Im Kabinett: Bodenschutzbericht

Gesunde Böden für künftige Generationen

Mehr als 90 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion sind direkt vom Boden abhängig. Auch deshalb ist ein nachhaltiger Umgang mit der natürlichen Ressource so wichtig. Die Bundesregierung hat nun den vierten Bodenschutzbericht beschlossen.

Traktor pflügt den Ackerboden eines Feldes um.

Bodenschutz ist wichtig - mehr als 90 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion hängen davon ab.

Foto: picture alliance / dpa

Böden übernehmen viele wichtige Aufgaben im Naturhaushalt und für die Versorgung der Menschen. So werden etwa 75 Prozent des Trinkwassers in Deutschland aus dem Grundwasser gewonnen. Der Boden spielt eine zentrale Rolle für die Wassernutzung. Die wachsende Weltbevölkerung trägt dabei zur Bodenbelastung bei.

Auswirkungen auf Wasser und biologische Vielfalt

Zu den Folgen dieser Entwicklung gehören unter anderem ein Rückgang von Bodenfruchtbarkeit, Kohlenstoffgehalt und biologischer Vielfalt, eine niedrigere Wasserrückhaltekapazität und ein verringerter Abbau von Schadstoffen.

Die Verschlechterung der Bodenqualität wirkt sich direkt auf die Qualität von Wasser und Luft, die biologische Vielfalt und den Klimawandel aus. Dies kann die Gesundheit der Bevölkerung beeinträchtigen sowie die Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln bedrohen. Der Schutz des Bodens wird daher immer wichtiger.

Fortschritte beim Bodenschutz

Das Bundeskabinett hat nach 2002, 2009 und 2013 nun den vierten Bodenschutzbericht der Bundesregierung verabschiedet. Der Text stellt die seit 2013 erzielten Fortschritte beim Bodenschutz im nationalen und internationalen Bereich dar. Besonders wichtig ist dabei ein nachhaltiger Umgang mit der natürlichen Ressource Boden. Nur so wird es dauerhaft möglich sein, gesunde, funktionsfähige Böden auch für künftige Generationen als Lebensgrundlage zu erhalten.

"Flächenrecycling" zur Bebauung

So ist zum Beispiel das sogenannte "Flächenrecycling" der Versuch, vorbelastete Flächen wieder so herzurichten, dass sie für eine Bebauung nutzbar sind. So ist es möglich, Maßnahmen auf der "grünen Wiese" zu vermeiden.

Mit der Berichterstattung über den Bodenschutz folgt die Bundesregierung dem Beschluss des Deutschen Bundestages zur "Grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zur Stärkung des Schutzes der Böden" (Drucksache 14/2567 i. d. F. Drucksache 14/3711) vom 26. Oktober 2000.
Dieser Beschluss fordert die Bundesregierung unter anderem auf,
- die Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit und der verantwortlichen Akteure über die Bedeutung und die zunehmenden Gefährdungen der Böden zu intensivieren, um auf allen Ebenen schnellstmöglich den nachhaltigen Umgang mit der natürlichen Ressource Boden zu erreichen, und
- einmal pro Legislaturperiode, erstmals spätestens im ersten Quartal des Jahres 2002, einen Bericht über die erzielten Fortschritte im Bereich des Bodenschutzes dem Deutschen Bundestag vorzulegen.

Nachhaltiger Bodenschutz als Ziel

Der Bericht beschreibt die globalen Entwicklungen im Bereich Bodenschutz und Bodennutzung. Neben den Ergebnissen der Rio+20-Konferenz sind darin die Themen Wüstenbildung, Klimawandel und Biodiversität berücksichtigt. Des Weiteren erläutert der Bericht auch die Europäische Bodenschutzstrategie, die Industrie-Emissionen-Richtlinie (IED) und die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union. Der Bodenschutz ist auch ein Themenfeld in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Boden - eine essentielle Ressource
Weltweit sind die Nutzungsansprüche an den Boden gestiegen. Wüstenbildung und Verschmutzung der Böden haben zugenommen. Böden sind jedoch lebenswichtig und eine essentielle, aber nur nur bedingt erneuerbare Ressource. Bodenschutz ist daher notwendig, denn ein durchschnittlicher Europäer benötigt derzeit etwa 1,3 Hektar Boden für die Herstellung der von ihm konsumierten Produkte. Fast 60 Prozent dieser Flächen liegen außerhalb der EU.

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