Nachhaltig und klimaneutral

Bundesverwaltung stärkt Nachhaltigkeit Nachhaltig und klimaneutral

Ob kleiner Drucker oder große Bausanierung: Auch im Behördenalltag lässt sich die Bundesverwaltung vom Prinzip der Nachhaltigkeit leiten. Seit 2010 gelten umfangreiche Maßnahmen. Der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung hat eine Neuauflage des Katalogs beschlossen.

Blick über die Solaranlage auf dem Dach des Bundeskanzleramtes auf die Reichstagskuppel

Nachhaltiger Klimaschutz beim Bund: Solaranlage auf dem Kanzleramt

Foto: Bundesregierung/Bienert

In dem aktualisierten Programm hat der Ausschuss die Anforderungen weiterentwickelt: Bauen und Liegenschaftsmanagement, Beschaffung, Mobilität, Veranstaltungen sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Pflege - in allen Bereichen wird das Prinzip der Nachhaltigkeit beachtet und umgesetzt. Neu ist das Thema "Kantine": In die Bestimmungen für den Kantinenbetrieb sollen künftig Nachhaltigkeitskriterien wie fair gehandelte Produkte einfließen. Damit mehr Menschen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst des Bundes arbeiten, ist ab sofort auch die "kulturelle Öffnung der Verwaltung Bestandteil des Katalogs.

Nachhaltige Beschaffung

Die Öffentliche Hand kauft Produkte und vergibt Dienstleistungen mit einem Volumen von rund 360 Milliarden Euro im Jahr – das entspricht etwa 13 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Damit haben Bund, Länder und Kommunen einen entscheidenden Anteil an der Nachfrage nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen. Zentrales Thema ist, bei der Beschaffung noch stärker auf Nachhaltigkeit zu achten. Deswegen ist es wichtig, dass die rund 30.000 Vergabestellen ihr Wissen und ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet austauschen.

2012 hat das Bundesinnenministerium beim Beschaffungsamt die Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung eingerichtet. Sie unterstützt die öffentliche Hand dabei, bei Aufträgen Umwelt- und Sozialkriterien zu berücksichtigen. Mit der Neuauflage des Maßnahmenprogramms hat der Staatssekretärsausschuss die Aufgaben der Kompetenzstelle - etwa mit Blick auf eine schnelle Informationsweitergabe und Kompetenzaufbau - weiter konkretisiert.

Klimaschutz im Regierungsalltag

Das Ziel der Bundesregierung ist letztendlich eine klimaneutrale Verwaltung. Zahlreiche Maßnahmen zielen deshalb auf den Klimaschutz: die Sanierung von Gebäuden, die Einführung von Energiemanagements, die Vermeidung und Reduzierung von Treibhausgasemissionen bei Dienstreisen und die Beschaffung energieeffizienter Geräte. Mit einem Leitfaden für die nachhaltige Organisation von Veranstaltungen gibt die Bundesregierung Hilfestellung, wie sich zum Beispiel Konferenzen, Tagungen oder Gipfeltreffen möglichst ressourcenschonend realisieren lassen.

Die Hinweise reichen von Dienstreisen und ihrem Einfluss auf das Klima über den Verbrauch von Energie, Wasser oder Papier bis hin zu Überlegungen, wie sich das Abfallaufkommen minimieren lässt. Eine Rolle spielt auch, wie umweltfreundlich Produkte und Dienstleistungen beschafft werden können. Eine Veranstaltung wird auf diese Weise sogar häufig günstiger, denn Kosten entstehen insbesondere bei der Nutzung und bei der Entsorgung von Produkten. 

Verbesserung der Arbeitsbedingungen

Die Vereinbarkeit von Familie/Pflege und Beruf zu erleichtern sowie Frauen in Führungspositionen zu fördern sind weiterhin wichtige Themen in dem Maßnahmenprogramm. Im Fokus stehen dabei flexible Arbeitszeiten, neue Formen der Führungsstrukturen, wie etwa das Führen in Job-sharing, moderne Fortbildungsmöglichkeiten sowie die Unterstützung der Betreuung.

Die gesamte Bundesverwaltung ist gefordert, die Maßnahmen umzusetzen. Welche Fortschritte die Ministerien und Behörden dabei erreichen, wird der Staatssekretärsausschuss jedes Jahr prüfen.

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