67. Deutscher Filmpreis

Goldene Lola für "Toni Erdmann"

Die Goldene Lola für den besten deutschen Spielfilm ging in diesem Jahr an Maren Ade mit "Toni Erdmann". Über Silber freuten sich die Macher des Films "24 Wochen", als bester Spielfilm in Bronze wurde "Wild" ausgezeichnet. Mit Monika Schindler ging der Ehrenpreis erstmals an eine Schnittmeisterin.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Filmakademie-Präsidentin Iris Berben haben am Freitag (28.4.) in Berlin die begehrten Trophäen überreicht. Mehr als 1.900 Gäste aus Film, Kultur und Politik feierten im Palais am Funkturm den deutschen Film.

Das Glück, Teil einer anderen Welt zu werden

In ihrer Rede im Palais am Fernsehturm zeigte sich Kulturstaatsministerin Grütters beindruckt von dem Niveau der Beiträge. Der Filmpreis hole künstlerische Qualitäten wie Fantasie, Ausdrucksstärke und Einfühlungsvermögen ins Rampenlicht. "Der Deutsche Filmpreis ist eine Hommage an den Film insgesamt, an ein Glück, das es nur in einem dunklen Kinosaal gibt: an das Glück, für kurze Zeit Teil einer Welt zu werden, die nicht die eigene ist."

Hoffnungsträger gegen Einfalt

Filme könnten das Virus von Hass und Hetze gegen Anderslebende wirksam bekämpfen, so Grütters. "Mit seiner Kraft, uns fremde Schicksale vertraut zu machen, ist der Film für mich auch ein Hoffnungsträger. Ich bin überzeugt: Künstlerische Vielfalt ist auf Dauer stärker als populistische Einfalt!"

Ehrenpreis für Monika Schindler

Wer den Ehrenpreis bekommt und welcher Film als Kinopublikums-Liebling ausgezeichnet wird, steht immer schon im Vorfeld fest. So konnten Monika Schindler und Simon Verhoeven die Verleihung ganz entspannt verfolgen. Für ihre herausragenden Verdienste um den deutschen Film wurde die renommierte Schnittmeisterin Monika Schindler ausgezeichnet. Sie hat in weit mehr als 100 Spiel- , Dokumentar- und Fernsehfilmen Filmgeschichte geschrieben.

Erstmals in der Geschichte des Filmpreises ging damit ein Ehrenpreis an eine Editorin. Als besucherstärkste Film wird die Tragikomödie "Willkommen bei den Hartmanns" ausgezeichnet. Regisseur Simon Verhoeven nahm die Auszeichnung entgegen. Der kommerzielle Erfolg ist umso bemerkenswerter, da der Film erst Ende vergangenen Jahres in die Kinos kam.

Filmförderung ausgebaut

Grütters sagte der Branche auch weiter Unterstützung zu. Seit 2016 stehen für die kulturelle Filmförderung 15 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. "Ich setze mich dafür ein, dass Sie darauf auch in den kommenden Jahren zählen können. Zusammen mit dem DFFF sollen dann 2018 allein für die Filmproduktion 150 Millionen Euro an Fördermitteln zur Verfügung stehen." Das mache Deutschland noch attraktiver als den Filmstandort und helfe auch dem Filmnachwuchs, der seine Kreativität der Filmkunst "Made in Germany" widmen könne.