Handel und Digitalisierung weltweit stärken

Internationale Grüne Woche Handel und Digitalisierung weltweit stärken

Auf der 12. Berliner Agrarministerkonferenz, die jährlich den Abschluss des Global Forum for Food and Agriculture bildet, einigten sich Agrarministerinnen- und -minister aus 71 Staaten auf ein gemeinsames Kommuniqué zum Welthandel. Der regelbasierte Freihandel soll gestärkt werden.

Foto zeigt einen Landwirt

Die Grüne Woche ist ein Publikumsmagnet: Dieses Jahr werden rund 400.000 Besucher erwartet.

Foto: Messe Berlin GmbH

Zum Auftakt der Grünen Woche fand vom 16. bis 18. Januar 2020 das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) statt – die internationale Welternährungskonferenz. Rund 2.000 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten die Rolle des Handels für eine sichere, vielfältige und nachhaltige Welternährung.

"Ein starkes Zeichen für einen regelbasierten Freihandel"

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner betonte, dass es ohne Handel keine Sicherung der Welternährung geben werde. Einige Staaten könnten sich nicht selbst versorgen, so fehlt es etwa an fruchtbarem Ackerland. Der Klimawandel und die wachsende Weltbevölkerung verschärfen die Situation. Deshalb komme es darauf an, den Handel auszubauen und dafür zu sorgen, dass die Anliegen der Landwirtschaft berücksichtigt werden, erklärte Klöckner. Landwirte müssten Gewinner des Handels sein, auch die Kleinbauern. Dazu gehörten Fairness und Transparenz.

Klöckner stellte fest: Globaler Handel brauche globale Regeln und verlässliche, wertebasierte Standards. In diesem Sinne einigten sich auf der 12. Berliner Agrarministerkonferenz, die zum Abschluss des GFFA stattfand, 71 Agrarministerinnen und Agrarminister aus aller Welt gemeinsam mit zwölf internationalen Organisationen auf ein Kommuniqué. Dieses sei "ein starkes Zeichen für regel- und wertebasierten Freihandel", so die Ministerin. Gleichzeitig dürften Anforderungen, etwa an den Umweltschutz oder die Lebensmittelsicherheit, nicht unterlaufen werden.

Einrichtung eines Internationalen Digitalrates

Auf dem GFFA konnte ein weiterer wichtiger Impuls hin zu einer stärkeren internationalen Zusammenarbeit in der Agrar- und Ernährungspolitik gesetzt werden. Die FAO wurde aufgerufen, die Einrichtung eines Internationalen Digitalrates weiter zu unterstützen. Der Digitalrat soll Regierungen und andere relevante Akteure beraten und den Austausch von Ideen und Erfahrungen vorantreiben

"Grüne Woche" zeigt Landwirtschaft der Zukunft

Bereits zum 85. Mal findet die Internationale Grüne Woche (IGW) in Berlin statt. Im Fokus stehen in diesem Jahr die Themen Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und umweltfreundliche Produktionsverfahren. Die Bundesregierung ist mit einer Vielzahl nationaler und internationaler Themen präsent.

Zur Eröffnung der Messe stellte Bundesministerin Klöckner die Bedeutung der Landwirtschaft als systemrelevante Branche heraus. Die Zukunft sei geprägt von Digitalisierung, Präzisionslandwirtschaft und neuen Pflanzenzüchtungen. Weitere Herausforderungen seien Veränderungen hin zu mehr Nachhaltigkeit beim Umgang mit Ressourcen. Auch die europäische Agrarpolitik müsse grüner werden, so Klöckner.

Die Rolle der Verbraucher im Fokus: "Du entscheidest!"

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) rückt die Verantwortung der Verbraucherinnen und Verbraucher innerhalb der Wertschöpfungskette in den Fokus seiner Messepräsentationen. Es geht darum, Verbraucher hinsichtlich ihrer Einflussmöglichkeiten etwa beim Einkauf und zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen zu sensibilisieren.
Die Besucher erfahren zum Beispiel, wie sich mehr Tierwohl im Schweinestall auf die Fleischpreise auswirkt. Sie können sich darüber informieren, wie sich der Gehalt an Zucker, Fett und Salz in Fertiglebensmitteln reduzieren und gleichzeitig der Geschmack erhalten lässt.

"Insekten brauchen Bauern, Bauern brauchen Insekten"

Pflanzenbestäuber, Schädlingskiller, Bodenbefruchter: Insekten nehmen gleich mehrere zentrale Rollen im Ökosystem ein und sind deshalb unverzichtbar für eine ertragreiche Landwirtschaft. Angesichts des zunehmenden Artensterbens der letzten Jahre sind Landwirte gefragt, alternative Konzepte zur insektenschonenden Agrarwirtschaft zu finden und umzusetzen. Dieses Engagement zeichnete die Jury des Wettbewerbs "Insekten brauchen Bauern, Bauern brauchen Insekten" aus. Die Jury – bestehend aus Wissenschaftlern, Naturschützern und praktischen Landwirten – wählte acht Gewinner aus rund 130 Einsendungen aus. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat die Preise zum Auftakt der Grünen Woche am Freitag übergeben.

Die afrikanischen Tropen entdecken

Mit der fairen und nachhaltigen Herstellung von Lebensmitteln und Kleidung setzt sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auf der Grünen Woche auseinander. Besucherinnen und Besucher reisen interaktiv unter anderem in einen Tropenwald und in die Anbaugebiete für Kakao, Baumwolle und Kaffee. Darüber hinaus können Interessierte die Auswirkungen des Klimawandels auf Madagaskar in einer begehbaren Virtual-Reality-Kuppel erleben.