Abkommen mit Mercosur und Vietnam

EU stärkt Freihandel

Erneut setzt die EU ein starkes Zeichen für einen offenen und fairen Welthandel. Sie hat zwei neue Handelsabkommen geschlossen - mit der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur und mit Vietnam.

Container im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven.

Container im Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven: Die Abkommen tragen auch zur nachhaltigen Entwicklung bei.

Foto: picture alliance / Ingo Wagner

Beide Abkommen stehen für hohe Umwelt- und Sozialstandards. Sie bieten Unternehmen, Beschäftigten und Verbrauchern große Chancen auf den Märkten. 

EU und Mercosur: Größte Freihandelszone der Welt

Das Abkommen mit der südamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Mercosur erleichtert den Zugang zu einem Markt mit einer Bevölkerung von insgesamt 780 Millionen Menschen - und zwar in den Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Mehr als 90 Prozent der bestehenden Zölle sollen zwischen den beiden Wirtschaftsräumen schrittweise entfallen. Europäische Unternehmen können dadurch jedes Jahr rund vier Milliarden Euro an Zöllen einsparen. Deutsche Unternehmen aus der Automobil- und Maschinenbauindustrie sowie die deutsche Landwirtschaft profitieren damit von einem der umfangreichsten Handelsabkommen der EU.

Ein eigenes Kapitel zur nachhaltigen Entwicklung regelt das gemeinsame Eintreten für wichtige Ziele: die nachhaltige Bewirtschaftung und Erhaltung der Wälder, die Achtung der Arbeitnehmerrechte und die Förderung eines verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns. Die EU und der Zusammenschluss Mercosur bekennen sich ausdrücklich zum Klimaschutzabkommen von Paris und verpflichten sich dazu, es wirksam umzusetzen.

Die Abkürzung Mercosur steht für Spanisch "Mercado Común del Sur"  und bedeutet "Gemeinsamer Markt des Südens". Es handelt sich um einen regionalen Zusammenschluss der südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Der gemeinsame südamerikanische Markt wurde 1992 gegründet und fördert die regionale Integration durch politische, soziale und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Als assoziierte Mitglieder gelten Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien und Peru. Der Handel zwischen der EU und Mercosur umfasste im Jahr 2018 ein Volumen von 88 Milliarden Euro.

Vietnam - wichtiger EU-Handelspartner

Auch mit Vietnam hat die EU ein Freihandels- und Investitionsabkommen geschlossen. Es soll in den kommenden Jahren 99 Prozent der Zölle überflüssig machen. Vietnam bietet als stark wachsender Markt enormes Potenzial für europäische Produkte und Dienstleistungen. Das Abkommen ermöglicht den Zugang und erleichtert deutschen Unternehmen Investitionen vor Ort.

Neben dem wirtschaftlichen Nutzen soll das Abkommen auch nachhaltige Entwicklungen in Vietnam und der EU fördern. Die Handelspartner haben sich deshalb auf ehrgeizige Regeln und hohe Standards geeinigt -  etwa beim Klimaschutz und bei Arbeitnehmerrechten.

Das deutsch-vietnamesische Handelsvolumen betrug im vergangenen Jahr 13,8 Milliarden Euro, davon entfielen 9,7 Milliarden Euro auf Importe aus Vietnam und 4,1 Milliarden Euro auf deutsche Exporte nach Vietnam.

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