Exotischen Stechmücken auf der Spur

Infektionsgefahren vorbeugen Exotischen Stechmücken auf der Spur

In Freiburg haben Forscher im Juli Exemplare der Asiatischen Tigermücke entdeckt. Stiche von solchen Mücken können Menschen krank machen. Am 8. September werden sich Bund und Länder mit Experten besprechen, wie sie dagegen vorgehen wollen.

Weltweit sind etwa 3.500 Stechmückenarten bekannt. In Deutschland konnten bisher etwa 50 Arten nachgewiesen werden. Doch durch die Globalisierung und den Klimawandel siedeln sich immer mehr nicht-heimische Mückenarten hierzulande an.

Bei einem Treffen am 8. September beraten Vertreter von Bund und Ländern mit Experten des Friedrich-Löffler-Institutes über die Gefährdung durch exotische Stechmücken für Mensch und Tier. Dabei wollen sie Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen erörtern.

Eier, Larven, Puppen und ausgewachsene Exemplare

Der Fund in Freiburg bestand aus Eiern, Larven, Puppen und ausgewachsenen Exemplaren der Asiatischen Tigermücke. An gleicher Stelle hatten die Forscher ein knappes Jahr zuvor entdeckt, dass sich diese invasive Stechmückenart in Deutschland bereits vermehrt hat. Die neuen Funde deuten also darauf hin, dass die Asiatische Tigermücke hier erfolgreich überwintert hat. Untersuchungen dazu laufen.

Weibliche Stechmücken nehmen Krankheitserreger über das Blut von Wirbeltieren auf. Sie infizieren sich. Durch die Speichelflüssigkeit übertragen sie die Erreger auf Mensch oder Tier.

Mehr wissen über Mücken

Hierzulande kursierten in den vergangenen Jahren keine stechmücken-übertragenen Krankheiten mehr. Wissenschaftler beobachteten jedoch eine interkontinentale Verschleppung – sei es durch Warenhandel oder durch bereits infizierte Reisende.

Zahlreiche tropische Mückenarten sind bereits erforscht. So ist etwa bekannt, dass Stechmücken der Gattung Anopheles Krankheiten wie Malaria verbreiten. Über heimische und heimisch gewordene Arten weiß man bislang hingegen wenig. Das soll sich nun ändern.

Aktuelle Stechmücken-assoziierte Krankheiten in Europa
2007:                    Chikungunya-Fieber: Epidemie in Norditalien
2010:                    Chikungunya-Fieber: Fälle in Südfrankreich
2010:                    Dengue-Fieber: Fälle in Südfrankreich; zwei Fälle in Kroatien
2010-12:              West-Nil-Fieber: Epidemie in Griechenland
2011/12:              Malaria: Fälle in Griechenland
2012:                    Dengue-Fieber: Epidemie auf Madeira (Portugal)

Das Stechmücken-Monitoring

Das Friedrich-Löffler-Institut untersucht nun, welche Mückenarten wann und wo in Deutschland vorkommen. Zusammen mit fünf anderen Forschungsinstitutionen fangen sie an 148 Standorten Stechmücken ein.

Den "Mückenatlas" haben sie zusammen mit dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung erstellt. Ziel ist es, Gefahren und Infektionsrisiken schneller zu erkennen und vorzubeugen.

Mückenjäger werden
Auch Bürgerinnen und Bürger können zu "Mückenjägern" werden, indem sie die Insekten einfangen und an das Friedrich-Löffler-Institut senden. Experten untersuchen die Mücken und bestimmen die Art. In eine Sammlerkarte, die auf der Webseite von "Mückenatlas" erscheint, tragen sie den Fangort ein.

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