Nachhaltigkeit als Antwort auf Krisen der Zeit

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Bürgerinnen- und Bürgerdialoge Nachhaltigkeit als Antwort auf Krisen der Zeit

Die Bundesregierung will die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie auf den neuesten Stand bringen. Dazu hat sie eine Dialogreihe gestartet, die am 7. Dezember in Bremen fortgesetzt wurde. Diesmal drehte sich alles um die Frage: Wie können Bildung und Wissenschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen?

4 Min. Lesedauer

Sarah Ryglewski, Staatsministerin für Nachhaltigkeit, spricht neben Jutta Günther, Rektorin der Universität Bremen.

Sarah Ryglewski (l.), Staatsministerin für Nachhaltigkeit, im Dialog mit Jutta Günther, Rektorin der Universität Bremen, zum Abschluss der Regionalkonferenz.

Foto: Bundesregierung/Hecker

Wo steht Deutschland auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung? Was können wir tun, damit wir die Ziele der Agenda 2030 doch noch rechtzeitig erreichen? Darum geht es bei der Dialogreihe „Zukunft gestalten – Transformation, gemeinsam, jetzt!“ zur Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS). Der Auftakt der Reihe fand im Oktober 2023 in Berlin statt, nun folgte die zweite Veranstaltung auf dem Campusgelände der Universität Bremen.

Wie schaffen wir Teilhabe und nachhaltige Bildung für alle?

Schwerpunktthema der Bremer Konferenz war, wie Bildung und Wissenschaft zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können. Darüber diskutierten zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Kultur und weiteren gesellschaftlichen Gruppen. 

Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie: Dieses Jahr markiert die Halbzeit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Am 18. und 19. September haben sich die Staats- und Regierungschefs in New York getroffen und weitere Schritte für die Umsetzung der Agenda 2030 beschlossen. Klar ist bereits jetzt: Alle Staaten werden ihre Anstrengungen zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele  (Sustainable Development Goals, SDG) deutlich verstärken müssen. Dies gilt auch für Deutschland. Wenn wir weiter machen wie bisher, werden wir – trotz aller bereits getroffenen wichtigen und guten Entscheidungen – die SDGs nicht erreichen. Vor diesem Hintergrund wird die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) weiterentwickelt.

Engagement von Hochschulen und Forschungseinrichtungen ist zentral

Die Stadt Bremen engagiere sich schon lange für mehr Nachhaltigkeit und sei ein gutes Beispiel dafür, dass man die nationale und die globale Dimension des Themas miteinander verbinde, sagte Sarah Ryglewski, Staatsministerin für Nachhaltigkeit im Bundeskanzleramt. Deutschland komme hier eine Vorreiterrolle zu und es bekenne sich zu seiner internationalen Verantwortung. 

„Unsere gemeinsamen Anstrengungen für das Erreichen der Ziele der Agenda 2030 sind heute wichtiger denn je. Nachhaltigkeit ist die zentrale Antwort auf die Krisen dieser Zeit und unser Schlüssel für ein gutes Leben für jetzige und zukünftige Generationen“, sagte Ryglewski weiter. Dabei sei das Bewusstsein für Nachhaltigkeit eine der wichtigsten Kompetenzen für künftige Entscheiderinnen und Entscheider. „Deshalb ist das Engagement von Hochschulen und Forschungseinrichtungen so zentral für die Weiterentwicklung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“. Genauso wichtig sei aber, dass der Bildungserfolg endlich nicht mehr von der sozialen Herkunft bestimmt werde.

Videobotschaft von Kanzler Scholz: Sowohl national als auch im Ausland setze sich Deutschland dafür ein, um die gesetzten globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, sagte der Kanzler in einer Videobotschaft für die Konferenz. „Wir bauen die Windkraft- und Solarenergie schneller aus und beschleunigen damit die Energiewende. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie und ihre Weiterentwicklung sei „ein guter Fahrplan“, um in einer sich verändernden Welt mit schnellem technologischem Fortschritt für Orientierung zu sorgen.

Bremen als Vorreiter für mehr Nachhaltigkeit

Die Bremer Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf nannte verschiedene Projekte, die Menschen vor Ort für mehr Nachhaltigkeit zusammenbringen. So arbeite Bremen in seiner Klimaschutzstrategie für Klimaneutralität bis 2038 sowie an der Anpassung an den Klimawandel, die auch starke soziale Aspekte habe. Die Rektorin der Universität Bremen, Jutta Günther, unterstrich, wie wichtig es sei, dass sich die Wissenschaft in den Dialog einbringe. Im Leitbild der Uni Bremen, so Günther, seien Klimagerechtigkeit und -neutralität sowie die sozialen und ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit gleichwertig vertreten. „Wir sind das der jungen Generation schuldig. Und: „Wir müssen mutig sein und lernen zu teilen, “ so Günther.

Teilhabe ermöglicht Mitgestaltung und gegenseitiges Verständnis

Laut Bettina Hoffmann, der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium enthalten die Nachhaltigkeitsziele konkrete Hoffnungen und Erwartungen – auf ein gutes Leben, ein besseres Leben, für alle, auch für künftige Generationen, hier und überall auf der Welt. „Ich sehe die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie als partizipativen Prozess, als gemeinsames Projekt – wir wollen das Deutschland von morgen heute zusammen gestalten. Das ermöglicht Mitgestaltung und fördert das Verständnis der unterschiedlichen Interessen und Gruppen füreinander. Das ist für uns alle ein Gewinn, so Hoffmann weiter.

Auch Bürgerinnen und Bürger können sich beteiligen

Wie die globalen Nachhaltigkeitsziele in Deutschland erreicht werden können, wurde auf verschiedenen Panels diskutiert. Einigkeit herrschte darüber, dass mehr Kommunikation über das „bereits technisch Machbare“ sowie der Austausch zwischen allen Bereichen, Ebenen und Generationen eine bedeutsame Rolle für das Gelingen leisten kann. Ein Beispiel: der Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft. Weiterhin sei es wichtig, Bildung für nachhaltige Entwicklung als eine Kernkompetenz in die Lehrpläne zu integrieren.

Bürgerbeteiligung bei der Nachhaltigkeitsstrategie
Alle vier Jahre wird die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie in einem zweistufigen Prozess – Präsenz-Konferenzen und online – mit breiter Bürgerbeteiligung aktualisiert. Aufgrund des Querschnittscharakters und der besonderen Bedeutung des Themas liegt die Zuständigkeit dafür beim Bundeskanzleramt. Das Kanzleramt koordiniert sich eng mit den Ministerien, denn die Zuständigkeiten zu den verschiedenen Politikfeldern bezogen auf die Nachhaltigkeitziele sind über alle Ministerien verteilt.

Anregungen und Diskussionsergebnisse aus der Dialogkonferenz und aus den Online-Bürgerbeteiligungen werden in die überarbeitete Nachhaltigkeitsstrategie einfließen. Die Strategie wird Ende 2024, nach einem Beschluss des Bundeskabinetts, veröffentlicht.