Biologische Vielfalt

Jüdischer Friedhof Weißensee ausgezeichnet

Der Jüdische Friedhof Weißensee ist ein herausragendes Garten- und Kulturdenkmal - und gleichzeitig wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Das Projekt zu Naturschutz und Denkmalpflege der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hat jetzt die Auszeichnung zum Projekt der UN-Dekade erhalten.

Grabstätten

Der Friedhof in Berlin-Weißensee zählt zu den größten jüdischen Friedhöfen in Europa.

Foto: mauritius images

Das Projekt "Naturschutz und Denkmalpflege auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hat die Auszeichnung zum Projekt der UN-Dekade erhalten. Mit dem Projekt setzen sich die Jüdischen Gemeinde Berlin und das Institut für Ökologie der TU Berlin für die Erhaltung der biologischen Vielfalt ein.

Im Rahmen der deutschen Aktivitäten zur UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011-2020 wird jede Woche ein Projekt ausgezeichnet, das besonders dazu beiträgt, die biologische Vielfalt zu erhalten.

Herausragendes Garten- und Kulturdenkmal

Das Projekt "Naturschutz und Denkmalpflege auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee" ist ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördertes Kooperationsprojekt. Es wurde von der Technischen Universität Berlin durchgeführt und durch die Jüdische Gemeinde zu Berlin unterstützt.

Der Jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee ist ein herausragendes Garten- und Kulturdenkmal mit denkmalgeschützten Grabmälern. Gleichzeitig ist er ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

In dem Projekt wurden Ziele für die künftige Pflege und Erhaltung des Friedhofs entwickelt. Sie berücksichtigen verschiedene Interessen: den Natur- und Artenschutz, den Friedhof als Bestattungs- und Erinnerungsort sowie die Denkmalpflege. Außerdem soll Verkehrssicherheit gewährleistet sein - alte Bäume etwa sollten standfest sein.

Biologische Vielfalt auf dem Friedhof

Der Friedhof Weißensee zählt zu den größten jüdischen Friedhöfen in Europa. Als Folge des Zweiten Weltkriegs konnte die Jüdische Gemeinde zu Berlin den Friedhof nicht mehr angemessen pflegen und unterhalten. Dies führte dazu, dass sich die Natur in weiten Teilen des Friedhofs ungestört entwickeln konnte.

Die Flora und Fauna wurde genauestens analysiert: Der Bestand ausgewählter Tier- und Pflanzenarten wie Moose, Flechten, Farn- und Blütenpflanzen, Vögel, Fledermäuse und Laufkäfer wurde untersucht. Dabei wurden 363 wildwachsenden Gefäßpflanzenarten gefunden, davon 20 seltene und gefährdete Arten. Die erhobenen Daten unterstreichen die große Bedeutung des Friedhofs für die Biodiversität in der Stadt.

UN-Dekade Biologische Vielfalt 2011–2020

Die biologische Vielfalt nimmt weltweit und auch in Deutschland stark ab. Das ist überwiegend durch den Menschen verursacht. Um den Rückgang aufzuhalten, haben die Vereinten Nationen das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 zur UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen.

Die Dekade unterstützt die Ziele und weltweiten Aktivitäten der Konvention über die Biologische Vielfalt (CBD). Im Rahmen der UN-Dekade finden in Deutschland verschiedene Aktivitäten statt, um mehr Menschen dafür zu sensibilisieren, die biologische Vielfalt, unserer natürlichen Lebensgrundlage, zu erhalten.

Die biologische Vielfalt der Erde ist die Grundlage für unsere Ernährung und unsere Gesundheit. Sie umfasst die Tier- und Pflanzenarten einschließlich der Mikroorganismen, die Lebensräume und die genetischen Unterschiede innerhalb der Arten. Alle drei Bereiche sind eng miteinander verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig: Arten sind auf bestimmte Lebensräume und andere Arten angewiesen. Die genetischen Unterschiede verbessern die Anpassungsfähigkeit an veränderte Bedingungen. Die Lebensräume wiederum sind von den jeweiligen Boden-, Klima- und Wasserverhältnissen abhängig.

Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

Die Bundesregierung hat bereits 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) beschlossen. Sie wurde unter Federführung des Bundesumweltministeriums erarbeitet. Die NBS ist eine umfassende und anspruchsvolle Strategie zur Umsetzung der UN-Konvention über die biologische Vielfalt (CBD). Sie enthält rund 330 Ziele und 430 Maßnahmen zu allen biodiversitätsrelevanten Themen.

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