Nachwachsende Rohstoffe

Nachhaltiges Palmöl schont Umwelt

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt ruft dazu auf, nur noch auf nachhaltig produziertes Palmöl zurückzugreifen. Beim nicht nachhaltigen Anbau roden Bauern vor allem in Südostasien Naturwälder und verunreinigen die Luft mit Rauchgas und CO2. Zudem vergiften sie den Boden mit Pestiziden.

Bäuerin Chirawan Phongrat hat in Playpraya in der Provinz Krabi am Golf von Thailand eine Palmölplantage.

Das Forum Nachhaltiges Palmöl setzt sich dafür ein, in Deutschland nur noch nachhaltig produziertes Palmöl zu verwenden.

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Um die Umwelt und das Klima zu schützen, fordert Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt Unternehmen zu verantwortungsvollem Handeln auf: "Ich erwarte, dass die Wirtschaft die Einfuhr von nicht zertifiziertem Palmöl stoppt." Jedes mit Palmöl arbeitende Unternehmen könne damit einen bedeutenden, strukturellen Schritt tun, sagte Schmidt zur Vereinsgründung des Forums Nachhaltiges Palmöl.

Der Minister sieht in der Gründung des Vereins die Möglichkeit, dieses Ziel besser zu verfolgen. Die Bundesregierung unterstütze das Anliegen. Der Verein sei schließlich auf Wachstum und Vernunft gegründet.

Schmidt will aber darüber hinaus das Bewusstsein für das Problem des Raubbaus an der Natur in der gesamten Wertschöpfungskette und in der Gesellschaft schärfen. Aus diesem Grund will er das Thema auf der anstehenden UN-Klimakonferenz in Paris ansprechen.

Alle tragen Verantwortung

Die unmittelbaren Schäden des nicht nachhaltigen Anbaus entstehen zwar in fernen Ländern, vor allem in Südostasien. "Als Abnehmer tragen wir jedoch Verantwortung für die Art der Gewinnung des Rohstoffes", so der Minister. Das sind zunächst die vielen Unternehmen, die Palmöl für die Herstellung diverser Produkte nachfragen. Das sind letztlich aber auch Verbraucher, die diese Produkte kaufen.

Palmöl ist mit einem Anteil von einem Drittel am globalen Gesamtverbrauch das weltweit wichtigste Pflanzenöl. Denn Palmöl ist billig und vielseitig verwendbar: bei Zimmertemperatur von fester Konsistenz und frei von schädlichen Transfettsäuren. Margarine, Schokolade, Kuchen, Kekse, Chips, Teig und Brötchen, Suppen, Saucen, Pommes Frites und Fertiggerichten, in alldem steckt Palmöl. Ob ein Lebensmittel Palmöl enthält, verraten Bezeichnungen wie "pflanzliches Öl" oder "vegetabiles Fett".

Das seit 2013 existierende Forum Nachhaltiges Palmöl setzt sich dafür ein, dass Unternehmen in Deutschland nur noch nachhaltig erzeugtes Palmöl verwenden. Existierende Standards sollen weiterentwickelt und Zertifizierungen verbessert werden.

Wie schon das Forum Nachhaltiger Kakao sieht Schmidt das Forum Nachhaltiges Palmöl als Wegbereiter für ein internationales Moratorium zur ausschließlichen Nutzung von zertifiziert nachhaltigem Rohstoff.