Zum Tod von Hilmar Hoffmann

Maßstab kulturpolitischen Wirkens

Große Trauer um Hilmar Hoffmann: Am Freitag ist der renommierte Kulturpolitiker im Alter von 92 Jahren verstorben. Insgesamt 15 Museen gründete der ehemalige Frankfurter Kulturdezernent. Mit Charme und Chuzpe habe er es verstanden, den Kulturbegriff zu erweitern, erklärte Kulturstaatsministerin Grütters.

Hilmar Hoffmann, fotografiert am 10.07.2015 in Frankfurt am Main in seinem Haus im Stadtteil Oberrad.

"Kultur für alle" - so lautete der Leitgedanke kulturpolitischem Wirken Hilmar Hoffmanns.

Foto: picture alliance / dpa

Zeit seines Lebens hatte sich Hilmar Hoffmann für ein breites, frei zugängliches Kulturangebot eingesetzt - in seinen Augen eine der wichtigsten Grundlagen für eine freie und offene Gesellschaft. Mit großer Bestürzung hat Kulturstaatsministerin Grütters auf den Tod des Kulturpolitikers reagiert:

"Die Bundesrepublik verliert mit Hilmar Hoffmann einen ihrer prägendsten und erfolgreichsten Kulturpolitiker, den das Land hatte. Schon früh, bereits in den 70er Jahren, hat er mit seinem Motto 'Kultur für alle' in seinen vielfältigen Wirkungsfeldern, sei es als legendärer Kulturdezernent von Frankfurt a. M. oder als Präsident des Goethe-Instituts, das wichtige gesellschaftliche Feld der Kultur für eine breite Bevölkerung jenseits der kulturaffinen Milieus geöffnet und das Bewusstsein für diesen gesamtgesellschaftlichen Wert der Kultur geschärft. Mit Charme und Chuzpe gleichermaßen verstand er es, den Kulturbegriff zu erweitern und dabei Tradition, Moderne und alternative Kunst gleichberechtigt zu verbinden. Hilmar Hoffmann hatte die große Gabe, Menschen zu begeistern auch über alle Parteigrenzen hinweg. Nicht zuletzt die Museumsmeile in Frankfurt ist ein steingewordenes Zeugnis seines Wirkens. Für Kulturpolitikerinnen und Kulturpolitiker ist sein Wirken zum Maßstab geworden. Als Ideengeber, Kommunikator und Intellektueller wird er uns sehr fehlen."

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