Umweltbundesamt (UBA)

Forschung zum Schutz unserer Umwelt

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Lärm haben dazu geführt, dass auf vielen Hauptstraßen ab 22 Uhr nur mit Tempo 30 gefahren werden darf. Das Umweltbundesamt hat diese Einschränkung empfohlen, um die Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner zu schützen.

30 mph in the city in the night. Schild, Tempo, Lärmschutz, Lärm

Das Umweltbundesamt gibt der Politik Empfehlungen ab - zum Beispiel zum Lärmschutz.

Foto: mauritius images/Zoonar GmbH/Alamy

Lärm kann krank machen. Das ist nicht nur eine Behauptung, sondern eine wissenschaftlich erwiesene Tatsache. Natürlich wird nicht jeder krank, der an einer lauten Straße wohnt. Statistisch belegt ist aber, dass Personen, die Lärm ausgesetzt sind, häufiger an Gehörschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlafstörungen bis hin zu Depressionen leiden. Die Kinder in lärmbelasteten Schulen lernen schlechter lesen und können sich schlechter konzentrieren. Hinzu kommt, dass sich viele Menschen durch Lärm stark belästigt fühlen, was sich auf das Wohlbefinden auswirkt.

Deutschland - Nordrhein-Westfalen - Essen: Schallschutzwand zur Autobahn A40, die nahe an Wohnhäusern vorbeifuehrt

Schallschutzwände reichen oft nicht aus.

Foto: ullstein bild

Empfehlungen für die Politik

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Umweltbundesamtes (UBA) leiten aus ihren Erkenntnissen Vorschläge für die Politik ab, so die nächtliche Geschwindigkeitsbeschränkung. Andere Beispiele sind Empfehlungen für Flugrouten an Flughäfen, für eingeschränkte Startzeiten für laute Flugzeuge, für Schallschutzmaßnahmen an Schienenwegen oder für erhöhte Trassenpreise für laute Güterzüge. Solche Empfehlungen setzt die Politik dann in konkrete Maßnahmen oder Verordnungen um. Diese beziehen sich nicht nur auf den Verkehr, sondern auch auf laute Geräte wie Laubbläser oder Rasenmäher.

Allerdings ist Lärm nicht gleich Lärm und die Belastung durch mehrere Lärmquellen nicht unbedingt einfach die Summe daraus. Das UBA befasst sich daher aktuell mit der Frage, wie kombinierte Lärmquellen wirken. Es ist übrigens ein Auftrag aus dem Koalitionsvertrag, dass "der Gesamtlärm als Grundlage für Lärmschutzmaßnahmen herangezogen werden muss". Derzeit wird an einem Modell für die Bewertung von Gesamtlärm gearbeitet, da dieser andere gesundheitliche Auswirkungen haben kann als Lärm aus nur einer Quelle. Zu dem Vorhaben gehören dann auch Empfehlungen für gesetzgeberische Maßnahmen und Fragen der Kosten geeigneter Lärmschutzmaßnahmen.

UBA-Hauptgebäude in Dessau

UBA-Hauptgebäude in Dessau.

Foto: Martin Stallmann / Umweltbundesamt

Umweltthemen früh aufgreifen

Das Projekt ist ein gutes Beispiel für die Aufgaben des UBA, das zunächst Themen in der Forschung aufgreift, die bisher von der Politik noch nicht wahrgenommen wurden. Als Beispiel nennt Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des UBA, das Thema Asbest, dessen sich das UBA schon sehr früh annahm. Erst viel später führten die festgestellten gesundheitlichen Risiken zu gesetzgeberischen Maßnahmen.

UBA

Interview Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamtes

Das UBA ist Deutschlands zentrale Umweltbehörde, die sich um eine gesunde Umwelt kümmert, in der Menschen so weit wie möglich vor schädlichen Umwelteinwirkungen, wie Schadstoffen in Luft oder Wasser, geschützt leben können. Die Themen reichen von der Abfallvermeidung über den Klimaschutz bis zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Das UBA erhebt Daten über den Zustand der Umwelt, erforscht Zusammenhänge und gibt Prognosen für die Zukunft ab.

Labor für Wasserforschung

Labor für Wasserforschung.

Foto: Helen Kraushaar / Umweltbundesamt

Zu den Forschungsarbeiten gehören auch experimentelle Forschungen zum Wasserkreislauf, die überwiegend am Berliner Standort durchgeführt werden. Hier kann ganz genau untersucht werden, welche Wirkungen Chemikalien und Mikroorganismen im Wasser haben, wie sie abgebaut werden und welche Risiken für Mensch und Natur damit verbunden sind.

Immer mehr Elektroschrott

Ein Wohlstandproblem sind die Berge von weggeworfenen Elektro- und Elektronikgeräten. Immer kürzer werdende Nutzungsdauern solcher Geräte sind aus ökologischen Gründen nicht akzeptabel. Deshalb analysierten Forscherinnen und Forscher des UBA die Gründe für den Neukauf und die Nutzungsdauer verschiedener Geräte.

Deutschland, Burgstädt, Ein Prüfinstitut in Sachsen testet im Auftrag der Stiftung Warentest Geräte. Hier ein Aufbau für den Saugtest von Staubsaugern.

Staubsauger im Test.

Foto: Amin Akhtar/laif

Tatsächlich sind die Nutzungsdauern bei fast allen Geräten niedriger als vor zehn Jahren. Die Gründe dafür sind aber vielfältig. Die wichtigsten Gründe sind natürlich ein Defekt und die zu hohen Reparaturkosten. Tatsächlich werden aber zunehmend noch funktionsfähige Geräte ersetzt. Verbraucher argumentieren damit, dass sie ein sparsameres oder besseres Gerät haben wollten. Dies gilt vor allem für Smartphones, bei denen schnell wachsende neue Möglichkeiten das Bedürfnis wecken, das neueste Gerät zu besitzen.

Ziel des UBA ist es, bei Elektrogeräten wie etwa Waschmaschinen den Verkauf langlebiger Geräte zu fördern, denn ihre Ökobilanz ist besser als die von kurzlebigen und daher häufiger neu gekauften Maschinen. Aber wie lange lebt ein Gerät, beispielsweise ein Staubsauger? Erreichen lässt sich dies nur durch Informationen. So könnten Hersteller langlebiger Maschinen Garantien für die Nutzungsdauer geben und somit Verbraucher animieren, etwas mehr Geld auszugeben. Das UBA muss für die Ableitung von Politikempfehlungen genau abwägen, wo Informationen und Empfehlungen an die Wirtschaft ausreichen und wo gesetzgeberische Maßnahmen wie Mindestanforderungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Reparatur zweckmäßig sind.

Das Umweltbundesamt ist eine selbstständige Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Neben Forschungsarbeiten vollzieht es Umweltgesetze und setzt sie also in der Praxis um. Das UBA versteht sich als ein Frühwarnsystem, das mögliche zukünftige Beeinträchtigungen des Menschen und der Umwelt rechtzeitig erkennt, bewertet und praktikable Lösungen vorschlägt. Es ist Partner und Kontaktstelle Deutschlands zu zahlreichen internationalen Einrichtungen, wie etwa der Weltgesundheitsorganisation. Im UBA arbeiten Expertinnen und Experten aus allen Bereichen des Umweltschutzes, zum Beispiel aus der Biologie und Chemie, aber auch der Ökonomie sowie den Rechts- und Ingenieurwissenschaften. Insgesamt hat das UBA rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 13 Standorten, davon sieben Messstellen des eigenen Luftmessnetzes.

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