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Europäische Impfwoche

Impfen wirkt – in jedem Alter

Der "kleine Pieks" hat eine lebenswichtige Bedeutung: Er kann den Ausbruch vermeidbarer Krankheiten verhindern. Warum alle Altersgruppen davon profitieren, steht vom 24. bis 30. April im Fokus der Europäischen Impfwoche.

In einer Arztpraxis in Frankfurt (Oder) erhält eine Patientin von der Arzthelferin eine Schutzimpfung

Durch flächendeckende Schutzimpfungen könnten Infektionskrankheiten stark eingedämmt werden.

Foto: picture-alliance / dpa

Infektionskrankheiten wie Masern oder Röteln bedrohen nach wie vor viele Menschen in Deutschland. Impfungen sind eine äußerst wirksame Maßnahme, um sich vor ihnen zu schützen. Die Weltgesundheitsorganisation hat sich daher zum Ziel gesetzt, größere Durchimpfungsraten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu erreichen.

"Die aktuellen Zahlen und die Masernausbrüche zeigen, dass wir immer noch zu große Impflücken haben. Deshalb haben wir die Regelungen zum Impfschutz deutlich gestärkt. Egal ob jung oder alt – in jeder Lebensphase sollen Gesundheitsuntersuchungen beim Arzt genutzt werden, den eigenen Impfschutz zu überprüfen", so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Impfungen sind nicht nur für Kinder

Gegen manche Erkrankungen hilft eine Impfung im Kindesalter, andere Impfstoffe eignen sich erst für Jugendliche – die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfiehlt, wogegen wann geimpft werden sollte.

Wichtig ist, die eigenen Impfungen und die seiner Kinder regelmäßig überprüfen zu lassen und gegebenenfalls aufzufrischen. Nur so bleibt der Schutz ein Leben lang bestehen. Darauf macht auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit der Kampagne "Deutschland sucht den Impfpass" aufmerksam.

Sich selbst und andere schützen

Es geht nicht nur um den Schutz der individuellen Gesundheit, sondern auch um den Aufbau einer sogenannten Herdenimmunität. Dies ist der Fall, wenn der eigene Impfschutz gleichzeitig auch andere Menschen, die sich nicht impfen lassen können, vor Ansteckung bewahrt. Babys sind beispielsweise für manche Impfungen noch zu jung und auch chronisch Kranke dürfen die ein oder andere Impfung nicht erhalten.

Auf diese Weise könnten einige Krankheiten in Zukunft sogar komplett eliminiert werden: Röteln und Masern etwa treten nicht mehr auf, wenn sich 95 Prozent der Bevölkerung impfen lassen.

Risikogruppe Gesundheitsberufe

Fachkräfte im Gesundheitswesen sind besonders von Ansteckung mit verschiedensten Krankheiten bedroht – ein umfassender Impfschutz wappnet sie nicht nur für ihren Beruf, sondern schützt auch die Gesundheit ihrer Patienten.

In diesem Sinne dürfen Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser ungeimpfte Bewerber sogar ablehnen oder ungeimpftes Personal versetzen. Dies ist eine der zahlreichen Regelungen des Präventionsgesetzes, das Mitte 2015 in Kraft getreten ist. Es soll helfen, den Impfschutz zu verbessern. Seitdem können ungeimpfte Kinder und Jugendliche auch vorübergehend vom Besuch einer Kita oder Schule ausgeschlossen werden, um einen Krankheitsausbruch zu verhindern.

Wie hoch ist eigentlich die aktuelle Masern-Impfquote in Deutschland? Die neue interaktive Karte VacMap des Robert Koch-Instituts klärt auf: Sie zeigt jahrgangs- und altersspezifisch die entsprechenden Quoten für alle Land- und Stadtkreise. Lokale Unterschiede und Lücken im ganzen Bundesgebiet lassen sich so leicht identifizieren.