Internationales Jahr der Pflanzengesundheit

Wie gesunde Pflanzen den Menschen helfen

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen widmet das Jahr 2020 der Pflanzengesundheit. Die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und -schädlingen stehen im Fokus - denn gesunde Pflanzen sind wichtig für Ernährung, eine saubere Umwelt, das Klima. Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert die Ziele auf vielfältige Weise.

Schmetterling auf einer Kornblume im Weizenfeld

Schmetterling auf einer Kornblume: Mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz bekämpft die Bundesregierung das Insektensterben.

Foto: Getty Images/Westend61

Rund 80 Prozent der Nahrung und 98 Prozent des Sauerstoffes in unserer Luft stammen laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aus einer pflanzlichen Quelle. Ihre große Vielfalt liefert medizinische Wirkstoffe, sauberes Trinkwasser und hilft bei der Regulation des Erdklimas. Allerdings gehen gleichzeitig 40 Prozent der Ernten durch Pflanzenseuchen und -krankheiten verloren. Diese Verluste schädigen die Landwirtschaft, die in vielen Teilen der Welt als primärer Erwerbszweig gilt.

Einfallstore für Pflanzenkrankheiten

Klimawandel und Eingriffe in die Natur durch den Menschen haben große Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Umwelt, Pflanzen und Schädlingen. So treten etwa Seuchen durch die Temperaturveränderungen früher und in anderen geographischen Nischen auf. Schon heute verursachen diese Verluste Schäden von 220 Milliarden US-Dollar (rund 200 Milliarden Euro) jährlich.

Aus dem Urlaub eine Topfpflanze mitzubringen oder in nicht zertifizierten Online-Shops Setzlinge für den eigenen Garten zu bestellen, birgt ebenfalls Risiken. In Paketen oder als Gepäck versteckt, können Kontrollen einfach umgangen werden. Die Pflanzen tragen jedoch nicht selten versteckte Parasiten in sich, die große Schäden an der heimischen Population verursachen können und nur schwer eindämmbar sind.

EU-weit greift seit Mitte Dezember vergangenen Jahres eine neue Verordnung zur Pflanzengesundheit. Sie schreibt unter anderem einen Pflanzenpass vor, der über die Herkunft importierter Pflanzen Auskunft gibt. Sollte ein Schädlingsbefall auf die Ware zurückzuführen sein, können ihr Ursprung leicht ermittelt und weitere Schäden schnell verhindert werden.

Gesunder Boden, Gesunde Pflanzen

Bienenstöcke stehen am Rand eines Sonnenblumenfelds und davor blüht Lavendel

Bienenstöcke am Feldrand: Die Ackerbaustrategie der Bundesregierung zeigt Perspektiven für den Pflanzenbau der Zukunft auf.

Foto: Getty Images/Matteo Colombo

Zusätzlich gefährden die zum Teil stark bearbeiteten Böden die Pflanzengesundheit. Sie versalzen und erodieren zunehmend und verlieren so ihre Fruchtbarkeit. Auch der Schwund von Insekten, der biologischen Schädlings- und Seuchenbekämpfer, bedroht die Pflanzengesundheit. In den vergangenen 25 bis 30 Jahren sind 80 Prozent der Insektenbiomasse verlorengegangen. Deshalb soll mit einer Kombination aus biologischen, pflanzenzüchterischen sowie anbau- und kulturtechnischen Maßnahmen etwa der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel möglichst geringgehalten werden.

Mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz will die Bundesregierung das Insektensterben bekämpfen. Ein verbindliches Insektenschutzgesetz, zusätzliche Fördergelder und klare Vorgaben für eine naturverträgliche Anwendung von Pestiziden sollen die Lebensräume der Insekten schützen und wiederherstellen.

Damit verzahnt ist die Ackerbaustrategie, die Perspektiven für den Pflanzenbau der Zukunft aufzeigen will. Digitale Innovationen sollen Landwirten in Zukunft helfen, sichere Erträge und Einkommen zu erzielen, während sie gleichzeitig die Biodiversität auf ihren Feldern sichern. Eine breitere Fruchtfolge und die gezielte Ausbringung von chemischen Pflanzenschutzmitteln sind Kernpunkte der Strategie.

Gartenbau hat großen Anteil

Bei der 13. Internationalen Pflanzenmesse, die Ende Januar in Essen stattfand, betonte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Bedeutung des Gartenbaus für gesunde Pflanzen. Allein 2019 gaben die Deutschen 5,8 Milliarden Euro für Pflanzen aus. "Der Gartenbau ist damit ein zentraler Bestandteil der Agrarwirtschaft", sagt Klöckner. Der Gartenbau in Deutschland sei hochgradig innovativ. Die Betriebe finden und besetzen damit Nischen und sie beantworten Zukunftsfragen - etwa wenn es um mehr Ressourcen- oder Klimaschutz geht, so Klöckner weiter.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt die Innovationsfreudigkeit der Gartenbaubranche etwa mit Fördergeldern für den digitalisierten Gartenbau, der Entwicklung von Torfersatz und den nicht-chemischen Pflanzenschutz.