Vorbilder sind wichtig

Quereinstieg in junges Start-up Vorbilder sind wichtig

„Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, Vorbilder zu haben. Die haben mir damals gefehlt.“ Das sagt Eva-Maria Meijnen, die heute als Co-CEO das erfolgreiche Start-Up PlusDental leitet. Sie macht mit beim Projekt Makers of Tomorrow. In dem Online-Kurs sollen Studierende von Vorbildern lernen und dabei Gründergeist entwickeln. Hier stellen wir die Unternehmerin vor.

Unternehmerin Eva-Maria Meijnen

Unternehmerin Eva-Maria Meijnen nimmt am Projekt „Makers of Tomorrow“ teil. So kann sie für Studierende zu dem Vorbild werden, das ihr zu Studienzeiten gefehlt hat.

Foto: Plusdental

Die Bundesregierung will junge Menschen zum Gründen von innovativen Unternehmen begeistern. In dem vom Bundeskanzleramt initiierten Online-Studienkurs „Makers of Tomorrow“ sollen sich Studierende ab dem Wintersemester von erfolgreichen Vorbildern inspirieren lassen. Bundeskanzlerin Merkel sprach bei der Auftaktveranstaltung am 1. Juli mit den beteiligten Gründerinnen und Gründern aus Deutschland und dem Silicon Valley. Dabei war auch Eva Maria Meijnen, die in der sechsten Folge von Makers of Tomorrow ihre Geschichte erzählen wird.

Vom Großkonzern ins Start-Up

Eva-Maria Meijnen ist keine Gründerin. Nach ihrem Studienabschluss habe sie „einen sehr klassischen Konzernweg eingeschlagen“, betont sie. Doch nach 16 Jahren in der Konzernwelt kam der Wunsch nach Veränderung und sie wechselte in das junge Start-Up PlusDental. Das Unternehmen vertreibt unsichtbare Dentalschienen. „Und ich muss sagen, das war die beste Entscheidung meines Lebens, viel zu spät im Nachhinein“, sagt Meijnen.

Eva-Maria Meijnen studierte bis 1998 Wirtschafts- und Ingenieurwesen am KIT in Karlsruhe. Danach arbeitete sie unter anderem bei Porsche, Siemens und MTU. 2019 wechselte sie zum Start-Up PlusDental. Heute ist sie Co-CEO und könnte bald die erste Frau an der Spitze eines deutschen ‚Unicorns‘ (deutsch Einhorn) sein. Unicorn bezeichnet ein Startup-Unternehmen mit einer Marktbewertung von über einer Milliarde Euro.

Mehr erfolgreiche Startups gründen

Die berufliche Veränderung wäre vielleicht schon früher geschehen. Aber Meijnen sagt: „Mir hat die Vorstellungskraft gefehlt, wie ich eine eigene Firma aufbauen könnte“. Es brauche mehr Vorbilder für junge Studierende, die hätten ihr Anfang der 2000er Jahre gefehlt. Meijnen hofft, dass die Initiative „Makers of Tomorrow“ Studierende zum Gründen ermuntert und neue Wege aufzeigt, um dann noch mehr erfolgreiche Start-Ups in Deutschland zu etablieren.

Die erste Staffel des Online-Kurses „Makers of Tomorrow“ erzählt zehn Gründungsgeschichten. Die Studierenden können dadurch von Vorbildern lernen und erhalten sehr persönliche Einblicke in die Start-Up-Welt. In jeder der zehn Folgen wird ein Schritt auf dem Weg zur Unternehmensgründung thematisiert. Eva-Maria Meijnen spricht über Kultur, Teaming und wie ein diverses Umfeld in Start-ups gelebt werden kann. Der Kurs wird ab Herbst 2021 auf www.makers-of-tomorrow.de abrufbar sein.

Auch Start-Ups brauchen Profis

Meijnen sieht noch viele Möglichkeiten die Zahnmedizin durch Digitalisierung und neue Technologie moderner, zugänglicher und günstiger zu machen. Dabei sei es für ein Start-Up aber auch wichtig, den Fokus zu behalten und kontinuierlich die eigenen Ziele zu verfolgen und zu kontrollieren. Als Leiterin eines Start-Ups ist auch das ihre Aufgabe, denn Entscheidungen müsse man „jedes Quartal neu treffen“.

Für die guten Ideen und deren erfolgreiche Umsetzung braucht es also ein professionelles Team und eine gute Arbeitskultur. Darauf achten insbesondere auch potentielle Investoren. „Ist das Team, das diese Idee hat, für diese Idee geeignet? Hat die Firma wirklich professionelle Manager eingestellt?“ Diese Fragen stellt zum Beispiel Margit Wennmachers bevor sie entscheidet, ob sie in ein Start-Up investiert. Sie arbeitet für Andreessen Horowitz, einen Risiko-Kapitalgeber aus dem Silicon Valley. In der neunten Folge von „Makers of Tomorrow“ wird Wennmachers mitteilen, worauf es Kapitalgebern ankommt, und über das Thema „Pitching to Investors“ (Präsentation der Geschäftsidee vor Investoren) sprechen.

Das Logo zeigt ein großes, blaues M darunter steht in blau Makers of tomorrow.

Das Projekt „Makers of Tomorrow“ bringt Studierende mit erfolgreichen Gründerinnen und Gründern zusammen.

Foto: Makers of Tomorrow