Merkel zu Besuch in Griechenland

Positive Signale würdigen - gute Beziehungen vertiefen

Bundeskanzlerin Merkel ist zu einem zweitägigen Besuch nach Griechenland gereist. Sie traf Ministerpräsident Tsipras und Staatspräsident Pavlopoulos. Außerdem sprach sie mit Künstlern, Wissenschaftlern und Wirtschaftsvertretern. Merkel erklärte, sie freue sich vor allem über die gesunkene Arbeitslosigkeit im Land.

Kanzlerin Merkel mit dem griechischen Ministerpräsidenten Tsipras bei der gemeinsamem Pressekonferenz.

Kanzlerin Merkel mit dem griechischen Ministerpräsidenten Tsipras bei der gemeinsamem Pressekonferenz.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Vor Beginn ihrer Reise betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel die engen Verbindungen zwischen Deutschland und Griechenland. Es gebe vielfältige bilaterale Beziehungen, überdies sei Griechenland ein Partner in der Europäischen Union und der Nato.

Merkel: Menschen in Griechenland haben schweres durchgemacht

Nach ihrer Ankunft in Athen traf sich die Kanzlerin zu einem Meinungsaustausch mit Ministerpräsident Alexis Tsipras. Dabei ging es sowohl um bilaterale als auch europapolitische und internationale Themen.

Merkel erinnerte nach dem Treffen an die schweren Zeiten der Finanzkrise: Das griechische Volk sei durch eine sehr, sehr schwierige Zeit gegangen. Auf der einen Seite habe Griechenland Unterstützung bekommen, auch Deutschland habe hierbei seinen Beitrag geleistet. Es sei aber eine Zeit gewesen, "in der vor allen Dingen die Menschen in Griechenland schmerzhafte Strukturreformen mit ganz konkreten persönlichen Einbußen durchleben mussten, oft auch gerade für die, die keine Arbeit haben".

Griechenland konnte Hilfsprogramme verlassen

Merkel betonte: "Deshalb freut es mich, dass wir heute sehen, dass die Situation eine andere geworden ist, dass die Arbeitslosigkeit gesunken ist, dass Griechenland die Programme verlassen konnte." Das sei nicht das Ende des Reformwegs, aber ein neuer Zustand.

Zum Namensstreit mit der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien erklärte die Kanzlerin: "Ich bin Alexis Tsipras dankbar, dass er die Initiative in der Namensfrage ergriffen hat. Ich halte dies für einen entscheidenden Schritt, von dem nicht nur Griechenland und das künftige Nordmazedonien profitieren werden, sondern ganz Europa und unsere gemeinsamen Werte."

Begegnungen mit Präsident und Zivilgesellschaft

Der zweite Tag ihrer Visite in Athen begann für Merkel mit einer Kranzniederlegung am Grabmal des unbekannten Soldaten am zentral gelegenen Syntagma-Platz. Hier erfolgte nach einer Schweigeminute auch die offizielle Begrüßung der Kanzlerin mit militärischen Ehren.

Im Präsidentenpalast folgte ein Gespräch mit dem Staatspräsidenten der Hellenischen Republik, Prokopis Pavlopoulos. Anschließend besuchte Merkel die Deutsche Schule in Athen, wo deutsche und griechische Schüler gemeinsam lernen.

Das Besuchsprogramm am Freitag umfasste außerdem Begegnungen mit griechischen Kulturschaffenden, Wissenschaftlern und Intellektuellen sowie mit Vertretern deutscher und griechischer Unternehmen. Dabei ging es vor allem um den Stand der wirtschaftlichen Erholung in Griechenland.

Zum Abschluss ihrer Reise traf die Kanzlerin den griechischen Oppositionsführer Kyriakos Mitsotakis, bevor sie die griechische Hauptstadt am späten Nachmittag in Richtung Berlin wieder verließ.

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