Mobilität durch Fahrzeug- und Verkehrstechnologien

Hightech-Strategie Mobilität durch Fahrzeug- und Verkehrstechnologien

Mobilität ist bestimmend für unser Leben. Schnell und bequem wollen wir unser Ziel erreichen. Waren sollen aus der ganzen Welt zu uns kommen. Dabei soll diese Mobilität aber sicher sein und unsere Umwelt möglichst wenig belasten: Eine Herausforderung auch für Hochtechnologie.

„Stau, was ist das?“, werden uns unsere Enkel eines Tages vielleicht fragen. Schön wär's, denn Staus kosten nicht nur Nerven. Experten beziffern den täglichen staubedingten Kraftstoffverbrauch auf 33 Millionen Liter, den Zeitverlust auf 13 Millionen Stunden. Der volkswirtschaftliche Schaden liegt allein in Deutschland bei 250 Millionen Euro am Tag.

Autos denken mit

Für Staus gibt es viele Ursachen. Ein ganz wesentlicher Faktor ist falsches Verhalten der Verkehrsteilnehmer. Ein Stau aus dem Nichts entsteht häufig, wenn Fahrzeuge in einer Kolonne wegen zu geringen Sicherheitsabstands stärker abbremsen müssen als die vor ihnen fahrenden Fahrzeuge. Das übermäßige Verlangsamen verstärkt sich von Fahrzeug zu Fahrzeug, bis das erste zum Stillstand kommt.

Fahrertrainings, vorgeschriebene Sicherheitsabstände und empfindliche Strafen helfen da wenig. Autofahrer sind Gewohnheitstiere. Doch neuerdings macht Hightech Hoffnung. Das selbstfahrende Auto, das vermutlich niemand will, ist längst keine Utopie mehr. Fahrerassistenzsysteme sind ebenso in greifbare Nähe gerückt wie interaktive Kommunikation zwischen den Fahrzeugen selbst.

Moderne Fahrzeug- und Verkehrstechnologien haben weniger die staubedingten Kosten im Auge. Entscheidend ist die höhere Sicherheit, die sie ermöglichen. Denn auch wenn die Zahl der Verkehrsopfer in Deutschland immer weiter sinkt, bleibt die Bilanz traurig: 2,31 Millionen Verkehrsunfällen gab es 2009, über 4.000 Menschen verloren ihr Leben. Das ist zwar die niedrigste Zahl, die es je gab in Deutschland, aber natürlich ist jeder Einzelne zu viel. Neun von zehn Unfällen entstanden aufgrund menschlichen Fehlverhaltens – und hätten möglicherweise vermieden werden können.

Mit Sicherheit unterwegs

Neue Lösungen für den Transport

Wer im Stau steckt oder im dichten Verkehr auf der Autobahn unterwegs ist, hat sicher schon einmal auf LKWs geschimpft. Gehört so viel Gütertransport überhaupt auf die Straße? Eine klare Antwort gibt es auf diese Frage nicht.

Bei der Hamburger Hafen- und Logistik AG erfährt man, dass hier 30 Prozent der ankommenden Container auf die Straße gehen, 30 Prozent auf die Schiene. Weitere 30 Prozent treten den Weitertransport auf dem Wasser an. Die restlichen Container werden gleich in Hamburg ausgepackt. Rechnet man allerdings nur den Verkehr über 250 Kilometer Entfernung, so sind es 70 Prozent, die von der Bahn transportiert werden. LKWs sind offenbar nur bei kürzeren Strecken wirtschaftlich.

Leider gelten diese Zahlen nur für den Containertransport aus dem Hamburger Hafen. Generell ist die Menge auf der Straße transportierter Güter überproportional hoch. Entscheidend für die Wahl des Transportmittels sind die Kosten im Verhältnis zur Geschwindigkeit.

Die nutzbaren Flächen für Straßen, Eisenbahnstrecken und Warenumschlagsplätze sind in Deutschland begrenzt. Also müssen Verbesserungen durch neue technische Lösungen her. Nur so ist das jährlich um bis zu 10 Prozent wachsende Transportvolumen zu bewältigen.

Logistik ist mehr als Transport

Umweltbelastung verringern

Im Stau wird nicht nur Geld und Zeit verschwendet. Auch die Umwelt leidet mehr als erforderlich. Anwohner leiden unter dem Verkehrslärm. Vor allem produzieren die Fahrzeuge mehr klimaschädliches Kohlendioxid als notwendig.

Verkehr ist aber für unser Leben von grundlegender Bedeutung. Wer vom Auto auf die Bahn umsteigt, für den muss es sich lohnen. Ähnliche Erwägungen stellt die Transportwirtschaft an. Also müssen neue technische Lösungen her, die umweltfreundlich, aber bezahlbar sind. Wenn fossile Treibstoffe ersetzt werden, darf die Alternative nicht wesentlich teurer und weniger komfortabel sein.

Weniger Lärm wünscht sich jeder, staatliche Richtlinien legen zunehmend schärfere Grenzwerte fest. Auch hier sind neue Ideen gefragt. Schallschutzmauern sind keineswegs die einzige Lösung. So untersuchen Forscher derzeit, wie man Lärm bereits dort reduzieren kann, wo er entsteht.

Umweltschutz und Verkehr

In den Fahrzeug-, Verkehrs- und Transporttechnologien nimmt Deutschland eine internationale Spitzenstellung ein. Dabei ist vor allem die Automobilindustrie von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung für unser Land: Etwa jeder siebte Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt vom Automobil ab.

Die Bedeutung der Innovationsstrategie „Fahrzeug- und Verkehrstechnologien“ liegt damit auf der Hand. Um den weltweiten Anschluss nicht zu verpassen, investiert die Bundesregierung hier besonders stark in Forschung und Entwicklung. Fünf Ministerien sind am 3. Verkehrsforschungsprogramm beteiligt. Es trägt den Namen: „Mobilität und Verkehrstechnologien“.

Gute Ideen sind teuer

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