Kulturstaatsministerin Grütters: Europa als Kontinent des Geistes

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat am heutigen Freitag in Berlin für Verständnis und Verständigung in einem Europa der unterschiedlichen Perspektiven geworben. Bei der Veranstaltung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (DA) in der Akademie der Künste mit dem Thema „Europa?“ sagte Grütters: „Es sind insbesondere Kunst und Kultur, die die europäischen Nationen verbinden. Wir müssen uns die verschiedenen Erfahrungen innerhalb Europas bewusst machen und unterschiedliche Perspektiven gelten lassen. In dieser Vielfalt unterschiedlicher Standpunkte und Überzeugungen bleibt uns nur die Bereitschaft zur Verständigung. Gerade dort, wo auf institutioneller Ebene kühle Ökonomen und nüchterne Juristen den Ton angeben, wie in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, kommen wir allein mit dem Taschenrechner nicht weiter. Vielmehr ist es wichtig, grenzüberschreitend wo immer möglich, geschützte Räume zu schaffen für gegenseitiges Verstehen, Verständnis und Verständigung. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Bereitschaft zum Zuhören, zum Einfühlen und zum Perspektivenwechsel. Dazu trägt die Kultur und im besonderem Maße eben auch die Literatur bei.“

Monika Grütters betonte weiter: „Gerade weil Europa viel mehr ist als ein gemeinsamer Binnenmarkt, gerade weil wir Europäer uns als Kultur- und Wertegemeinschaft verstehen, können wir bei allen zweifellos vorhandenen Gemeinsamkeiten auch unterschiedliche, nationalstaatlich geprägte kulturelle Aspekte und die damit verbundenen Spannungen nicht ausblenden. Aber wir halten sie aus und machen sie fruchtbar für einander. Über die Schwierigkeiten in Europa sollten wir das „Kulturprojekt Europa“ nie aus den Augen verlieren. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass das, was wir mit politischer Union meinen, immer auch geprägt sein muss vom Selbstverständnis Europas als eines Kontinents der Kultur und Kunst, der Wissenschaft und Forschung, als eines Kontinents des Geistes. Europa blickt auf eine jahrtausendalte großartige Kultur- und Wissensgeschichte zurück. Verständigung - eben auch das ist Europa!“

Die Diskussionsreihe „Wieviel Europa darf es sein?“ hatte die DA im Jahr 2014 initiiert. Gefördert wurde das Projekt mit 150.000 Euro aus Sondermitteln, die 2014 von der Kulturstaatsministerin für Literaturvorhaben zur Verfügung gestellt wurden. Die Akademie selbst wird durch ihre institutionellen Träger finanziert –Bund, durch die Ländergemeinschaft über die Kulturstiftung der Länder, das Land Hessen und die Stadt Darmstadt. Die BKM gibt 370.000 Euro pro Jahr.

Weitere Informationen finden Sie unter www.deutscheakademie.de