewegte Geschichte und im Grunde erst seit 16 bis 18 Jahren eine friedliche Entwicklung eingeschlagen. Sie haben sehr vieles nachzuholen. Dabei möchte Deutschland ein ehrlicher, guter Partner sein. Ich denke, dass mein Aufenthalt heute hier dazu beiträgt, dass wir weitere Kapitel in unserer Kooperation aufschlagen können. Wir haben zumindest seit Ihrem Besuch im letzten Jahr schon einiges auf den Weg gebracht. Gerade im Januar hat die binationale Kommission wieder getagt, die auch sehr konkret die Projekte durchgeht. Deshalb hoffe ich, dass die jetzt folgenden Unterzeichnungen schon einen deutlichen Effekt für die Menschen haben werden, die davon betroffen sind und davon profitieren können.

Herzlichen Dank für Ihre Gastfreundschaft!

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