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Nationaler Bildungsbericht

Mehr Chancengerechtigkeit schaffen

Die frühe Bildung weiter ausbauen und verbessern sowie mehr Chancengerechtigkeit erreichen: Das ist Kern der Stellungnahme der Bundesregierung zum Bericht "Bildung in Deutschland 2018", den das Kabinett beraten hat. Zudem will die Bundesregierung die Berufsausbildung stärken und die Attraktivität des Hochschulstudiums sichern.  

Studentenh im Hörsaal der Europa-Universität Frankfurt/Oder

Mehr als eine halbe Million Studienanfänger - ein Hochschulstudium wird immer beliebter.

Foto: picture alliance/dpa/Pleul

Der Bericht "Bildung in Deutschland 2018" zeigt eine Reihe positiver Ergebnisse: Die Bildungsbeteiligung von Kindern unter drei Jahren ist weiterhin hoch, der Trend zu höheren Schulabschlüssen ist ungebrochen und ein Hochschulstudium ist in Deutschland so beliebt wie nie zuvor. Zugleich bleiben im Bildungsbereich bedeutende Herausforderungen bestehen. Dazu zählt der nach wie vor enge Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg.

Bildungsinvestitionen steigen

Die Bundesregierung hebt in ihrer vom Kabinett beschlossenen Stellungnahme zum Nationalen Bildungsbericht die Bedeutung steigender Investitionen hervor. So sind die Ausgaben für Bildung, Forschung und Wissenschaft von 274 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf knapp 282 Milliarden 2016 gestiegen.

Frühe Bildung ausbauen und verbessern

Entscheidend für den Bildungserfolg ist es, frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen. Umso mehr gilt es, die frühe Bildung weiter auszubauen und die Angebote qualitativ zu verbessern. Zwischen 2015 und 2017 stieg die Anzahl der betreuten unter 3-Jährigen um 70.000 auf insgesamt mehr als 760.000. Jedes dritte aller unter 3-jährigen Kinder in Deutschland besuchte 2017 eine Kita.

Der Bund unterstützt Länder und Kommunen bereits seit 2008 in erheblichem Umfang finanziell beim Ausbau und bei der Verbesserung des Angebots der Kinderbetreuung. Erst im Dezember hat der Bundestag das " Gute-Kita-Gesetz" verabschiedet: Es sieht bis 2022 Investitionen von 5,5 Milliarden Euro vor.

Das Bildungsniveau steigt

Erfreulich ist: Bildungsniveau und -beteiligung steigen weiter. 41,1 Prozent der Schülerinnen und Schüler erreichten 2016 die Hochschulreife. 2006 waren es 29,6 Prozent.

Knapp die Hälfte der Kinder im Grundschulalter nutzt Ganztagsangebote. Die Bundesregierung will den Ausbau der Ganztagsangebote mit zwei Milliarden Euro vorantreiben. Darüber hinaus ist die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder vorgesehen.

Gleiche Bildungschancen für alle 

Herausforderungen mit Blick auf die Bildungschancen bleiben: Jeder und jede soll die bestmöglichen Bildungschancen erhalten, unabhängig von kultureller oder sozialer Herkunft oder von materiellen Möglichkeiten. Deshalb ist es Priorität der Bundesregierung, mehr Chancengerechtigkeit durch bessere Bildung zu erreichen. Eine wesentliche Voraussetzung für den Bildungserfolg aller ist die Qualifizierung der Lehrkräfte für den Umgang mit der immer größer werdenden Vielfalt der Schülerinnen und Schüler. Zudem gilt es, Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien besonders zu fördern.

Berufliche Bildung stärken

Auf dem Ausbildungsmarkt hat sich die Lage mit Blick auf Angebot und Nachfrage verbessert. Der Bundesregierung ist es ein wichtiges Anliegen, die Attraktivität der beruflichen Bildung auch für leistungsstarke Jugendliche zu erhöhen. Geplant ist, entsprechende Initiativen und Programme weiterzuentwickeln.

Hochschulstandort Deutschland sehr attraktiv

Ein Hochschulstudium wird in Deutschland immer beliebter. 2017 lag die Zahl der Studienanfänger mit 511.000 zum fünften Mal in Folge bei über einer halben Million. Damit die Hochschulen die vielen zusätzlichen Studenten im ersten Semester aufnehmen können, stellt der Bund insgesamt etwa 20 Milliarden Euro innerhalb des Hochschulpakts über die Gesamtlaufzeit (2007-2023) bereit.

Zudem ist es der Bundesregierung wichtig, die Weiterbildung zu stärken. 2016 war hier jeder Zweite der erwerbsfähigen Erwachsenen aktiv, insbesondere durch eine betriebliche Weiterbildung.                   

Den Nationalen Bildungsbericht erarbeitet alle zwei Jahre eine unabhängige Wissenschaftlergruppe unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung. Der Bericht liefert Zahlen und zeigt Entwicklungen aus allen Bildungsbereichen – von der frühkindlichen Bildung bis zur beruflichen Weiterbildung.