Schlüsselübergabe für die James-Simon-Galerie

Krönender architektonischer Abschluss

Eine Idee findet ihre Vollendung: Nach fünf Jahren Bauzeit erhält die Museumsinsel in Berlin mit der James-Simon-Galerie endlich einen zentralen Besuchereingang - eine Vision, die schon vor fast 200 Jahren mit der Fertigstellung des Alten Museums geboren wurde. Bei der feierlichen Schlüsselübergabe an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz würdigte Kulturstaatsministerin Grütters den Neubau als "Baukunst auf Augenhöhe" mit den historischen Welterbe-Gebäuden der Museumsinsel.

Schlüsselübergabe der James-Simon-Galerie: (v.l. David Chipperfield, Hermann Parzinger, Monika Grütters, Petra Wesseler, Marco Wanderwitz.

Schlüssel für den neuen Hausherrn Michael Eissenhauer.

Foto: Bundesregierung/Münch

Es war eine der größten baulichen Herausforderungen an der Unesco-Welterbestätte in Berlin: die James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel. Das imposante Eingangsgebäude wird die Besucherinnen und Besucher künftig zentral in Empfang nehmen und unterirdisch zu den prachtvollen Solitärbauten der "Schatzinsel" lotsen.

Blick auf die James-Simon-Galerie

Die James-Simon-Galerie knüpft mit ihren Pfeilern an die historischen Stülerschen Kolonnaden an.

Foto: Bundesregierung/Münch

Architektonischer und funktionaler Schlusspunkt

"Schatzinsel", als solche beschrieb Kulturstaatsministerin Monika Grütters das einzigarte Museumsensemble in ihrer Rede bei der feierlichen Schlüsselübergabe für das neue Entrée an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. In der beinahe 200-jährigen Entwicklungsgeschichte der Museumsinsel setze die James-Simon-Galerie nun einen architektonischen und funktionalen Schlusspunkt, erklärte die Staatsministerin. "Was hier 1830 mit der Fertigstellung des Alten Museums begonnen hat, findet heute mit der Schlüsselübergabe für die James-Simon-Galerie einen krönenden Abschluss."

Für den Bau der James-Simon-Galerie stellte der Bund Mittel in Höhe von 134 Millionen Euro aus dem Etat der Kulturstaatsministerin zur Verfügung. Bauherr war das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.

Mit seinem Entwurf habe David Chipperfield eine "transparente, moderne Architektur geschaffen, die historische Elemente der großen Museumsbauten aufnimmt und sich gleichzeitig zum Stadtraum hin öffnet", sagte Grütters. Begeistert zeigte sich die Staatsministerin von der Freitreppe als "Empfangsgeste" und der "einzigartigen Lichtstimmung" in der Eingangshalle durch die erleuchtete Marmorwand. Ebenso beeindruckend sei die Glasfassade zu den Hochkolonnaden. Sie führen anknüpfend an die historischen Stülerschen Kolonnaden vom Pergamonmuseum bis fast zum Lustgarten entlang der Spree.

Würdigung eines großzügigen Mäzens

Mit Blick auf den Namensgeber des neuen Eingangsgebäudes, James Simon, unterstrich Grütters: "Es ist ein Zeichen der großen Dankbarkeit Berlins an diesen großzügigen Mäzen, dass wir dieses gelungene Bauwerk nach ihm benennen und so die Erinnerung an ihn lebendig halten."

Die James-Simon-Galerie wurde nach dem bedeutenden jüdischen Kunstmäzen James Simon (1851-1932) benannt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte er den Berliner Museen unter anderem seine mehr als 10.000 Objekte umfassende Kunstsammlung und Grabungsfunde vermacht - darunter die weltbekannte Büste der Nofretete.

"Bitter und beschämend" nannte es Grütters, dass es den Nationalsozialisten gelungen ist, James Simons Namen nach dessen Tod 1932 aus dem kollektiven Gedächtnis zu streichen. Der Zugang zur Museumsinsel über die James-Simon-Galerie sei deshalb eine überfällige Würdigung seines großzügigen Mäzenatentums, so die Staatsministerin. Zugleich sei er "ein Appell, dem Antisemitismus die Stirn zu bieten - ob im Parlament oder auf der Konzertbühne, ob auf dem Schulhof oder auf Facebook."

Service und Entlastung

Das neue Empfangsgebäude ist Teil Masterplans Museumsinsel, nach dem die Unesco-Welterbestätte seit 1999 für kommende Generationen bewahrt und gleichzeitig zu einem zeitgemäßen Museumskomplex umgestaltet wird.

So wird die James-Simon-Galerie nach ihrer Eröffnung im kommenden Jahr die Serviceaufgaben der fünf Einzelhäuser der Museumsinsel mit einem zentralen Ticketverkauf, Garderoben, einem Museumsshop und einem verglasten Café bündeln, das für die Gäste der Museumsinsel auch außerhalb der Museumsöffnungszeiten zu erreichen ist. Zugleich wird sie die Besucherströme über die unterirdisch verlaufende Archäologische Promenade kanalisieren und so für die dringend notwendige Entlastung der historischen Gebäude sorgen.

Zudem bietet die Galerie ein Auditorium für etwa 300 Personen sowie einen rund 700 Quadratmetern großen Raum für Sonderausstellungen und eine Dauerausstellung zur Geschichte der Museumsinsel.

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