Berufsbildungsbericht 2019

Gute Ausbildungschancen für Jugendliche

Mehr Ausbildungsplätze, mehr Interessenten, mehr Ausbildungsverträge - das sind die Ergebnisse des Berufsbildungsberichts 2019, den das Kabinett nun verabschiedet hat.

Auszubildende in einem Fernsehstudio. Im Hintergrund unscharf zu erkennen ist ein Mann im Scheinwerferlicht, der in eine Kamera spricht.

Besonders beliebt: Ausbildungen im Medienbereich.

Foto: Getty Images

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich für Jugendliche weiter verbessert: Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind weiter gestiegen - Unternehmen boten zuletzt noch mehr Ausbildungsstellen an. Gleichzeitig werden die jungen Leute immer häufiger nach erfolgreicher Ausbildung von ihrem Betrieb übernommen. Laut Berufsbildungsbericht stieg die Übernahmequote von 68 auf 74 Prozent.

Erneut mehr Ausbildungsverträge

Insgesamt haben die Unternehmen mehr Ausbildungsstellen angeboten als im Jahr zuvor. So standen zum 30. September 2018 insgesamt 589.100 Ausbildungsstellen bereit und damit 16.800 mehr als im Vorjahr. Erfolgreich abgeschlossen wurden 531.400 Ausbildungsverträge. Das entspricht einem deutlichen Plus von 8.100 Verträgen. 

Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage entwickelte sich weiter zugunsten junger Menschen: 100 Bewerberinnen und Bewerber stehen 106 Ausbildungsplätzen gegenüber. Ein Jahr zuvor waren es rechnerisch noch 104,6.

Bessere Chancen trotz höherer Nachfrage

Die erhöhten Chancen für Jugendliche sind umso bemerkenswerter, als 2018 das zweite Jahr in Folge auch die Nachfrage nach Ausbildungsstellen weiter anstieg. Ein Grund ist, dass sich verstärkt junge Leute mit Fluchthintergrund bewerben. Ihre Zahl vergrößerte sich deutlich und lag bei 38.300.

Unterschiede je nach Region und Branche

Der Berufsbildungsbericht macht neben den Erfolgen auch die Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt deutlich. So gelingt es nicht immer, freie Stellen und Bewerber zusammenzubringen. Ende September 2018 waren noch 57.700 Ausbildungsplätze unbesetzt. Zugleich blieben 24.500 Jugendliche ohne Ausbildungsstelle.

Umso wichtiger ist es, bei der Wahl des Berufes und des Ausbildungsortes flexibel zu sein. So gibt es in einigen Regionen im Norden und Nordosten Deutschlands sowie im Ruhrgebiet sogenannte Passungsprobleme. Im Süden Bayerns und im Münster- sowie Emsland dagegen stimmen Angebot und Nachfrage besser überein. Auch auf die Branche kommt es an: Verleichsweise schwierig zu besetzen sind Ausbildungsplätze im Lebensmittelhandwerk, in der Gastronomie sowie im Reinigungsgewerbe. Hingegen sind Berufe im Mediensektor und im kaufmännischen Bereich sehr begehrt. 

Bundesregierung fördert Berufsorientierung

Für die Bundesregierung ist es von besonderer Bedeutung, Jugendliche über eine Berufsberatung und –orientierung frühzeitig über ihre Chancen und die Lage auf dem Ausbildungsmarkt zu informieren. Darunter fallen sogenannte Potenzialanalysen und Werkstatttage in den Schulen. Diese bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Interessen und Talente zu erkunden und auch weniger bekannte Berufe kennenzulernen. Derzeit wird die Berufsberatung insbesondere an Gymnasien verstärkt.

Ausbildungsabbrüche verhindern

Wer eine Ausbildung beginnt, soll diese möglichst auch abschließen. Deshalb unterstützt die Bundesregierung Auszubildende mit der "Assistierten Ausbildung" sowie mit "ausbildungsbegleitenden Hilfen". Hierbei werden die Jugendlichen innerhalb der Ausbildung individuell unterstützt und sozialpädagogisch begleitet.

Für Auszubildende, deren Abschluss gefährdet ist, hat die Bundesregierung zudem das Programm "Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen" ins Leben gerufen.

Die Bundesregierung hat sich für die kommenden Jahre das Ziel gesetzt, die berufliche Bildung zu modernisieren und attraktiver zu machen – vor allem auch für Leistungsstärkere. Grundsätzlich ist die berufliche Bildung gleichwertig zum akademischen Bildungsweg. Das Ausbildungssystem Deutschlands ist auch international hoch angesehen. Kennzeichen sind die niedrige Jugendarbeitslosigkeit, die hohe Qualität der Ausbildung sowie die hohen Übernahmequoten.            

Schlagwörter