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Studie zu Frauen in Kultur und Medien

Grütters: Runder Tisch zur Chancengleichheit

Der Deutsche Kulturrat hat eine Studie zu "Frauen in Kultur und Medien" veröffentlicht. Die Chancengleichheit für Frauen im Kulturbetrieb müsse dringend verbessert werden, forderte Kulturstaatsministerin Grütters bei der Präsentation im Bundeskanzleramt. Ideen dafür sollen bei einem "Runden Tisch" entwickelt werden.

StMin Monika Grütters (BKM) bei der Präsentation der Studie 'Frauen in Kultur und Medien'

Grütters: Von Gleichberechtigung kann auch in der Kultur immer noch keine Rede sein.

Foto: Bundesregierung/Koall

Gäste aus allen kreativen Sparten waren am Dienstagabend der Einladung zur Vorstellung der Studie ins Kanzleramt gefolgt. Vor allem waren es – das Thema macht’s – Frauen: Regisseurinnen, Künstlerinnen, Schauspielerinnen, Journalistinnen, unter ihnen viele Verbandsvertreterinnen.

Mit großem Interesse verfolgten sie die Präsentation einer Untersuchung, die sich mit der Situation von Frauen in Kultur und Medien über einen Zeitraum von 20 Jahren beschäftigt. Knapp 500 Seiten Zahlen, Fakten, Vergleiche. Für die Frauen selbst wenig überraschend: Kulturfrauen geht es nicht viel besser als jenen in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Im Schnitt verdienen sie ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen, beim Aufstieg in Spitzenpositionen tun sie sich immer noch schwer.

Grütters: Von Gleichberechtigung kann noch keine Rede sein 

Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, hat die Studie in weiten Teilen finanziert. Ihr Fazit: "Von Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern kann auch in der Kultur immer noch keine Rede sein. In Museen hängen nach wie vor überwiegend Werke männlicher Künstler - und das liegt sicher nicht daran, dass Frauen nicht malen könnten … Auch in der Film- und der Musikbranche sind Frauen in der Minderheit."

Die Ursachen dafür, so Grütters weiter, seien vielfältig. "Wir kennen sie aus anderen gesellschaftlichen Bereichen: Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehören genauso dazu wie Rollenstereotype, die vor allem Männern relevante Qualitäten wie Kreativität und Schaffenskraft, Durchhaltevermögen und Leidenschaft zuschreiben. Künstlerinnen können ein Lied davon singen. So vielfältig die Gründe sind – ihre Überwindung erfordert die Anstrengung aller gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen – damit Kultur und Medien ihrem Selbstverständnis als gesellschaftliche Avantgarde tatsächlich gerecht werden."

Der Runde Tisch zur Chancengleichheit soll noch in diesem Jahr zusammengerufen werden, um erste Vorschläge zu erarbeiten.