Gemeinsam nachhaltig wirtschaften

Green Economy-Konferenz in Berlin Gemeinsam nachhaltig wirtschaften

Klimaschutz und Nachhaltigkeit seien ein lohnendes Modernisierungsprogramm für Volkswirtschaften, so Bundesumweltministerin Hendricks auf der PAGE-Ministerkonferenz in Berlin. Mehr Wachstum, Beschäftigung, Bildung und soziale Gerechtigkeit seien für die politische Stabilität weltweit nützlich.

Windräder im Offshore-Windpark 'Baltic 2' in der Ostsee vor der Insel Rügen.

Nachhaltigkeit in Klima- und Umweltvorhaben gewinnt auch für das globale Wirtschaften zunehmend an Bedeutung.

Foto: picture-alliance/ZB/Jens Büttner

Menschliches Wohlergehen und Wohlstand sowie Frieden und Sicherheit seien nur erreichbar, wenn sich die globale Wirtschaftsweise grundlegend verändere. Das sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auf der PAGE-Konferenz des Aktionsbündnisses der Vereinten Nationen für nachhaltiges Wirtschaften in Berlin.

Die PAGE-Ministerkonferenz fand am 26. und 27. März in Berlin statt. Mehr als 300 Führungskräfte aus Regierungen, Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft, Medien und der Öffentlichkeit debattierten darüber, wie sich Volkswirtschaften und Finanzmärkte nachhaltiger entwickeln können.

Innerhalb der ökologischen Grenzen handeln

Alle müssten Hendricks zufolge lernen, innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen der Erde zu wirtschaften und nicht länger über den Verhältnissen zu leben. Auch sei es nötig, dass von der Wirtschaft alle Menschen profitieren.

"Auch wenn die Schlagzeilen der Weltpolitik manchmal einen anderen Eindruck vermitteln, denke ich, dass etwas in Bewegung geraten ist, was sehr positiv ist", so Hendricks. Einen Gesinnungswandel erkenne sie zum Beispiel darin, dass das Pariser Klimaschutzabkommen bereits innerhalb weniger Monate in Kraft getreten ist. Auch seien nur neun Monate nach der Verabschiedung der Agenda 2030 schon 44 Staaten bereit gewesen, darüber zu berichten, wie sie die Agenda umsetzen wollten.

Rückenwind durch den G20-Gipfel

Vom bevorstehenden G20-Gipfel in Hamburg solle ein starkes Signal zur weiteren Umsetzung der Agenda 2030 ausgehen, betonte Hendricks. Darüber hinaus solle der Gipfel einen Klima- und Energieaktionsplan der G20 beschließen.

Die Ministerin forderte von allen G20-Staaten, hierzu bereits vor dem Jahr 2020 Langfriststrategien vorzulegen. Auch müssten sich diejenigen, die über die globalen Finanzflüsse entscheiden, an den Klimazielen des Paris-Abkommens ausrichten. Das gelte vor allem mit Blick auf nachhaltige Investitionen in Infrastrukturvorhaben.

Wie der Privatsektor in nachhaltige, "grüne" Projekte investieren könne, zeigten erste Empfehlungen auf. So ginge es etwa um gemeinsame Standards für "Green Bonds", aber auch um eine größere Offenheit der Finanzwelt für Klima- und Umweltvorhaben, erklärte Hendricks. Teilweise gebe es bereits solch ein privates Engagement: So lenkten Private nicht nur immer häufiger ihre Gelder hin zu den "Green Bonds". Sie seien zunehmend auch innovativ im "grünen" Lösen von Problemen.

Transparent zum besseren Ruf

Investoren, Unternehmen sowie aufgeklärte Verbraucherinnen und Verbraucher verlangten zu Recht mehr Informationen, sagte Hendricks. Das gelte von der Beachtung von Menschenrechten in der Lieferkette bis hin zur Korruptionsvorsorge und der Achtung von Arbeitnehmerbelangen.

Unternehmen, die in diesen Bereich über das gesetzliche Maß hinaus transparent seien, verschafften sich dadurch auch Wettbewerbsvorteile und Reputation, zeigte sich Hendricks überzeugt. Die Bundesregierung wolle diese Dynamik fördern:

• Deutschland habe deshalb gemeinsam mit Marokko die "NDC-Partnerschaft", ein Forum für den wichtigen Nord-Süd-Süd-Austausch, ins Leben gerufen. Damit wolle die Bundesregierung gezielt Schwellen- und Entwicklungsländer beim Klimaschutz unterstützen.

• Auch habe die Bundesregierung das transnationale Netzwerk "Partners for Review" gestartet. Dessen Mission ist es, der Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele besonderen Schub zu verleihen.

• Nicht zuletzt fördere die Bundesregierung die Arbeit von PAGE mit weiteren zwei Millionen Euro. Sie unterstütze damit PAGE als einem der zentralen Akteure für den Strukturwandel hin zu sozial- und umweltverträglichem Wachstum.