Plauen – ein fast übersehenes Kapitel der Friedlichen Revolution

Ausschnitt aus der Frankenpost mit der Überschrift: "Über 15000 Menschen demonstrieren in Plauen"

Foto: Frankenpost

Während die Medien auf Leipzig, Berlin und Dresden schauen und die Feiern zum 40. Gründungstag der DDR beobachten, stehen 15.000 Demonstranten im Zentrum der Vogtland-Metropole. Mit Maschinenpistolen bewaffnete Sicherheitskräfte versuchen, mit Wasserwerfern und einem Hubschrauber die Kundgebung zu beenden. Ohne Erfolg.

„Ein Polizist stürzte sich auf einen Mann in der vordersten Reihe und schlug ihn nieder. Es bekam ihm aber schlecht, die Menge riss ihm den Helm vom Kopf und drosch auf den Bullen (wie sie nur noch beschimpft werden) ein. Wieder mahnten die Pfarrer 'Keine Gewalt', 'Kein neues China', 'Stasi weg, Stasi weg'“, so heißt es in dem „Frankenpost“-Artikel, der am 10. Oktober 1989 erscheint.

Detailliert und ergreifend berichten die beiden Zeitzeugen in der „Frankenpost“ über den Verlauf der Demonstration, den Mut der Menschen, die Feigheit des Bürgermeisters von Plauen, die Brutalität von Polizei und Kampftruppen und die beruhigenden Worte von Kirchenvertretern.

Mit dieser Demonstration wird die Friedliche Revolution in der DDR erstmals zu einer Massenbewegung, der die Staatsmacht nicht mehr standhalten kann.

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