Pflege - eine unverzichtbare Aufgabe

Gröhe auf dem Deutschen Pflegetag Pflege - eine unverzichtbare Aufgabe

Bundesgesundheitsminister Gröhe hat auf dem Deutschen Pflegetag deutlich gemacht, welche herausragende Bedeutung der Pflege zukommt. Er dankte allen Pflegekräften und sprach sich dafür aus, die Arbeitsbedingungen in der Pflege weiter zu verbessern.

Eine Krankenschwester misst den Blutdruckt einer älteren Frau zu Hause.

Pflegekräfte erbringen laut Minister Gröhe "eine herausragende Leistung".

Foto: Liesa Johannssen

Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind in der Pflege tätig. Und das Vertrauen in die Pflegekräfte ist hoch. In den Umfragen, welche Berufsgruppen besonders anerkannt und vertrauenswürdig sind, stehen die Alten- und Krankenpfleger immer auf den Spitzenplätzen. Das betonte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei seinem Besuch des Deutschen Pflegetages.

Gute Pflege ist für ihn "die Zuwendung von Mensch zu Mensch". Die Pflegekräfte erbrächten "eine herausragende Leistung". Auf diese könne man stolz sein. "Herzlichen Dank für diese Arbeit", so Gröhe.

Leistungen der Pflegeversicherung ausgebaut

Der Bundesgesundheitsminister verwies auf die wichtigen Pflegestärkungsgesetze, die in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht und beschlossen wurden. Gut 20 Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung war es notwendig, die Leistungen der Pflegversicherung den heutigen Bedürfnissen anzupassen. Die Pflegeversicherung sei ein stolzes Haus, so Gröhe: "Dieses stolze Haus brauchte in dieser Legislaturperiode eine Renovierung."

Mit den Pflegestärkungsgesetzen I und II wurden die Leistungen erheblich ausgeweitet. Fünf Milliarden Euro jährlich stehen ab 2017 zusätzlich für die Pflege zur Verfügung.

Gröhe hob die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs hervor. Künftig steht der tatsächliche Unterstützungsbedarf im Mittelpunkt, gemessen am Grad der Selbstständigkeit – unabhängig davon, ob jemand an einer geistigen oder körperlichen Einschränkung leidet. Mit diesem Pflegebedürftigkeitsbegriff schaffe das Gesetz den "gleichberechtigten Zugang der Menschen mit dementiellen Erkrankungen zu Leistungen der Pflegeversicherung", stellt der Minister fest.

Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff gilt ab 1. Januar 2017. In diesem Jahr laufen die Vorbereitung für seine Umsetzung. Aber schon die Einführung der Pflegestufe 0 zum 1. Januar 2015 ermöglichte dementiell Erkrankten den Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung.

Mehr Geld für die Krankenpflege

Mit dem Krankenhausstrukturgesetz steht mehr Geld für die Pflege in Krankenhäusern zur Verfügung. Ein Pflegestellen-Förderprogramm ermöglicht Krankenhäusern, mehr Pflegekräfte einzustellen und dauerhaft zu beschäftigen.

In den Jahren 2016 bis 2018 belaufen sich die Fördermittel auf insgesamt bis zu 660 Millionen Euro. Ab 2019 stehen jährlich bis zu 330 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem werden Krankenhäuser, die viel Pflege-Personal beschäftigen, mit einem Pflegezuschlag in Höhe von insgesamt 500 Millionen Euro unterstützt.

Arbeitsbedingungen verbessern

Gröhe betonte mehrfach die Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern. Dazu gehört für ihn eine entsprechende Entlohnung. "Anständige Arbeit hat eine anständige Tarifvergütung verdient", so der Minister.

Außerdem müsse die Pflegedokumentation entrümpelt werden. Hier hob er den Einsatz des Bevollmächtigten der Bundesregierung für Pflege, Karl-Josef Laumann, hervor. Er hat die Entbürokratisierung der Pflegedokumentation erfolgreich voran gebracht. "Mehr Zeit für die Pflegebedürftigen – weniger Zeit fürs Papier", das ist dem Gesundheitsminister wichtig.

Generalistik in der Ausbildung

Auch die anstehende Reform der Pflegeberufsausbildung wird für Gröhe die Attraktivität der Pflegeberufe steigern. "Wir brauchen einen Modernitätsschub für die Pflegeausbildung", so der Minister. Künftig soll eine einheitliche Ausbildung zur "Pflegefachfrau" oder zum "Pflegefachmann" übergreifende Qualifikationen vermitteln. Ziel ist, Menschen aller Altersgruppen gut pflegen zu können: in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulant.

Denn die Anforderungen haben sich verändert. "In den Krankenhäusern steigt die Zahl älterer und demenzkranker Menschen. Krankenpfleger brauchen deshalb auch altenpflegerische Kenntnisse. Und in den Altenpflege-Einrichtungen steigt die Zahl chronisch und mehrfach erkrankter Pflegebedürftiger, die gut versorgt werden müssen. Das heißt, im Pflegeheim brauchen wir zunehmend krankenpflegerisches Wissen", erklärt Gröhe.

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