EU-Gelder für modernes Kraftwerk

Kiels intelligente Energie-Lösung

Flexibel, effizient und ökologisch nachhaltig: In Kiel entsteht mit Unterstützung des "Europäischen Fonds für Strategische Investitionen" ein Kraftwerk, wie es in Europa bisher einzigartig ist.

Das Küstenkraftwerk K.I.E.L. im Bau

Die Anlage wird neue Maßstäbe in Sachen Flexibilität, Effizienz und ökologischer Nachhaltigkeit setzen.

Foto: Stadtwerke Kiel

Noch liegt am Kieler Ostufer eine riesige Baustelle, doch schon im Herbst 2018 soll hier das modernste Kraftwerk Deutschlands ans Netz gehen: Das Küstenkraftwerk K.I.E.L.

Im vergangenen November hatte der Aufsichtsrat der Stadtwerke Kiel den Bau des Gasmotorenheizkraftwerks beschlossen. Ein Wärmespeicher und ein Elektrodenkessel stehen bereits. Unterstützt wird das Projekt vom des "Europäischen Fonds für Strategische Investitionen" (EFSI).

20 Gasmotoren reagieren flexibel

Das Besondere am Kieler Kraftwerk ist die modulare Bauweise. Mit 20 Gasmotoren wird das Küstenkraftwerk in der Lage sein, flexibel auf die Anforderungen des Energiemarkts zu reagieren und Schwankungen im Energienetz kurzfristig auszugleichen.

"Die in vier Blöcken zusammengefassten 20 Gasmotoren sind in weniger als fünf Minuten auf Volllast. Jeder einzelne Motor ist individuell regelbar und für mehrere Starts pro Tag ausgelegt. So können wir jederzeit auf wechselnde Bedarfe reagieren", erklärt Jörg Teupen, Vorstand Technik und Personal der Stadtwerke Kiel.

Der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Frank Meier und Technik- und Personalvorstand Dr. Jörg Teupen

Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Frank Meier (li.) und Technik- und Personalvorstand Dr. Jörg Teupen

Foto: Stadtwerke Kiel

Das Kraftwerk wird durch eine Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Das ermöglicht eine effiziente Primärenergienutzung von insgesamt mehr als 90 Prozent. Dadurch und durch die Verwendung des Energieträgers Erdgas wird das neue Kraftwerk mehr als 70 Prozent weniger CO2 ausstoßen als das Kohlekraftwerk, das seit 1970 Strom und Fernwärme für Kiel produziert.

Energie für 70.000 Fernwärmekunden

Ein weiterer Vorteil: In Zeiten, zu denen die Nachfrage nach Strom hoch, die Nachfrage nach Fernwärme jedoch gering ist, kann die Wärme zwischengespeichert werden. Ein 60 Meter hoher Wärmespeicher steht dafür bereit. Der Kessel bietet Platz für 30.000 Kubikmeter heißes Wasser. So können mehr als 1.500 Megawattstunden Wärme gespeichert werden. Das gewährleistet die Versorgung von mehr als 70.000 Fernwärmekunden für bis zu acht Stunden.

Modell des Küstenkraftwerks

Im Herbst 2018 soll das modernste Kraftwerk Deutschlands ans Netz gehen.

Foto: Stadtwerke Kiel

"Unser Küstenkraftwerk K.I.E.L. steht für Kiels intelligente Energie-Lösung. Hiermit sichern wir die Fernwärmeversorgung in Kiel und leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zum Umweltschutz. Das europaweit einzigartige Projekt setzt neue Maßstäbe in Sachen Flexibilität, Effizienz und ökologischer Nachhaltigkeit", sagt Stadtwerke-Vorstandsvorsitzender Frank Meier.

Über EFSI finanziert und preisgekrönt

Die Europäische Investitionsbank (EIB) finanziert das rund 290 Millionen Euro teure Projekt zu großen Teilen. Der Kredit der EU-Bank ist über Garantien aus dem "Europäischen Fonds für Strategische Investitionen" abgesichert. Der Fonds steht im Zentrum der europäischen Investitionsoffensive der EIB und der Europäische Kommission.

Bereits in der Planungsphase haben die Kieler Stadtwerke für das Kraftwerksprojekt zwei Innovationspreise erhalten: Im Jahr 2015 das "Top 100"-Siegel für eines der innovativsten Unternehmen des deutschen Mittelstandes und im vergangenen Sommer den "COGEN Europe 2016 Recognition Award" für Marktentwicklung.

Ziel der europäischen Wachstumsinitiative ist es, die derzeitige Investitionsschwäche in Europa zu überwinden. Mit Hilfe von EFSI soll Geld privater Investoren für strategische Projekte mobilisiert werden. Es wird erwartet, dass der EFSI innerhalb von drei Jahren zusätzliche Investitionen von mindestens 315 Milliarden Euro in der EU auslöst. Bis Ende 2016 wurden bereits Investitionen über rund 164 Milliarden Euro in allen 28 Mitgliedstaaten angeschoben.

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