Gedächtnis des Ersten Weltkriegs

Neues Internetportal Gedächtnis des Ersten Weltkriegs

Kriegstagebücher, Briefe aus dem Feld, historische Filmdokumente – 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs lassen Quellen wie diese die Geschichte dieses Krieges anschaulich werden. Über das Onlineportal "Europeana 1914 - 1918" sind sie jetzt digital verfügbar.

Walter Trier: Karte von Europa im Jahre 1914.Die von Walter Trier (1890-1951) gezeichnete satirische Karte Europas erschien 1914 zusammen mit dem Neudruck einer "Karte von Europa im Jahre 1870" des französischen Karikaturisten Paul Hadol (1835-1875). …

Europa im Jahr 1914. Karte des Zeichners und Illustrators Walter Trier.

Foto: Staatsbibliothek zu Berlin - PK / Fotostelle

Das neue Portal "Europeana 1914-1918" ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt: An ihm sind nicht nur Institutionen, sondern auch Privatpersonen aus 20 Ländern beteiligt. Koordiniert wurde es von der Staatsbibliothek Berlin.

"Unter den zahlreichen Projekten, die die Bundesregierung zum Gedenkjahr 2014 initiiert und finanziert, ragt dieses digitale Projekt durch seine internationale, grenzüberschreitende Dimension heraus", erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum Start des neuen Portals. Es illustriere eindrucksvoll, wie die einstige Zerrissenheit Europas heute in Zusammenarbeit münde, so Grütters weiter.

Über 500.000 Objekte online

Herbert Rikli: Hurra! : ein Kriegs-Bilderbuch. - Stuttgart : Loewe, [1915]. - 23 S.Die Helden dieses Kinderbuchs sind der deutsche Junge "klein Willi" und sein österreichischer Freund "Franzl". Ihre "Abenteuer" bestehen darin, dass sie Franzosen, …

Kriegsbilderbuch für Kinder

Foto: Staatsbibliothek zu Berlin - PK

Tatsächlich haben zu diesem Projekt Menschen aus ganz Europa beigetragen. Familien von Kriegsteilnehmern haben unter anderem Briefe, Fotos, Tagebücher beigesteuert – insgesamt rund 90.000 persönliche Dokumente und Erinnerungsstücke.

Bibliotheken und Archive haben ihre Bestände durchsucht und etwa 400.000 Dokumente zur Verfügung gestellt. Dazu kommen rund 660 Stunden Filmmaterial, Plakate und Fotos aus über 20 Filmarchiven.

Zusammen gekommen sind über 500.000 Objekte, die von Nationalbibliotheken in acht Ländern digitalisiert wurden. Und es sollen noch mehr werden, wie auf der Startseite des Portals zu lesen ist.

Beitrag zum gegenseitigen Verständnis

Ein Schatz an Quellen, der nicht nur Historikern, sondern allen Interessierten neue Einblicke in die Geschichte des Ersten Weltkrieg verspricht. Vor allem durch die Vielfalt der Objekte wird die Lebenswirklichkeit an der Front ebenso anschaulich wie der Kriegsalltag der Menschen zu Hause.

"Das Europeana Projekt wird unseren Blick auf die Zeit verändern – und damit einen großartigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis in Europa leisten – über die Gräben der Geschichte hinweg", ist Monika Grütters überzeugt.

Die Europeana ist die europäische Online-Bibliothek. Das virtuelle Bibliotheksportal eröffnet in mehreren Sprachen den Zugang zu Büchern, Landkarten, Filmen sowie Museumsobjekten und Archivalien.

Inzwischen enthält die Europeana mehr als 30 Millionen digitalisierter Objekte. Damit stellt sie ein einzigartiges Instrument zur Vermittlung von Kultur dar.

Die Bundesregierung gehört zu den Mitinitiatoren. Den wesentlichen deutschen Beitrag zur Europeana bildet die Deutsche Digitale Bibliothek, die sich derzeit noch im Aufbau befindet und noch in diesem Jahr komplett mit der Europeana vernetzt werden soll.

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