EZB-Anleihenprogramm in Milliardenhöhe

Fragen und Antworten EZB-Anleihenprogramm in Milliardenhöhe

"Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen", twitterte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Lagarde. Damit blickt sie auf das neue Anleihenprogramm PEPP im Umfang von 750 Milliarden Euro, das die EZB im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise beschlossen hat. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Zwei Türme und im Vordergrund ein Schild

Die Europäische Zentralbank hat im Kampf gegen wirtschaftliche Folgen durch das Coronavirus ein neues Anleihenprogramm beschlossen.

Foto: imago images/sepp spiegl

Was ist der Zweck des Programms?

Mit neuem Geld für die Märkte will die Europäische Zentralbank (EZB) die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise bekämpfen.

Was beinhaltet das Programm?

Bei dem Programm handelt es sich um Anleihenkäufe in allen Wertpapierkategorien, die im Programm für Anleihenkäufe bereits zugelassen sind und von Ländern erworben werden können. Die EZB will auch Konzernobligationen außerhalb des Finanzsektors kaufen. Alle Anleihen von Unternehmen mit ausreichender Kreditqualität kommen in Frage.

Wer profitiert von dem Programm?

Damit Familien, Firmen, Banken und Regierungen die Corona-Krise bekämpfen können, sollen alle Sektoren von den günstigen Finanzierungskonditionen profitieren. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lobte PEPP als weitreichende Maßnahme mit dem Ziel, das Vertrauen der Finanzmärkte in der Krise zu stärken.

Wieviel Geld steht zur Verfügung?

Für das Anleihenprogramm stehen insgesamt 750 Milliarden Euro zur Verfügung – wenn nötig, wird diese Summe aufgestockt. "Die EZB ist entschlossen, das volle Potenzial ihrer Werkzeuge auszunutzen", kommentierte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Wie ist der Zeitrahmen?

Zunächst sind die Anleihenkäufe bis Ende 2020 möglich. Bei Bedarf kann dieser Zeitrahmen auch darüber hinaus gehen. Das Programm wird erst beendet, wenn der Rat der EZB die Krise für bewältigt hält.

Wieviele Anleihen dürfen von den Ländern erworben werden?

Die Anzahl der Anleihenkäufe soll sich am Kapitalschlüssel der EZB orientieren. Der Schlüssel entspricht den Anteilen, die die Zentralbanken der Eurostaaten am EZB-Kapital haben.

Wie verhält es sich mit Staatsschulden?

Die EZB kann im Rahmen des Anleihensprogramms PEPP auch Griechenlands Staatsschulden aufkaufen.

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