Kulturstaatsministerin Grütters: Berliner Mauer - Symbol der Gnadenlosigkeit des SED-Regimes

  • Pressemitteilung 289
  • Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat am heutigen Sonntag bei einer Gedenkveranstaltung für die Opfer von Mauer und Teilung in der Stiftung Berliner Mauer einen Kranz niedergelegt. Anlässlich des 56. Jahrestags des Mauerbaus erklärte Monika Grütters: „28 Jahre lang war die Berliner Mauer das weltbekannte Symbol der Gnadenlosigkeit des SED-Regimes, sie trennte die Stadt, Familien, Freunde und Nachbarn. Der Opfer von Mauer, Teilung und staatlicher Repression würdig zu gedenken, ist und bleibt elementarer Bestandteil unserer gesamtstaatlichen Erinnerungskultur. Die Arbeit der Gedenkstätten und Zeitzeugen hat ebenso wie die wissenschaftliche Aufarbeitung einen entscheidenden Anteil daran, dass heute vor allem jungen Menschen ohne eigene Diktaturerfahrung die Werte Freiheit, Demokratie und Rechtstaatlichkeit vermittelt werden.“

Stellvertretend für alle Todesopfer an der Berliner Mauer wurde im Rahmen einer Lesung in der Kapelle der Versöhnung an Czeslaw Jan Kukuczka erinnert. Im März 1974 war der polnische Staatsbürger bei seiner Ausreise am Grenzübergang Bahnhof Friedrichsstraße hinterrücks erschossen worden.

Die Stiftung Berliner Mauer wird 2017 aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin institutionell in Höhe von 1.264.000 Euro jährlich gefördert. In der Stiftung wurde erst vor wenigen Wochen das Ergebnis des Dokumentationsprojekts „Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze“ vorgestellt, das die Kulturstaatsministerin und die Länder Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Hessen unterstützt haben. Fast fünf Jahre lang hat der Forschungsverbund SED-Staat Anzahl, Identität und Schicksal der Toten an der ehemaligen innerdeutschen Grenze recherchiert. Anders als die Mauertoten in Berlin (sog. Totenbuch I, veröffentlicht 2009 und von BKM voll finanziert) waren diese bislang noch nicht umfassend erforscht und dokumentiert worden. Ergebnis des Projekts ist ein Handbuch, das die Biographien von 327 Todesopfern aus Ost und West enthält, denen das DDR-Grenzregime zum Verhängnis wurde.

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