Herr Fess,
meine Damen und Herren,
ich habe im Januar in Köln meine erste Büttenrede gehalten. Zwar war es nur ganz kurz und nur ein kleiner Versuch, aber immerhin bin ich nicht ganz abgerutscht. Insofern freue ich mich erst einmal darüber, dass alle hier sind. Vor allem aber hat das etwas damit zu tun, dass viel rheinländische Toleranz geholfen hat. Da bin ich mir ziemlich sicher.
Toleranz und Zusammenhalt, das gilt auch insgesamt für den Karneval. Das ist ein gutes Prinzip und hat natürlich auch etwas damit zu tun, dass im Kostüm alle irgendwie gleich aussehen und dass man ein bisschen aus dem herauskommt, was man sonst so tut, und sich über etwas anderes miteinander vereint und zusammenhält. Ich denke, dieser Zusammenhalt und dieses Miteinander ist heute besonders wichtig. Wir leben in einer Welt, in der man schon manchmal den Eindruck hat, es gebe zu viel Ich und zu wenig Wir. Wenn sich das immer einmal wieder ein bisschen ändert und man einen Blickwinkel erwischt, aus dem man erkennen kann, dass es auch anders geht, dann ist das gut. Der Karneval ist ein solcher und eine gute Medizin gegen zu viel Ich. Also herzlich willkommen im Kanzleramt!
Weil ich nach Köln natürlich in Übung bleiben will, nun noch ein paar gereimte Worte:
„Ach, wär’ ich nur ein einzig’ Mal
Ein schmucker Prinz im Karneval“,
Hab’ ich als Nordlicht nie gedacht
Und trotzdem immer wieder mitgelacht.
Denn so viel Spaß und Zuversicht
Auf unsern Straßen gibt’s sonst nicht.
Gemeinsam Gutes zu vollbringen,
Kann auch im Bundestag gelingen.
Demokratie, das ist die Macht der vielen
Und viel zu wichtig, um damit zu spielen.
Dabei lass’ ich’s bewenden.
Denn schwer soll’s nicht enden.
Gelassen und heiter,
So machen wir weiter.