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Zum Abschluss ihrer USA-Reise hat die Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters in New York bekräftigt, dass Deutschland volle Transparenz bei der Erforschung von NS-Raubkunst anstrebe. Bei einem Treffen mit dem Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses Ronald Lauder sagte Grütters: „Unser Hauptziel bleibt die Rückgabe naziverfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts und mit Blick auf die Gurlitt-Sammlung ‚die Rückgabe ohne Wenn und Aber‘. Es geht weniger um materielle Werte, es geht vielmehr um die Anerkennung der Opferbiographien. Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst, dafür sind die Mittel für die Provenienzforschung seit meinem Amtsantritt auf jährlich sechs Millionen Euro verdreifacht worden. Auf meine Initiative hin haben wir vor einem Jahr gemeinsam mit den Ländern die Stiftung ‚Deutsches Zentrum Kulturgutverluste‘ gegründet, die nationale und internationale Ansprechpartnerin zu Fragen der NS-Raubkunst ist“.

in der Neuen Galerie

Staatsministerin Grütters und der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Lauder, in New York

Foto: Renée Price

Das ‚Deutsche Zentrum Kulturgutverluste‘ wird neben den einzelnen Anträgen für Provenienzforschung nun mit Nachdruck an einer Verbesserung der lost art Datenbank arbeiten und eine umfassende Vernetzung der digitalen Infrastruktur zu Provenienzforschungs-Aktivitäten voranbringen. Diese Datenbanken sollen auch in englischer Sprache sein.

Grütters und Lauder betonten übereinstimmend, wie wichtig vor allem Transparenz, Digitalisierung, Austausch und internationale Zusammenarbeit in der Provenienzforschung sind. Grundlage für die Arbeit in diesem Bereich sind die 1998 verabschiedeten Washingtoner Prinzipien, zu deren Umsetzung sich Deutschland im Sinne seiner historischen und moralischen Selbstverpflichtung bekannt hat.

Ronald Lauder erklärte „Unsere Diskussion war konstruktiv und erfolgsversprechend. Jetzt ist der Moment für Deutschland weitere Fortschritte zu machen und Ergebnisse in wichtigen Aspekten wie der Digitalisierung und der Konfliktresolution zwischen Museen und Anspruchsstellern zu erzielen.“ In diesem Sinne sprach er sich für eine Verbesserung des heutigen Streitschlichtungsmechanismus des Limbach Kommission aus. Er erklärte: „Es muss sichergestellt sein, dass sich deutsche Museen und Sammlungen einer Anrufung der Limbach Kommission nicht widersetzen, dass deren Entscheidungen transparent und ausführlicher begründet sind, dass es klare Prozessregeln für die Parteien vor der Kommission gibt und dass ihre Besetzung die Perspektive der antragstellenden Opfer einbezieht.“

Monika Grütters verwies auf die bisher sehr erfolgreiche und anerkannte Arbeit der Beratenden Kommission. Sie sicherte zugleich zu, Ronald Lauders Anregungen mit den zuständigen Ländern und Kommunen und den Mitgliedern der Beratenden Kommission zu erörtern.

Grütters war auf Einladung Ronald S. Lauders zu Gast in seiner „Neuen Galerie“, einem Museum für deutsche und österreichische Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in New York City. Der Besuch war der Abschluss einer einwöchigen USA-Reise, auf der die Kulturstaatsministerin hochkarätige Vertreter von Museen, Universitäten und Forschungseinrichtungen getroffen hat, um über Erinnerungskultur und Provenienzforschung zu sprechen.