Deutscher Innovationspreis Klima und Umwelt

Neue Ideen für den Klimaschutz

Für Umwelt- und Klimaschutz sorgen und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich sein: Immer mehr Unternehmen stellen sich dieser Herausforderung. Mit Erfolg, wie die Innovations-Preisvergabe zeigte. Nur ein Beispiel: Papier aus Grasfasern ist vom herkömmlichen nicht mehr zu unterscheiden, dennoch viel umweltfreundlicher.

Ergebnisse eines Brainstormings auf einer Pinnwand.

Am Anfang steht die Idee

Foto: Tobias Tanzyna

Sieben Unternehmen haben am Mittwoch den deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt erhalten. 133 Unternehmen hatten sich mit ihren Produkten und Dienstleistungen um diesen Preis beworben, der in fünf Kategorien vergeben wird. Zudem ist der Sonderpreis "Innovation und biologische Vielfalt" besonders begehrt.

Das Bundesumweltministerium und der Bundesverband der Deutschen Industrie vergaben den Preis in diesem Jahr zum sechsten Mal. Die Auszeichnung ist mit 128.000 Euro dotiert.

Mittelstand hat Potenzial

"Das gezielte Miteinander von Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Hand hilft dabei, Klimaschutzpotenziale auch im Mittelstand zu heben", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Deshalb sei der Deutsche Innovationspreis für Klima und Umwelt eine gute Motivation für innovative Unternehmen. "Das ist gut für die Zukunft Deutschlands, seiner Unternehmen und unseren Forschungseinrichtungen."

Von neuen Kühlsystemen und Papier aus Grasfasern

Nicht nur große Unternehmen stehen auf der Liste der Preisträger, sondern auch kleine- und mittelständische Unternehmen. Die Preisträger der Hauptkategorien erhalten 25.000 Euro Preisgeld. Der Sonderpreis "Innovation und biologische Vielfalt" ist mit 3.000 Euro dotiert.

In der Kategorie "Prozessinnovationen für den Klimaschutz" ging der Preis an die Firma Viessmann Kühlsysteme aus Hof/Saale. Sie entwickelte ein System zum Kühlen und Heizen im Lebensmitteleinzelhandel mit natürlichen Kältemitteln.

Mit umweltfreundlicherem Papier aus Grasfasern und ohne chemische Zusätze überzeugte die Firma Creapaper GmbH aus Hennef.

In der Kategorie "Umweltfreundliche Technologien" gewann das Unternehmen Mayer & Cie. aus Albstadt mit einer ressourceneffizienten Lösung für den Spinn- und Strickprozess in der Textilherstellung.

Solarenergie in Bangladesch und Briketts aus Maisresten

Der Spezialchemie-Konzern LanxessS AG aus Köln spart in der Lederherstellung Energie ein und ersetzt fossile durch nachwachsende Rohstoffe oder anfallende Nebenprodukte. Für diesen neuen Herstellungsprozess gewinnt das Unternehmen den Preis in der Kategorie "Umweltfreundliche Produkte".

Die Auszeichnung in der Kategorie "Klima- und Umweltschutztechnologietransfer in Entwicklungs- und Schwellenländern und in Staaten Osteuropas" erhielten zwei Unternehmen aus Berlin:

MicroEnergy International entwickelte die sogenannte Schwarmelektrifizierung. Vorhandene Solarpanele auf benachbarten Hausdächern in Bangladesch werden durch intelligente Kontrollsysteme zu einem Netz verbunden, um die Stromvermarktung effizienter zu gestalten.

Das Unternehmen Renewables Academy vermittelt Wissen über erneuerbare Energien und internationale Finanzierungsinstrumente und regt so Investitionen in Schwellenländern an.

Der Sonderpreis "Innovation und biologische Vielfalt" ging dieses Jahr an "Christliche Fachkräfte International" aus Stuttgart für ein Projekt in Uganda. Der Verein nutzt Abfallbiomasse der Maisernte zur Brikettherstellung und verhindert damit die Abholzung der heimischen Wälder.

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