Merkel bei Münchner Medientagen

Internetdienste sollen Transparenz bieten

Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Medienwelt und der künstlichen Intelligenz lägen dicht beieinander, sagte Bundeskanzlerin Merkel zur Eröffnung der 30. Münchner Medientage. Dabei gelte es, die Pressefreiheit hierzulande und weltweit im Blick zu behalten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht bei der Eröffnung der Medientage München.

Merkel: Wir können dankbar für unsere Pressefreiheit sein, wir haben eine der mannigfaltigsten Medienlandschaften.

Foto: Bundesregierung/Güngör

Zur 30. Auflage der Münchner Medientage hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Eröffnungsrede gehalten. Die Veranstaltung sei über die Jahre deutlich gewachsen: Sowohl thematisch, technologisch als auch in Hinblick auf die Zahl der Teilnehmer. Dies sei Indiz für einen tiefen Umbruch in der Medienwelt, betonte die Kanzlerin.

Beim digitalen Wandel der Medien müsste die Vielfalt und die Präzision Grundanliegen bleiben. Sie seien für die Entwicklung einer freien Bürgerschaft essentiell. "Wir sind in Deutschland gefordert, uns der Bedeutung der freien Medienlandschaft bewusst zu sein", sagte Merkel.

Die 30. Münchner Medientage stehen unter dem Motto "Mobile & Me – wie das Ich die Medien steuert". Vom 25. bis zum 27. Oktober werden auf etwa 90 Veranstaltungen mit mehr als 400 Referenten die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Medienwandels diskutiert.

Herausforderung für Politik und Gesellschaft

Die "künstliche Intelligenz" werde eines der großen Themen der Zukunft sein. Dennoch müssten Algorithmen - die Internetdienste für die Filterung von Informationen nutzen - transparent bleiben, forderte die Kanzlerin. Das Filtern der Informationen könne die Abwehrhaltungen des Einzelnen verstärken und die Fähigkeit verringern, sich mit anderen Meinungen auseinander zu setzen. Diese bedeute eine Herausforderung für Politik und Gesellschaft.

Die Mediennutzung wird immer stärker durch Algorithmen, Bots und intelligente Empfehlungssysteme beeinflusst. Algorithmen führen dazu, dass Leser verstärkt im Netz nur noch die Themen angeboten bekommen, die seinem Suchverhalten entsprechen.

In der Entwicklung der digitalen Medien sah Merkel zugleich viele Chancen für Journalisten, die Vielfalt zu ordnen und "Anker" zu bieten. Auch müsse man jungen Menschen Medienkompetenz vermitteln. Die Bundesregierung unterstützt dies mit einer Bildungsoffensive und eine Stärkung der MINT-Fächer.

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