Lebensmittel kaum mit Pestiziden belastet

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln Lebensmittel kaum mit Pestiziden belastet

Gute Nachrichten für Verbraucher: Deutsche und europäische Lebensmittel sind sehr selten mit hohen Rückständen von Pflanzenschutzmitteln belastet. Nur ein Prozent aller untersuchten Erzeugnisse hat Grenzwerte überschritten. Bio-Produkte waren deutlich geringer verunreinigt als konventionelle Produkte.

Schale mit verschiedenfarbigen Paprika und

Bio klar im Vorteil: 65 Prozent waren rückstandsfrei – im Vergleich zu knapp 37 Prozent bei konventioneller Ware.

Foto: Bundesregierung/Tybussek

Äpfel, Karotten, Kartoffeln, im Sommer auch Erdbeeren und Heidelbeeren – all dies sind Lebensmittel, die auf dem Speiseplan der Deutschen mit ganz oben stehen. Und das mit gutem Recht. Sie schmecken nicht nur, sondern sind auch gesund. Hinzu kommt: Laut "Nationaler Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln 2015" sind sie gar nicht oder kaum mit Pflanzenschutzmittel-Rückständen belastet.

In ihrem aktuellen Bericht stellten die Lebensmittelüberwacher fest: In Deutschland und der EU erzeugte Lebensmittel sind sehr selten mit zu hohen Rückständen von Pflanzenschutzmitteln verunreinigt. Nur bei 1,1 Prozent aller 2015 untersuchten Erzeugnisse wurden Überschreitungen festgestellt.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erstellt jährlich die "Nationale Berichterstattung Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln". Grundlage sind die Auswertungen der zuständigen Behörden in den Bundesländern. Der Bericht und die dazugehörigen Tabellen sind im Internet einsehbar.

Unterschiede in einzelnen Kulturen

Der Bericht zeigt, dass es hinsichtlich der Grenzwert-Überschreitungen Unterschiede in den einzelnen Kulturen gibt. So zeigen sich deutliche Verbesserungen bei Mangos: 2014 überschritten 8,3 Prozent der untersuchten Früchte die Grenzwerte. 2015 waren es nur noch 2,7 Prozent.

Zu den negativen Spitzenreitern gehörten Bohnen mit Hülsen und Tee. Beide fielen schon in den vergangenen Jahren auf. Knapp acht Prozent der untersuchten Bohnen und fast fünf Prozent des Tees überschritten die Grenzwerte. Aber auch frische Kräuter (6,0 Prozent), Auberginen (3,4 Prozent) und Paprika (3,0 Prozent) fielen negativ auf. Aufgrund der geringen Verzehrmenge von Dill, Oregano, Rosmarin und Co. stellen die Belastungen jedoch meist keine Gefahr für den Verbraucher dar.

Auch Bio-Produkte wurden unter die Lupe genommen. Diese waren deutlich weniger mit Pflanzenschutzmitteln verunreinigt als konventionelle Produkte. 65 Prozent der Proben waren rückstandsfrei – im Vergleich zu knapp 37 Prozent bei konventioneller Ware.

2015 haben die zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer 18.765 Lebensmittelproben untersucht. Sie erstellten über 5,8 Millionen Analyseergebnisse. Erfreulich: Sowohl in Deutschland als auch in der EU sowie bei Erzeugnissen aus Drittländern nahmen die Grenzwert-Überschreitungen gegenüber dem Vorjahr ab.

So funktioniert die Lebensmittelüberwachung

Auch bei sachgerechter Anwendung von Pflanzenschutzmitteln können Rückstände in den entsprechenden Lebensmitteln nicht immer ausgeschlossen werden. Da diese gesundheitliche Risiken für die Verbraucher mit sich bringen können, sind für jedes zugelassene Pflanzenschutzmittel Rückstandshöchstmengen für Lebensmittel festgelegt. Diese dürfen nicht überschritten werden.

Importeure und Handel sind durch Eigenkontrollen gehalten, die Einhaltung dieser Höchstmengen zu gewährleisten. Die amtliche Lebensmittelüberwachung der Länder kontrolliert, ob die geltenden Rückstandshöchstgehalte eingehalten werden und ahndet Verstöße. Beanstandete Produkte werden im Falle einer Gesundheitsgefährdung aus dem Handel genommen.

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