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G7-Wirtschaftsverbände im Kanzleramt

Für weltweit hohe Standards

Sie freue sich, dass die Wirtschaft die OECD-Standards für verantwortungsvolles Handeln weltweit einhalten wolle, so die Kanzlerin. Vor dem G7-Gipfel hatte sie sich mit Wirtschaftsvertretern der G7-Staaten über soziale und ökologische Grundsätze im Welthandel ausgetauscht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter der G7-Staaten den Kabinettsaal.

Merkel trifft die Wirtschaftsvertreter in Vorbereitung der deutschen G7-Präsidentschaft.

Foto: Bundesregierung/Steins

"Wir teilen grundlegende Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Achtung der Menschenrechte, Freiheit und Offenheit unserer Gesellschaften sowie das Vertrauen in die Marktwirtschaft," fasste Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverband Deutscher Industrien (BDI), die Grundsätze der B7 zusammen. Auf dieser Grundlage müsse die globale Agenda vorangetrieben werden.

Bundeskanzlerin nimmt Empfehlungen entgegen

"Industrielle Innovation für eine nachhaltige Welt" lautet der Titel des 21-seitigen Papiers, das die B7-Vertreter Bundeskanzlerin Angela Merkel übergaben.

Das Papier enthält Empfehlungen zu Themen wie die Nachhaltigkeit globaler Lieferketten, Energie- und Klimapolitik, effiziente Nutzung von Ressourcen sowie Gesundheitspolitik. Dies waren auch die wesentlichen Themen über die sich die Teilnehmer mit der Bundeskanzlerin austauschten.

Wirtschaft, Klima und Gesundheit

Die sieben Wirtschaftsverbände stehen geschlossen hinter den Freihandelsabkommen. Laut Grillo werden die Freihandelsabkommen für alle Beteiligten große Vorteile bringen. Derzeit würden im transatlantischen Handel jährlich noch Zölle von zehn Milliarden US-Dollar erhobenen. Diese könnten beispielsweise abgebaut werden.

Einigkeit herrscht auch über die möglichst baldige Umsetzung des WTO-Abkommens zu Handelserleichterungen. "Ich freue mich, dass sich die B7-Industrievereinigungen dafür ausgesprochen haben, die OECD-Standards weltweit einzuhalten. Das ist ein Thema, das uns sehr beschäftigt", bestätigte die Bundeskanzlerin.

Die OECD-Standards umfassen einen Katalog von Themen, die verantwortungsvolles unternehmerisches Verhalten (Corporate Social Responsibility) beschreiben. Die Standard werden überall dort angewandt, wo multinationale Unternehmen tätig sind. Die Leitsätze sind ein wichtiges Instrument zur Gestaltung der Globalisierung.

Die Diskussion über sichere, bezahlbare und saubere Energie gehöre auf die globale Agenda, betonten die Bundeskanzlerin und der BDI-Präsident in der gemeinsamen Pressekonferenz. Die Forderung nach Wettbewerbsgleichheit dürfe nicht nur national und nicht nur europäisch geführt werden. Alle Parteien müssten "vergleichbare, ehrgeizige und überprüfbare Beiträge" leisten.

Die Bundeskanzlerin würdigte die Bereitschaft der B7-Vertreter, den UN-Klimagipfel Ende des Jahres in Paris positiv und engagiert zu begleiten. Weltweit gleiche Rahmenbedingungen zu schaffen, sei "die beste Wettbewerbssituation für die Weltwirtschaft".

Merkel und Grillo bekannten sich auch zum "Vision Zero Fund". Ein neuer Versicherungsfonds, der Betroffenen und ihre Familien nach Arbeitsunfällen unterstützen soll. Zudem wird er durch Verbesserungen im Arbeitsschutz und innerbetrieblicher Sicherheitsorganisation dafür sorgen, dass die Zahl der Arbeitsunfälle sinkt. Die Bundeskanzlerin begrüßte, dass sich die B7-Vertreter weltweit dafür einsetzen werden.