Klimaschutz nun als Ziel festgeschrieben

Weltklimavertrag Klimaschutz nun als Ziel festgeschrieben

In New York haben rund 175 Staaten den UN-Klimavertrag unterzeichnet. Es ist das erste Klimaabkommen, das alle Länder gemeinsam in die Pflicht nimmt. Als nächstes müssen genug Staaten den Vertrag ratifizieren. Laut Bundesumweltministerin Hendricks wollen die EU und Deutschland das so schnell wie möglich tun.

Trockenrisse einem ausgetrockneten See in Deutschland.

Die Weltgemeinschaft hat das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet - und sich zum Klimaschutz verpflichtet.

Foto: picture alliance/G. Czepluch

Gut 175 Staaten haben den UN-Klimavertrag in New York unterzeichnet. Es ist das erste Klimaabkommen, das alle Länder gemeinsam in die Pflicht nimmt. "Seit Paris ist klar: Die ganze Welt macht sich auf den Weg", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Deutschland solle dabei Vorreiter bleiben.

Mit dem Übereinkommen hat sich die Weltgemeinschaft das Ziel gesetzt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Angestrebt werden 1,5 Grad. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts wollen die Staaten treibhausgasneutral werden und die Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel erhöhen. Damit wird der Klimaschutz erstmals völkerrechtlich festgeschrieben.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einem historischen Moment. Er forderte, dass auf die Unterzeichnung möglichst rasch auch die Ratifizierung in den einzelnen Ländern folgen müsse. Zusammen mit der Armutsbekämpfung der UNO habe die Klimavereinbarung "die Kraft, die Welt zu verändern."

Durch den Vertrag werden besonders verwundbare Ländern wie die Inselstaaten beim Klimaschutz unterstützt. Zudem soll ihnen durch Finanzierung und Technologietransfer geholfen werden, sich dem Klimawandel anzupassen.

Das Pariser Klimaabkommen tritt in Kraft, wenn es von mindestens 55 Staaten, die für mindestens 55 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, unterzeichnet worden ist. Völkerrechtlich verpflichtend wird es für die Staaten erst nach dem nächsten Schritt, der sogenannten Ratifizierung. Deutschland und die EU wollen den Vertrag laut Hendricks so schnell wie möglich ratifizieren.

Emissionshandel - Instrument für Klimaschutz

Am Vorabend hatten der Präsident der Weltbank Jim Young Kim und IWF-Präsidentin Christine Lagarde in Washington dazu aufgerufen, die Preise für CO2 bis 2020 von derzeit 12,5 Prozent auf 25 Prozent der Emissionen auszudehnen. Dem Appell schloss sich Bundeskanzlerin Angela Merkel an. "Mit einem Preis für Kohlenstoff und einem globalen Kohlenstoffmarkt können wir unser gemeinsames Ziel, - die deutliche Unterschreitung der 2-Grad-Obergrenze – technologieoffen, innovationsfördernd, marktbasiert und damit kosteneffizient erreichen."

Dabei gilt ein globaler Kohlenstoffmarkt als Schlüsselinstrument. Nur so lasse sich das 2-Grad-Ziel erreichen. "Das heißt nicht mehr und nicht weniger, als dass wir im Laufe des 21. Jahrhunderts eine weitgehende Dekarbonisierung unserer Volkswirtschaften brauchen", sagte Merkel damals in ihrer Rede auf der UN-Klimakonferenz in Paris. In der Vergangenheit hätten die Industrieländer die Emissionen hervorgerufen. "Wir müssen zu den technologischen Entwicklungen beitragen, um die Emissionen in Zukunft zu reduzieren und auch den Entwicklungsländern eine Reduktion zu ermöglichen", so die Kanzlerin.

Deutschland hatte in Paris eine Studie vorgestellt, die im Rahmen seiner G7-Präsidentschaft entstanden ist. Dabei sind Kriterien entstanden, an denen sich öffentliche und private Investoren orientieren können. Damit sollen sie einen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad leisten.

Mehrere Staaten - darunter Deutschland, Frankreich, Mexiko und Kanada - haben eine "Carbon Pricing Leadership Coalition" gegründet. Dazu gehören auch rund 90 Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen. Ziel der Koalition ist es, weltweit auf Emissionshandelssysteme oder auf Steuern auf den CO2-Verbrauch zu werben.

Klimaschutz finanzieren

"Der Klimawandel entscheidet nicht nur über Frieden und Lebensqualität künftiger Generationen, sondern führt in vielen Erdregionen schon heute zu humanitären Katastrophen", schrieb Außenminister Frank Walter Steinmeier in einem Buch zum Weltklimavertrag. Wenn die Erderwärmung nicht schnell gestoppt werde, machten sich von dort die nächsten großen Flüchtlingsströme in Richtung Europa auf.

"Die Länder des Südens werden unter dem Klimawandel leiden, selbst wenn wir ihn auf zwei Grad begrenzen können", betonte Umweltministerin Hendricks. Die Industrieländer hätten sich deshalb in Paris verpflichtet, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für den Klimaschutz zu mobilisieren. Das Geld soll von öffentlichen und privaten Investoren kommen.

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