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Klimaschutz

Fortschritte vor der UN-Klimakonferenz

China werde eine positive Rolle bei der Weltklimakonferenz in Paris spielen, ist Umweltministerin Hendricks überzeugt. Das Land habe ein klares Interesse, im Klimaschutz besser zu werden, sagte sie in Peking. Die EU hat inzwischen Entwicklungsländern Finanzhilfen beim Klimaschutz zugesagt.

"Ich habe aus meinen Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass China in Paris nicht als Blockierer auftreten wird", erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Sie hielt sich drei Tage lang zu politischen Gesprächen in Peking auf. Im Mittelpunkt der Reise stand das Jahrestreffen des Umwelt- und Entwicklungsbeirats des chinesischen Staatsrats (China Council on International Cooperation on Environment and Development), dessen internationale Vizevorsitzende Hendricks ist.

Dass die CO2-Emissionen des Landes spätestens ab 2030 abnehmen sollen, wertete die Ministerin ebenfalls positiv. China mache keine Zusagen, die international nicht eingehalten werden könnten, sagte sie: "Wenn sie 2030 sagen, meinen sie eigentlich früher."

China werde sich in Paris für einen Kontrollmechanismus einsetzen, der sicherstellt, dass die vereinbarten Ziele alle fünf Jahre geprüft werden. Hendricks äußerte zudem die Hoffnung, dass China auf der Klimakonferenz eine Vermittlerrolle zwischen Industrie- und Entwicklungsländern einnehmen werde.

Bei der UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris verhandeln rund 190 Staaten über einen Vertrag zur Verringerung der weltweiten Treibhausgas-Emissionen. Ziel ist eine Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit. Inzwischen haben 158 Länder den Vereinten Nationen gemeldet, was sie gegen den Klimaschutz tun wollen. Die von den Staaten eingereichten Klimaziele reichen jedoch laut UN-Angaben nur für eine Begrenzung von 2,7 Grad.

Die Entwicklungsländer sind von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen. "Klar ist, dass es riesige Dürregebiete und überflutete Landstriche geben wird, wenn wir den Klimawandel nicht auf ein beherrschbares Maß begrenzen", sagte Hendricks dem Magazin "Focus". Das berge die Gefahr einer neuen Flüchtlingswelle. 

Finanzhilfe für Entwicklungsländer 

"Es ist richtig und wichtig, dass wir zum ersten Mal einen weltweiten Klimaausgleich geschaffen haben, der den Entwicklungsländern hilft, sich vor steigenden Meeresspiegeln, lang anhaltenden Dürren oder Überschwemmungen zu schützen", schrieb Bundesentwicklungsminister Gerd Müller Ende Oktober in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt".

Um ihnen beim Klimaschutz zu helfen, will die EU mehr Geld mobilisieren. Darauf haben sich die EU-Finanzminister in Brüssel geeinigt. "Die EU ist bereit, weiter ihren Beitrag zu leisten als der weltgrößte Geber der Klimafinanzierung", kommentierte EU-Klimakommissar Miguel Arias Canete die Entscheidung.

Der Vizepräsident der EU-Kommission Valdis Dombrovits erklärte dazu: "Die EU kann das nicht alleine erledigen, andere globale Akteure müssen ihren angemessenen Anteil beitragen."

Aussichten positiv bewertet

Der französische Außenminister Laurent Fabius bewertete die Aussichten für die Pariser Klimakonferenz nach Abschluss des gestrigen Vorbereitungstreffens positiv. In einigen Bereichen habe es Fortschritte gegeben. So sollten nationale Ziele künftig alle fünf Jahre abgeglichen werden. Einen Rückschritt einzelner Länder auf geringere Klimaziele solle es nicht geben.

Wenn es möglich sein sollte, werde auch über die Marke von 1,5 Grad diskutiert. Fabius wies darauf hin, dass bereits eine Erwärmung von zwei Grad "deutliche Folgen" haben werde. Deswegen seien langfristig weitere Ziele notwendig.

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