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Ausbildungsstart rückt näher

Jetzt noch bewerben – viele freie Stellen

Am 1. September startet das neue Ausbildungsjahr. Ob im Handwerk, in der Industrie oder im Handel - es gibt mehr Ausbildungsstellen als Bewerber. Auch wer nicht weiß, ob ein Studium das Richtige ist, sollte sich über die duale Ausbildung informieren. Denn mit einer Berufsausbildung hat man gute Karrierechancen.

Ahemed Jama (Auszubildender, links) und Ulrich Möschl (Produktionsleiter, rechts) in der Bäckerei Staib in Ulm.

Viele Bäckereien suchen Auszubildende. Bewerber haben hier gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Foto: Martin Stollberg

Welcher Beruf passt am besten zu mir? Gibt es Alternativen zu meinem Traumberuf? Die Berufsberater der Arbeitsagenturen, Jobcenter und Kammern helfen bei der Suche. Die Auswahl ist groß: zur Zeit gibt es 330 duale Ausbildungsberufe. Und viele Betriebe suchen händeringend Nachwuchs.

Auf dem Ausbildungsmarkt bewegt sich viel

Ende Juni gab es bundesweit 22.100 freie Ausbildungsplätze, meldet die Bundesagentur für Arbeit. 214.300 unbesetzten Lehrstellen standen 192.100 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Weitere 38.300 junge Menschen sind noch unentschlossen. Sie sind sich noch nicht sicher, ob sie weiter zur Schule gehen oder ein Studium beginnen. Auch eine Ausbildung käme für sie in Frage.

Allerdings gibt es regional Unterschiede: In Thüringen und Bayern kommen zurzeit rund 60 unversorgte Bewerber auf 100 freie Ausbildungsstellen. In Berlin, Bremen und Nordrhein-Westfalen gibt es dagegen mehr Bewerber als freie Stellen.

Ohne Auszubildende keine Brötchen

Gesucht sind nicht nur Fachinformatiker, Industriemechaniker oder Kaufleute für Einzelhandel, Bank- und Büromanagement.

Zu wenige Auszubildende gibt es auch in Hotels und Gaststätten, auf dem Bau sowie in vielen Handwerksbetrieben. Ohne das Lebensmittelhandwerk, Fleischer und Bäcker gibt es aber keine Wurst und keine Brötchen. Zudem fehlen junge Berufskraftfahrer, zum Beispiel bei öffentlichen Verkehrsbetrieben.

Dagegen schwer zu bekommen sind Lehrstellen in Büro- und Verwaltungsberufen, in der Tierpflege, in Medienberufen oder in künstlerisch-kreativen Berufen. Hier bewerben sich jedes Jahr viele Jugendliche auf viel weniger Ausbildungsplätze.

Gut beraten ins Berufsleben starten

Bei der Telefonaktion des Bundespresseamtes zum Ausbildungsstart können Jugendliche und ihre Eltern Expertinnen und Experten befragen - ohne von einer Adresse an die nächste verwiesen zu werden. Die Experten kommen von den regionalen Agenturen für Arbeit, den Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern.

Das Bundespresseamt organisiert die Telefonaktionen zusammen mit den regionalen Medien. Sie kündigen die Termine kurz vorher an, informieren über die aktuelle Ausbildungssituation und weisen auf regionale Angebote hin. Auch fremdsprachige Zeitungen, Magazine, Hörfunk- und Fernsehsender beteiligen sich an den Aktionen. Wer sich dort meldet, erhält auch in der jeweiligen Fremdsprache Auskunft.

Konkrete Antworten statt allgemeine Ratschläge

Die Anrufer fragen zum Beispiel: Wo finde ich Hilfe, wenn ich Schwierigkeiten mit meiner Ausbildung habe? Welche finanzielle Unterstützung kann ich während meiner Ausbildung erhalten, wenn ich nicht mehr zu Hause wohnen kann? Kann ich meine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker verkürzen, weil ich Abitur habe? Welche Möglichkeiten hat meine Tochter, sich nach ihrer handwerklichen Ausbildung weiterzubilden?

Auch zum dualen Studium oder zur schulischen Ausbildung, zum Auslandsaufenthalt oder zum Freiwilligen Sozialen Jahr geben die Fachleute hilfreiche Hinweise.

Online-Informationen zur Lehrstellensuche:
- Die Bundesagentur für Arbeit hilft bei Berufsorientierung, Stellensuche und Bewerbung: Schule, Ausbildung und Studium
- Allein im Handwerk gibt es über als 130 Ausbildungsberufe: #einfachmachen – Handwerksberufe-Checker
- Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammern: ihk-lehrstellenboerse.de
- Die Bundesbehörden bilden in 130 Berufen aus. Unser Land braucht viele Talente - Wir suchen dich.

Ausbildung oder Studium?

Sehr viele Schulabgänger wollen studieren. Das ist aber nicht der einzige und nicht immer der beste Weg, um sich auf ein erfülltes und erfolgreiches Berufsleben vorzubereiten.

Rund ein Drittel der Bachelor-Studierenden bricht das Studium ab, viele von ihnen fangen danach eine Ausbildung an. Mit vielen Angeboten hilft die Bundesregierung, die Berufsorientierung in Schulen zu verbessern und Studienabbrechern den Weg in die Ausbildung zu erleichtern.

Wichtig ist, dass junge Menschen sich zunächst ihre Fähigkeiten und Neigungen bewusst machen und sich danach für eine Berufsausbildung oder ein Studium entscheiden. Studium und Berufsausbildung sind dafür gleichwertige Wege. Beide bieten sehr gute Karrierechancen.

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