Hilfsprogramm für Frauen

"Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen"

Frauen, die Gewalt erleben, sollen schnelle Hilfe und Unterstützung finden. Jedoch gibt es im Hilfesystem noch Lücken sowie regionale Unterschiede. Mit dem Investitionsprogramm "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" will der Bund Hilfestrukturen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, ausbauen.

Junge Frau sitzt ängstlich auf dem Boden und fühlt sich bedroht von einer Person im Vordergrund.

Ein besserer Schutz von Frauen gegen Gewalt - dafür setzt sich die Bundesregierung ein.

Foto: Ute Grabowsky/photothek.net

"Jede Frau in einer Notsituation muss schnelle Hilfe und Unterstützung bekommen", sagt Bundesfrauenministerin Franziska Giffey bei der Vorstellung des Programms "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen". Bund, Länder und Kommunen seien dabei gemeinsamen in der Verantwortung.

So will der Bund in den Jahren 2020 bis 2023 mit 30 Millionen Euro jährlich den Aus-, Um- und Neubau sowie die Sanierung von Frauenhäusern und Fachberatungsstellen fördern. Insgesamt stellt der Bund damit 120 Millionen Euro für eine bessere Aufstellung der Hilfestrukturen für Frauen bereit, die von Gewalt betroffen sind.

Runder Tisch gegen Gewalt an Frauen

Nach der Vorstellung der Details zur Umsetzung des Investitionsprogramms nutzte Ministerin Giffey die Sitzung des "Runden Tisches" von Bund, Ländern und Kommunen gegen Gewalt an Frauen außerdem zu Beratungen dieser Details mit den Ländern und Kommunen.

Der "Runde Tisch gegen Gewalt an Frauen" hat im September 2018 seine Arbeit aufgenommen. Vertreten sind der Bund, die 16 Bundesländer und die kommunalen Spitzenverbände. Die Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen ist wichtig, um die Finanzhilfen und die Unterstützung vor Ort besser abstimmen zu können. Der "Runde Tisch" ist auch im Koalitionsvertrag verankert.

Umsetzung des Bundesprogramms beschlossen

Ziel des Investitionsprogramms ist es, Hilfseinrichtungen besser zugänglich zu machen. Das gilt insbesondere für Zielgruppen, die es bislang schwer haben, Schutz und Hilfe zu bekommen. Zum Beispiel soll mit den Bundesmitteln der barrierefreie Ausbau von Frauenhäusern gefördert werden.

Darüber hinaus sollen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, und ihre Kinder neue räumliche Kapazitäten und innovative Wohnformen geschaffen werden.

"120 Millionen Euro sind ein wichtiger Impuls, um Frauenhäuser und Beratungsstellen besser aufzustellen", betont Giffey. "Unser Ziel erreichen wir aber nur zusammen. Die Länder und Kommunen wissen, wo welche Ausbau-Maßnahmen sinnvoll sind und können sicherstellen, dass die Investitionen nachhaltig sind."

Jedes Jahr finden mehr als 34.000 von Gewalt betroffene Frauen mit ihren Kindern Zuflucht in einem der rund 350 Frauenhäuser oder einer der 100 Schutz- oder Zufluchtswohnungen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile mehr als 600 Fachberatungsstellen. Doch vielerorts reicht das Angebot noch nicht aus. Das bundesweite Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen bietet unter der Telefonnummer 0 8000 116 016 rund um die Uhr, anonym und in 18 Sprachen Beratung an.

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