Train to Bonn - Jugenddialog Klimaschutz

Jugendliche überreichen Empfehlungen

Im "Train to Bonn" ist am Samstag ein Großteil der deutschen Delegation zur Weltklimakonferenz gereist. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter des Jugenddialogs zum Klimaschutz. Sie übergaben ihren Jugendreport mit Empfehlungen an Bundesumweltministerin Hendricks.

Gruppenbild von Hendricks mit Jugendlichen

Bevor sie in den Zug stiegen, überreichten die Jugendlichen der Ministerin ihre Empfehlungen.

Foto: BMUB/Sascha Hilgers

Drei der wesentlichen Empfehlungen: Mehr öffentlicher Nahverkehr, mehr Umweltbildung und eine Beteiligung junger Erwachsene in der deutschen Delegation zu den Klimakonferenzen. Acht junge Erwachsene vertraten im Zug die 200 Teilnehmenden, die im Oktober zeitgleich in Bochum, Nürnberg und Eberswalde bei dem Dialog mitgemacht hatten.

Den Jugenddialog "Unser Klima! Unsere Zukunft!" hat das Bundesumweltministerium anlässlich der diesjährigen Weltklimakonferenz gestartet. Auf drei zeitgleichen Dialogveranstaltungen in Bochum, Nürnberg und Eberswalde diskutierten 200 junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren über den Klimawandel. Auf einem Workshop erarbeiteten 24 Teilnehmende aus den Ergebnissen den Bericht, den nun acht von ihnen an die Bundesministerin übergaben. Weitere Jugendbotschafterinnen und Jugendbotschafter stellen die Ergebnisse auf der Weltklimakonferenz kommenden Donnerstag vor.

Mobilität mit mehr Nahverkehr

Der Jugendreport fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt, welche Maßnahmen die Jugendlichen für wesentlich halten. Gleichzeitig beleuchtet der Bericht, in welchen Lebensbereichen sie selber bereit sind, einen Beitrag zum Klimaschutz beizusteuern.

"Mobilität ist ein sehr wichtiges Thema, aber auch ein Thema, bei dem sich unsere Generation ungern einschränken lässt", stellte Jasmin Abdel Ghany Teile der Ergebnisse vor. Deshalb wünschten sich die Teilnehmenden einen stärkeren Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Er solle attraktiv und preisgünstig sein und vielen Menschen zur Verfügung stehen.

Politik soll aktiver sein

Die Politik solle mehr Anreize setzen, so die Jugendbotschafter. "Wir sind der Meinung, dass die Verantwortung nicht nur bei den Bürgerinnen und Bürgern und ihrem Konsumverhalten abgeladen werden darf", ergänzte Steffen Dehn. "Da muss die Politik aktiver werden." Die jungen Erwachsenen empfehlen, Auswirkungen auf die Umwelt in den Preisen für Produkte zu berücksichtigen, eine CO2-Steuer einzuführen und Subventionen entsprechend zu gestalten.

Verlässliche Rahmenbedingungen

Die Ministerin bedankte sich für das Engagement der jungen Erwachsenen. Sie sei zuversichtlich, dass viele der Vorschläge zukünftig umgesetzt würden. Die Frage sei, wie lange es dauere und wie viele öffentliche Finanzmittel dafür eingesetzt würden. "Wir stehen nicht am Anfang, aber natürlich sind weitere Schritte zu gehen", so Hendricks.

Das betreffe nicht nur den Bereich der Energiewirtschaft, sondern besonders die Mobilität und die Landwirtschaft. Es gelte, die Menschen dabei mitzunehmen. "Wir als Politik haben die Verantwortung dafür, offen zu legen, welche Rahmenbedingungen wir wann setzen wollen, damit sich die Menschen darauf verlassen können", sagte die Ministerin. Sie sei persönlich froh, dass der Klimaschutz in Deutschland eine hohe Zustimmung von 80 bis 90 Prozent genieße, das machten die Umfragen deutlich.

Train to Bonn
Im ICE ist am 4. November die deutsche Regierungsdelegation mit Bundesministerin Barbara Hendricks sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaft zur 23. UN-Klimakonferenz von Berlin nach Bonn gefahren. Der Sonderzug ermöglicht eine klimafreundliche Anfahrt. Die Weltklimakonferenz beginnt am kommenden Montag.

Beitrag teilen