Ökologisches Gleichgewicht schützen

Internationale Bienenkonferenz Ökologisches Gleichgewicht schützen

Wie können wir die Lebensbedingungen der Bienen verbessern? Das war die zentrale Frage der Internationalen Bienenkonferenz in Berlin. "Wir brauchen die Biene, ihr Schutz ist eine schlichte Lebensnotwendigkeit", so Bundesminister Schmidt bei der Eröffnung. Denn ohne Bienen steht die Landwirtschaft vor einem Problem.

Imker hält Wabe mit Bienen.

Die Zahl der Imker steigt, doch das Bienensterben geht weiter. Über Lösungen haben Experten in Berlin beraten.

Foto: Burkhard Peter

Bienen sind wahre Alleskönner: Sie liefern nicht nur Honig, sondern sind auch für die Bestäubung der Pflanzen wichtig. Ohne Bienen ist die Ernte von Nutzpflanzen, Obst und Gemüse nicht möglich.

Rund 80 Prozent der Pflanzen in Deutschland können nur durch die Bestäubung von Bienen erzeugt werden. Den wirtschaftlichen Nutzen der Bienen für Natur und Mensch schätzen Experten auf bis zu zwei Milliarden Euro jährlich. Für Bundesagrarminister Christian Schmidt ist daher klar: "Bienen leisten einen immensen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zu einer nachhaltigen Landwirtschaft."

Die Internationale Bienenkonferenz findet auf Einladung des Bundesministeriums für Landwirtschaft und des Deutschen Imkerbundes am 28. und 29. März in Berlin statt. Experten aus Politik, Wissenschaft und Landwirtschaft sowie Imker und Vertreter internationaler Organisationen diskutieren darüber, wie man Bienen wirksam schützen kann.

Gründe für das Bienensterben

Deutschlandweit wurden 2016 insgesamt 115.000 Imker mit 800.000 Bienenvölkern gezählt. Dies ist ein erfreulicher Anstieg. Er darf aber nicht über das Bienensterben hinwegtäuschen.

Durch die hohe Belastung der Bienenvölker durch Monokulturen, Pestizide und Parasiten in der Landwirtschaft gab es in den vergangenen Jahren weltweit immer weniger Honigbienen, Hummeln und Wildbienen. Wird zum Beispiel ein Saatgut verwendet, das bestimmte Neonikotinoide enthält, können sich die Bienen weniger zahlreich vermehren.

Neonikotinoide sind eine Gruppe von Pflanzenschutzmitteln. Wird Saatgut mit einem nicht zugelassenen Neonikotinoid behandelt, kann bei der Aussaat Staub entstehen, der für Bienen schädlich ist. Der Einsatz dieser Pflanzenschutzmittel wurde 2016, auch durch Initiative des Bundeslandwirtschaftsministeriums, europaweit verboten.

Honigbienen schützen helfen

Honigbienen sind auf die Hilfe des Menschen angewiesen. Jeder kann auf seinem Balkon, der Terrasse oder dem Garten Bienen mit bestimmten Blühpflanzen eine gute Nahrungsquelle bieten. Die Initiative "Bienen füttern" und die " Bienen-App" des Bundeslandwirtschaftsministeriums informieren darüber, welche Blühpflanzen besonders bienenfreundlich sind. Auf der neuen Internetseite www.bienenfuettern.de können Bienenfreunde eintragen, an welchem Standort sie bienenfreundliche Pflanzen pflegen. Die Standorte werden online in einer Deutschlandkarte angezeigt.

Wichtig auch: Pestizide im heimischen Garten sollten nur in der empfohlenen Dosis verwendet werden. Wer am Erhalt der Bienen interessiert ist, kann sich einem Imkerverein anschließen.

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