MINT-Berufe bieten Perspektiven

3. Nationaler MINT-Gipfel MINT-Berufe bieten Perspektiven

In den Berufsfeldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) fehlen Fachkräfte. Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beraten, wie junge Menschen für eine Ausbildung oder ein Studium in den MINT-Fächern begeistert werden können.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka eröffnete in Berlin den 3.Nationalen MINT-Gipfel. "Deutschland ist auf qualifizierte MINT-Fachkräfte angewiesen – aus der akademischen wie aus der beruflichen Bildung gleichermaßen. Beide Bildungsbereiche bieten jungen Menschen attraktive, flexible und gleichwertige Karrierewege."

Eingeladen hatte das Nationale MINT-Forum. Es verbindet wichtige Akteure der MINT-Bildung wie Fachverbände, Stiftungen, Wissenschaftseinrichtungen, Arbeitgeberverbände und die Bundesagentur für Arbeit. Beim 3. Nationalen MINT-Gipfel stellen die Mitglieder des Forums ein gemeinsames Aktionsprogramm zur Stärkung der MINT-Bildung vor.

Neugier und Interesse schon bei Kindern wecken

Kinder sind von Natur aus neugierig. Sie wollen die Welt entdecken, und sind leicht zu begeistern - und verstehen auch komplizierte Zusammenhänge schnell, wenn sie gut erklärt werden. "Ich bin überzeugt, dass ein breites Interesse für naturwissenschaftliche Fragestellungen nur entsteht, wenn wir Kinder frühzeitig und alltagsgerecht für diese Themen begeistern", so Ministerin Wanka. So ist der Ansatz, für diese "Zielgruppe" ein passendes Angebot zu schaffen. Das "Haus der kleinen Forscher" zum Beispiel weckt die Experimentierfreude von Kita- und Grundschulkindern.

Damit der Spaß an Naturwissenschaften erhalten bleibt, braucht es gute Lehrerinnen und Lehrer. Schülerinnen und Schülern sollten MINT-Themen so praxisnah wie möglich vermittelt werden. Schließlich könnte aus Interesse ja berufliche Leidenschaft erwachsen. Deshalb bietet die Wirtschaft in der "Allianz für Aus- und Weiterbildung" jeder interessierten Schule eine Kooperation mit einem Unternehmen an. Außerdem hat die Wirtschaft 500.000 Praktikumsplätze jährlich zugesagt. Dies können für junge Menschen entscheidende Türöffner in den Betrieb sein.

Berufsorientierung verstärken

Viele Schülerinnen und Schüler schrecken jedoch vor Berufen, die intensiv auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik aufbauen, zurück. Sie fürchten, Schulstoff, der ihnen im Chemie- oder Physikunterricht schwer gefallen ist, wird in Ausbildung oder Studium zur unüberwindlichen Hürde.

Deshalb brauchen Jugendliche eine Berufsorientierung, die sich an ihren Kompetenzen orientiert. Jede und Jeder Einzelne muss individuell beraten werden, die vorhandenen Potenziale analysiert und gestärkt werden. "Hier setzen wir an und wollen noch mehr junge Menschen mit unseren Beratungsangeboten erreichen, auch an Gymnasien", sagte Wanka beim 3. Nationalen MINT-Gipfel in Berlin.

Die Bundesregierung erweitert die Möglichkeiten zur Berufsorientierung und will in den nächsten Jahren über 100.000 jungen Menschen eine Berufseinstiegsbegleitung anbieten; 500.000 Jugendliche sollen von einer individuellen Potentialanalyse profitieren." Das gab es in dieser Dimension noch nicht", so Wanka.

Mädchen zu MINT ermutigen

Trotz aller Emanzipation bleibt das Interesse der Mädchen an naturwissenschaftlichen Stoffen zurückhaltend. Viele Institutionen bemühen sich seit einigen Jahren, Mädchen stärker für technische Berufe zu interessieren. Aber das Bild wandelt sich nur langsam. "Wir haben mittlerweile in Fächern wie Mathematik, Biologie, Chemie, wenn es ums Studium geht, viele Mädchen. Aber Elektrotechnik, Maschinenbau ist immer noch viel zu wenig. Und bei den handwerklichen Berufen und in technischen Industrie- und Handelskammerberufen, da ist es eigentlich noch besonders schlecht, " konstatierte Wanka.

Viele junge Frauen zögern, ihre Berufswahl auf die eher männerdominierten MINT-Berufe auszurichten. Ein wichtiger Grund läge darin, dass junge Frauen viel stärker darauf orientiert sind, ihren Beruf auch mit Familie verbinden zu können, vermutete die Bildungsministerin. Es gäbe keine einfache Ursache - Wirkung Antwort, sagte sie. Auch das gesellschaftliche Rollenbild, das was über Jahrzehnte sich eingeprägt habe, erweise sich als sehr hartnäckig. Es fehle an Vorbildern, denn "das hat auch etwas mit dem Selbstverständnis zu tun, von Anfang an zu wissen, du hast eine Mutter, die ist Anlagenfahrerin oder Ingenieurin. Das befördert sich ja, das Interesse oder einfach dieses Selbstbewusstsein, sowas tun zu können", so Wanka.

Gute Karrierechancen

Von der Erfindung des Buchdrucks, über die Entwicklung der ersten Computer bis zur Industrie 4.0 – gesellschaftlicher Fortschritt entsteht immer auch aus technischem Fortschritt und wissenschaftlicher Erkenntnis.  Dazu aber braucht es vor allem eines: Fachkräfte, die in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik gut ausgebildet sind. Das gilt auch für Mädchen.

MINT steht für Zukunftsbranchen wie beispielsweise Medizintechnik, Energieversorgung, Informationstechnik oder Biotechnologie. In diesen Wirtschaftsfeldern verbindet sich Erfindungsreichtum mit Leistungsfähigkeit. So entstehen Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten – vor der Haustür – bundesweit und international. In der MINT-Jobbörse finden Absolventen der Hochschulen und Universitäten Jobs und Stellenangebote, Praktikums- und Traineestellen. Angeboten werden sie von über 200 Partnern aus Unternehmen, Hochschulen, Medien, Bundesländern, Forschungsorganisationen und Verbänden.

2012 haben sich im Nationalen MINT-Forum haben sich 24 Institutionen zusammengeschlossen, die sich für die Förderung der Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik einsetzen (MINT-Bildung). Fachverbände, Wissenschaftseinrichtungen, Hochschulallianzen und andere Initiativen verstehen MINT-Bildung als wichtigen Bestandteil von lebenslangen Lernen.

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