Im Wortlaut

Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel und US-Präsident Donald Trump

in Washington DC

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Samstag, 18. März 2017

(Die Protokollierung des fremdsprachlichen Teils erfolgte anhand der Simultanübersetzung)

Präsident Trump: Vielen Dank! Es ist eine große Ehre, Sie hier im Weißen Haus, im Haus des amerikanischen Volkes willkommen zu heißen. Unsere zwei Nationen haben vieles gemeinsam, unter anderem unseren Wunsch nach Sicherheit, Wohlstand und Frieden. Wir haben gerade ein sehr produktives Treffen mit deutschen und amerikanischen Unternehmensvertretern gehabt, die über das duale Ausbildungssystem und über Lehrstellen sprechen. Deutschland hat sehr viel dabei geleistet, die Mitarbeiter in seinem Industriesektor und im verarbeitenden Gewerbe auszubilden.

Wir müssen unseren amerikanischen Arbeitern wunderbare Chancen geben, Arbeit zu finden. Das schließt unter anderem ein, dass wir sicherstellen, das gesamte Potenzial der Frauen in unserer Wirtschaft einzusetzen. Meine Regierung ist gerade dabei, die Basis der amerikanischen Industrie neu aufzubauen. Ein stärkeres Amerika ist wirklich im Interesse der gesamten Welt, glauben Sie mir.

Ich habe Kanzlerin Merkel wieder gesagt, wie sehr ich die Nato unterstütze und dass unsere Nato-Alliierten ihren gerechten Teil für die Kosten der Verteidigung bezahlen müssen. Viele Nationen schulden aus vergangenen Jahren massive Geldsummen. Den Vereinigten Staaten gegenüber ist das sehr unfair. Diese Nationen müssen das bezahlen, was sie schulden. Während unseres Treffens habe ich Kanzlerin Merkel dafür gedankt, dass sich die Bundesregierung verpflichtet hat, den Etat für die Verteidigung auf mindestens zwei Prozent zu erhöhen. Ich möchte der Kanzlerin dafür danken, welche führende Rolle sie in der Nato spielt und bei den Aufgaben der Nato in Afghanistan. Das hat große Kosten gefordert, einschließlich der Leben von über 50 deutschen Soldaten. Wir ehren dieses Opfer sehr.

Ich bin auch sehr dankbar für die Führung der deutschen Kanzlerin und des französischen Präsidenten bei der Suche nach einer Lösung in der Ukraine. Wir suchen idealerweise eine friedliche Lösung.

Das Wichtigste ist, dass unsere zwei Nationen weiterhin zusammenarbeiten müssen, um unsere Völker, unsere Bevölkerungen vor radikalem islamistischen Terrorismus zu beschützen und den IS zu besiegen. Ich gratuliere Kanzlerin Merkel für den Teil, den Deutschland als Teil der Allianz gegen den IS zivil und militärisch geleistet hat. Wir erkennen auch an, dass die Immigrationssicherheit nationale Sicherheit ist. Wir müssen unsere Bürger vor denen schützen, die Terrorismus, Extremismus und Gewalt innerhalb der Grenzen unserer Länder verbreiten wollen. Die Immigration ist ein Privileg und kein Recht. Die Sicherheit unserer Bürger muss ganz ohne Frage immer an erster Stelle stehen.

Während des Mittagessens werden die Kanzlerin und ich über unsere wirtschaftliche Partnerschaft sprechen. Wir müssen zusammenarbeiten, um faire und gegenseitige Handelspolitik zu schaffen, die unseren beiden Völkern nutzt. Millionen von hart arbeitenden amerikanischen Bürgern fallen aufgrund des internationalen Handels zurück. Zusammen können wir eine Zukunft bauen, in der es allen Bürgern möglich ist, finanzielle Sicherheit zu erlangen.

Die Vereinigten Staaten werden die historischen Institutionen respektieren. Wir erkennen auch an, dass ein freies Volk das Recht hat, seine eigene Bestimmung zu gestalten. Die enge Freundschaft zwischen Amerika und Deutschland ist auf unseren gemeinsamen Werten aufgebaut. Wir unterstützen individuelle Rechte. Wir stehen für die Rechtsstaatlichkeit, und wir möchten Frieden unter den Nationen schaffen. Unsere Allianz ist ein Symbol der Stärke und der Zusammenarbeit in der Welt. Sie ist die Grundlage einer sehr, sehr hoffnungsvollen Zukunft. Vielen Dank.

Bundeskanzlerin Merkel: Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren, es ist mir eine große Freude, heute hier im Weißen Haus zu sein und mit Präsident Donald Trump ein erstes persönliches Gespräch zu führen. Ich habe im Vorfeld dieses Aufenthalts immer gesagt, dass es sehr viel besser ist, miteinander zu reden als übereinander, und ich denke, das hat unser Gespräch auch gezeigt. Wir haben sowohl über die internationale Lage gesprochen als auch den runden Tisch mit den Auszubildenden und Wirtschaftsvertretern gehabt.

Was die gemeinsamen Interessen anbelangt, so möchte ich, in die Vergangenheit gerichtet, als Erstes noch einmal sagen: Wir, die Deutschen, haben den Vereinigten Staaten von Amerika sehr viel zu verdanken. Insbesondere auch der wirtschaftliche Aufstieg Deutschlands ist durch den Marshallplan in ganz besonderer Weise möglich geworden. Wir haben die deutsche Einheit gestalten können nach Jahrzehnten des Einstehens der Vereinigten Staaten von Amerika zusammen mit den anderen Alliierten, auch im Hinblick auf den Kalten Krieg, und wir freuen uns heute, als vereinigtes Land in Freiheit und Sicherheit leben zu können.

Deshalb bin ich auch sehr dankbar für die Bestätigung der wichtigen Rolle der Nato. Die Nato ist für uns von großer Bedeutung. Wir haben nicht umsonst auf der Nato-Tagung in Wales festgestellt, dass auch Deutschland seine Verteidigungsausgaben erhöhen wird. Wir haben uns in Wales dem Zwei-Prozent-Ziel bis zum Jahr 2024 verpflichtet, haben im letzten Jahr unseren Verteidigungsetat um acht Prozent gesteigert und werden auch weiterhin in diese Richtung arbeiten.

Wir haben auch darüber gesprochen, dass das Thema Sicherheit und Verteidigung natürlich viele Facetten hat. Das betrifft die Nato, aber auch die Frage von Entwicklungshilfe und die Frage von Unterstützung von Missionen zum Beispiel in Afrika, wo afrikanische Soldaten kämpfen, um ihre Freiheit und Sicherheit zu garantieren. Wir werden über diese Fragen natürlich weiter im Gespräch bleiben.

Für uns war heute wichtig, dass wir auch über Afghanistan sprechen konnten; der Präsident hat das eben gesagt. Deutschland wird sein Engagement in Afghanistan fortsetzen, weil wir noch nicht auf einem entsprechenden Stand sind. Ich freue mich sehr, dass die Vereinigten Staaten von Amerika das auch tun werden, und wir werden hier Hand in Hand zusammenarbeiten.

Wir kämpfen gemeinsam gegen den islamistischen Terror. Deutschland wird sowohl seine Ausbildungsarbeit im Irak als auch seine Überwachungstätigkeiten im Hinblick auf Syrien fortsetzen. Wir werden natürlich auch gemeinsam an politischen Lösungen arbeiten im Hinblick auf Syrien, aber auch im Hinblick auf Libyen, worüber wir auch gesprochen haben.

Ich freue mich, dass sich die amerikanische Administration und auch der Präsident persönlich zu dem Minsk-Prozess bekennen. Wir müssen das Thema lösen. Es geht auf der einen Seite um eine sichere und souveräne Ukraine, aber auch um die Möglichkeit, das Verhältnis zu Russland wieder zu verbessern, wenn die Probleme dort gelöst sind. Minsk ist eine Grundlage dafür, aber wir sind leider noch nicht so gut vorangekommen. Wir werden hier in den nächsten Monaten mit unseren Experten sehr eng zusammenarbeiten.

Ich bin hier auch als G20-Präsidentin. Wir werden in diesem Jahr den G20-Gipfel ausrichten, und ich freue mich, dass der Präsident bereits zugesagt hat, in Hamburg mit dabei zu sein. Wir werden beim Mittagessen noch ausführlicher darüber sprechen.

Wir sind auch Befürworter eines fairen Handels. Das muss eine win-win-Situation zum Nutzen aller sein. Über die Details können wir hier sprechen. Wir haben heute schon bei dem Austausch mit den Unternehmen und den Auszubildenden gesehen, welches Potenzial unsere beiden Volkswirtschaften in sich haben. Es war sehr bewegend zu sehen, was dort auch an Zukunftsarbeit geleistet wird. Ich glaube, dass gerade in der Zeit, in der wir von der klassischen Industrieproduktion zur digitalen Industrieproduktion, der Industrie 4.0, übergehen, Fähigkeiten, Training und Ausbildung von besonderer Bedeutung sind, im Übrigen nicht nur für junge Menschen, sondern auch für die, die vielleicht arbeitslos geworden sind und noch Training brauchen, um wieder in Arbeitsplätze zu kommen. Das ist ein Thema, das in den Vereinigten Staaten von Amerika eine Rolle spielt, das aber auch bei uns eine Rolle spielt.

Ich kann also sagen: Wir werden in einer Reihe von Fragen weiterhin intensiv auf der Beraterebene zusammenarbeiten. Wir hatten einen sehr guten, offenen ersten Austausch. Insofern freue ich mich dann auch noch auf die Gespräche beim Mittagessen.

Frage: (ohne Mikrofon, akustisch unverständlich)

Präsident Trump hat ja einen anderen Stil. Ich möchte wissen, ob Sie denken, dass das gut für die Welt ist oder nicht.

Präsident Trump: Vielen Dank. Wir haben hier wirklich eine wunderbare Gruppe von Personen, die sich später treffen. Wir haben zwölf getroffen. Sie haben es wahrscheinlich gesehen. Im Kongress ging es von zwölf Nein-Antworten zu nur Ja-Antworten. Das kommt jetzt alles zusammen. Wir werden ein wunderbares Gesundheitssystem haben. Ich denke, das wird ziemlich schnell verabschiedet werden. Alles kommt sehr gut zusammen. Wir haben konservative Gruppen, andere Gruppen. Jeder möchte bestimmte Dinge haben. Letztendlich werden wir einen wunderbaren Gesundheitsversorgungsplan haben.

Ich muss Ihnen ja gar nicht sagen, dass Obamacare eine Katastrophe ist. Es funktioniert überhaupt nicht. Ich war in Tennessee. Wir hatten eine große Zahl von Teilnehmern. Nur ungefähr die Hälfte des Staates ist abgedeckt. Die anderen Versicherungsfirmen sind weggegangen. Bald haben sie gar keine Versicherungsfirmen mehr. In sehr vielen Staaten gibt es nur eine. In ganz vielen Orten gibt es gar keine. Obamacare wird nicht weiterbestehen. Das wird sehr bald kaputtgehen, wenn nichts getan wird. Ich habe ganz oft gesagt: Politisch ist das Beste, was ich tun kann, einfach zu warten, nichts zu tun, ein Jahr zu warten. Dann werden auch die Demokraten zu mir kommen und sagen: Bitte, bitte, hilf uns. Aber das ist nicht das Richtige, was wir für die Bürger tun sollen.

Wir haben einen sehr guten Plan. Er wird bei den Republikanern, an der Basis und bei den Menschen insgesamt immer beliebter. In der Presse wird das sehr schlecht dargestellt. Die Menschen sind sehr gut versichert und abgedeckt. Ich denke, das wird ein Modell werden, das aufgenommen werden wird.

Bundeskanzlerin Merkel: Ich bin hier als die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Ich vertrete deutsche Interessen. Ich spreche mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, der natürlich auch zuvörderst amerikanische Interessen vertritt. Das ist unsere gegenseitige Aufgabe, und ich freue mich, dass ich hier freundschaftlich und sehr warmherzig empfangen wurde.

Ich denke, wir haben ein Gespräch geführt, bei dem wir versucht haben, auch da, wo es Meinungsunterschiede gibt, die Leute zusammenzusetzen, zu sagen, wie unser Blickwinkel ist und wie der Blickwinkel auf der amerikanischen Seite ist, und dann Lösungen und Kompromisse zu finden, die für beide gut sind. Es muss ja fair sein. Jeder erwartet von seinem Regierungschef, dass für die Menschen zu Hause etwas herauskommt.

Ich sage in Deutschland an solchen Stellen immer: Natürlich sind wir Menschen auch unterschiedlich geschaffen. Wir haben unterschiedliche Eigenschaften. Wir haben unterschiedliche Herkünfte. Wir haben unterschiedliche Wege in die Politik gefunden. Das macht die Vielfalt aus. Das ist Freude, das ist Ansporn. Manchmal ist es natürlich auch mühevoll, Kompromisse zu finden, aber dafür sind wir gewählt worden. Wenn das alles von alleine gehen würde, dann bräuchte man Politiker nicht.

Frage: Frau Bundeskanzlerin, mit Ihrer Erfahrung aus der DDR äußern Sie immer die Zuversicht, dass Mauern auch wieder fallen können. Für wie gefährlich halten Sie die Abschottungspolitik des US-Präsidenten mit seinen geplanten Importzöllen und auch seiner Geringschätzung für die Europäische Union als Gemeinschaft?

Herr Präsident, ist es nicht auch eine Gefahr für Amerika, wenn „America First“ die Europäische Union schwächen würde?

Warum macht Ihnen Pressevielfalt eigentlich so große Angst, dass Sie so oft von Fake News sprechen und selbst Dinge behaupten, die dann nicht belegt werden können, wie die Äußerung, Obama habe Sie abhören lassen?

Präsident Trump: Soll ich zuerst antworten? Das war ja eine ganz nette, freundliche Reporterin.

Zuerst einmal: Ich glaube nicht an isolierende Politik. Aber ich denke auch, dass Handelspolitik faire Politik sein sollte. Die Vereinigten Staaten wurden von verschiedenen Ländern sehr, sehr unfair behandelt. Das hört jetzt auf. Ich bin kein Isolationist. Ich bin ein Freihandelsunterstützer, und ich unterstütze auch fairen Handel. Unser Freihandel hat dazu geführt, dass viele schlechte Dinge passiert sind, zum Beispiel die Defizite, die wir haben, oder die Schulden, die angehäuft wurden.

Wir sind ein sehr, sehr mächtiges Land. Wir sind ein starkes Land. Wir werden bald auf einer Stufe sein, auf der wir vielleicht noch nie zuvor gewesen sind. Unser Militär wird gestärkt werden. Das ist in der Vergangenheit abgebaut worden.

Ich stehe für den fairen Handel und für freien Handel. Ich möchte freien Handel für die ganze Welt. Ich habe wirklich keine isolierende Politik. Ich weiß nicht, welche Zeitung Sie lesen, aber das wäre wahrscheinlich ein Beispiel für das, was Sie Fake News nennen.

Bundeskanzlerin Merkel: Ich möchte es einfach einmal so sagen: Erstens werde ich hier darstellen wir haben noch nicht ausführlich über die Wirtschaftsfragen gesprochen dass der Erfolg Deutschlands im wirtschaftlichen Bereich, aber auch bei den Fragen von Sicherheit und Frieden immer ein Erfolg ist, bei dem die eine Seite der Medaille der deutsche Erfolg ist und bei dem die andere Seite der Medaille immer der Erfolg der europäischen Einheit ist. Davon bin ich zutiefst überzeugt, und das vertrete ich nicht nur zuhause und nicht nur in Brüssel, sondern das vertrete ich natürlich auch, wenn ich Besuche mache natürlich auch hier in Washington und in den Gesprächen mit dem Präsidenten.

Zweitens. Ich glaube, dass wir die Globalisierung offen, aber natürlich auch fair gestalten sollten und dass auch die Freizügigkeit der Bewegung zum Beispiel innerhalb der Europäischen Union ein ganz wichtiges Element unseres wirtschaftlichen Fortschritts, unseres Friedens über Jahrzehnte ist die europäischen Länder haben jahrhundertelang gegeneinander Krieg geführt und dass wir dann, wenn wir unsere Außengrenzen schützen müssen, im gegenseitigen Interesse mit unseren Nachbarn arbeiten müssen. Migration, illegale Migration, muss natürlich geordnet und gesteuert werden, und die Schlepper müssen gestoppt werden. Aber meine Überzeugung ist, dass wir dies mit Blick auf die Flüchtlinge tun müssen, dass wir dies tun müssen, indem wir den Flüchtlingen vor Ort Lebenschancen geben, indem wir den Ländern helfen, die heute oft nicht dazu in der Lage sind oder in denen Bürgerkriege herrschen.

Diese Art des Herangehens ist, denke ich, die richtige Art, und darüber tauschen wir uns natürlich auch aus. Ich kann Ihnen hier aber meine Position sagen, und die ist so, wie ich es eben gesagt habe.

Präsident Trump: Ich möchte doch hinzufügen, dass es sehr viele Unternehmen und Werke gibt, die in die Vereinigten Staaten zurückkommen, nach Michigan, Ohio, Pennsylvania, in ganz viele Orte, an denen Arbeitsplätze verlorengingen. Wir werden eine andere Politik haben. Es wird wirklich eine gute Politik für die Vereinigten Staaten sein, aber auch eine sehr, sehr gute Politik weltweit. Ich freue mich wirklich darauf.

Frage: (ohne Mikrofon, akustisch unverständlich) Was sind denn die Gemeinsamkeiten im Bereich des Handels?

Präsident Trump: Ich denke, wir haben eine sehr geeinte republikanische Partei. Wir stellen den Präsidenten und haben die Mehrheit im Haus und im Senat. Ich kann Ihnen sagen, dass wir sehr gut miteinander klarkommen. Bei dem Termin, den wir gerade gehabt haben, haben wir die zwölf Nein-Stimmen gehabt, keine Ja-Stimmen. Aber ganz kurz darauf waren alle mit an Bord und haben sich wirklich verpflichtet, mit Ja zu stimmen. Ich denke, unsere Partei ist wirklich sehr geeint. Sie ist weitaus geeinter, als sie es noch bei der Wahl war. Sie sehen ja: Wenn sie über mich sprechen, dann bin ich in dieser Woche sehr populär innerhalb der Partei. Denn wir haben die besten Zahlen, die ich jemals innerhalb der Partei gehabt habe. Ich denke, wir werden hier sehr geeint sein.

Das Gesundheitswesen ist ein sehr komplexes Thema. Das ist auf beiden Seiten so. Man tut etwas für die eine Seite, und dann mag die andere Seite das nicht. Aber das ist wirklich sehr gut zusammengekommen. Ich denke, das wird sehr populär werden, extrem populär.

Zur Frage des Handels mit Deutschland: Ich denke, dabei werden wir sehr gute Ergebnisse erzielen. Ich würde sagen, dass sich die Verhandler der deutschen Seite bisher viel besser angestellt haben als die Verhandler auf der amerikanischen Seite. Wir möchten das etwas ausgleichen. Wir möchten nicht gewinnen, sondern wir möchten, dass das fair gestaltet wird.

Deutschland ist sehr erfolgreich und hat sehr gute Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten abgeschlossen. Das ist auch bei vielen anderen Ländern so gewesen, zum Beispiel bei China. Bei fast jedem Land, mit dem wir Handelsbeziehungen haben, sind sie nicht gut für unsere Arbeiter. Schauen Sie sich zum Beispiel das schreckliche NAFTA-Abkommen an. NAFTA war wirklich eine Katastrophe für die Vereinigten Staaten, eine Katastrophe für Unternehmen und insbesondere für die Arbeiter, die Arbeitsplätze, die verlorengegangen sind. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich hier bin. Das und der Aufbau unseres Militärs wir werden das tun, und wir werden stärker als jemals zuvor sein. Hoffentlich müssen wir das nicht einsetzen. Aber wir werden stärker, wahrscheinlich weitaus stärker sein als jemals zuvor. Das und der Handel, das ist wahrscheinlich der Grund, warum ich hier bin.

Wir werden also ein ganz anderes Land sein. Wir werden großartige Werte haben. Aber wenn es um unser Militär geht, so wird es weitaus stärker werden. Unsere Handelsabkommen werden gute, solide Abkommen sein, nicht Abkommen, die dazu führen, dass Werke geschlossen werden und dass es riesige Arbeitslosigkeit gibt.

Bundeskanzlerin Merkel: Wenn wir über Handelsabkommen sprechen, dann verhandelt ja immer die Europäische Union für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union, aber natürlich bringen die Mitgliedstaaten die Komponenten ein, die ihnen wichtig sind. Wir haben als deutsche Wirtschaft die Erfahrung gemacht, dass eigentlich jedes der Abkommen, das die Europäische Union abgeschlossen hat zuletzt das mit Südkorea uns mehr Arbeitsplätze nach Deutschland, aber auch in die Europäische Union gebracht hat. Es gab große Besorgnisse zum Beispiel der Automobilindustrie mit Blick auf Südkorea, und zum Schluss hat sich herausgestellt, dass eigentlich beide Seiten davon profitiert haben. Es ist ja mehr als fair, dass beide Seiten, die Verträge abschließen, einen Gewinn daraus haben wollen.

In diesem Geiste würde ich mich freuen, wenn wir die Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika auch wiederaufnehmen könnten. Wir haben jetzt ein Handelsabkommen mit Kanada abgeschlossen. Ich hoffe, dass wir vielleicht auch in die Lage kommen, hier die Gespräche wieder zu eröffnen. Darüber werden wir aber noch sprechen.

Frage: Frau Bundeskanzlerin, es geht heute um Handel. Der Präsident hat in der Vergangenheit immer wieder gesagt, dass er multilaterale Verträge ablehnt und bilaterale Verträge möchte. Aus Ihrer Sicht, aus der Sicht der EU, handelt es sich bei TTIP um einen bilateralen mit Brüssel auf der einen und Washington auf der anderen Seite. Liegt das Problem in diesen Gesprächen einfach darin, dass Amerika, der Präsident Amerikas, und die Europäer ein grundsätzlich unterschiedliches Verständnis vom Wesen der EU haben?

Herr Präsident, Regierungsvertreter in London haben heute die Behauptung aus dem Weißen Haus zurückgewiesen, dass die britischen Geheimdienste verantwortlich für das Abhören von Ihnen, von Trump Tower, der Trump-Organisation und von Mitgliedern Ihres Wahlkampfteams oder Teil dessen waren. Was ist Ihre Ansicht, nachdem diese Behauptungen jetzt abgewiesen wurden? Denken Sie, dass es ein Fehler war, die britischen Geheimdienste zu beschuldigen?

Meine zweite Frage ist: Bereuen Sie ab und an Tweets?

Präsident Trump: Ganz selten bereue ich Tweets. Ich wäre wahrscheinlich nicht hier, wenn es anders wäre. Aber wir haben eine wunderbare Gruppe von Menschen, die zuhören. Ich kann dann um die Presse herumgehen, wenn die Presse nicht die Wahrheit berichten möchte.

Wenn es um das Abhören geht, das „wire tapping“ durch die vorige Administration: zumindest haben wir da vielleicht etwas gemeinsam.

Nur um Ihre Frage abzuschließen: Wir haben nichts gesagt. Wir haben nur einen sehr talentierten Juristen zitiert. Er war dafür verantwortlich, das zu sagen. Ich habe dazu keine Meinung abgegeben. Das war also ein Statement eines sehr talentierten Anwalts auf Fox. Sie sollten also nicht mit mir sprechen, sondern mit Fox.

Bundeskanzlerin Merkel: Ich denke, dass der Präsident seine Philosophie darüber dargestellt hat, was Handelsabkommen auch für die amerikanische Seite bringen müssen. Ich glaube persönlich nicht, dass die Frage ist, ob Deutschland verhandelt oder ob die Europäische Union verhandelt. Wir haben Kompetenzen an die Europäische Union abgegeben. Das heißt, die Europäische Kommission verhandelt über diese Freihandelsabkommen. Insofern, denke ich, wird das nicht der Hinderungsgrund sein. Der Hinderungsgrund wird die Frage sein Für mich ist das in der Tat ein bilaterales Abkommen zwischen der EU und den Vereinigten Staaten von Amerika wenn wir denn eines hätten.

Es geht aber darum: Ist es zum Wohle beider Länder oder nicht? Jetzt will ich einmal ehrlich sagen: Das Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten von Amerika war ja in Deutschland nicht zu jeder Zeit besonders populär. Es gab weniger Demonstrationen gegen Freihandelsabkommen in den Vereinigten Staaten von Amerika, als es Demonstrationen auf der europäischen Seite unter anderem in Deutschland gab. Ich freue mich, dass sich jetzt auch in Deutschland die Haltung zu Handelsabkommen ein bisschen verbessert hat.

Präsident Trump: Vielen Dank. Es war eine große Ehre.

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