Bundesminister Müller in Ostafrika

Ernährung sichern, Fluchtursachen bekämpfen

Die Bundesregierung will die Hilfen für die Flüchtlingslager in Kenia auf elf Millionen Euro aufstocken. Damit sollen vor allem Rückkehrer-Programme sowie Initiativen zur Ernährungssicherung finanziert werden, erklärte Entwicklungsminister Müller nach seinem Besuch in Dadaab.

Bundesentwicklungsminister Müller in Kenia beim Besuch einer Metallwerkstatt.

Müller: Die internationale Gemeinschaft müsse den Menschen vor Ort wieder Perspektiven geben.

Foto: Michael Gottschalk/photothek.net

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat auf seiner fünftägigen Ostafrika-Reise das weltweit größte Flüchtlingslager Dadaab in Kenia besucht. 350.000 zumeist somalische Flüchtlinge leben hier, teilweise schon seit 25 Jahren. Für die Bewohner des Lagers brachte Müller gute Nachrichten mit. Deutschland will die Hilfszahlungen für die Flüchtlingslager im ostafrikanischen Kenia von sechs auf elf Millionen Euro erhöhen.

Bundesregierung unterstützt berufliche Bildung

"60 Millionen Flüchtlinge weltweit stellen viele Entwicklungsländer vor gewaltige Herausforderungen. 90 Prozent haben in Entwicklungsländern Zuflucht gefunden", betonte Minister Müller auf seiner Reise. Die internationale Gemeinschaft müsse in einer gemeinsamen Kraftanstrengung den Menschen vor Ort wieder Perspektiven geben.

Deutschland unterstützt Flüchtlinge in Kenia neben der Grundversorgung auch mit Ausbildungsprogrammen. Die Bundesregierung wird ihr Engagement in diesem Bereich verstärken. Mehr als ein Drittel der kenianischen Jugendlichen ist arbeitslos.

Grünes Innovationszentrum schafft Einkommen

In Westkenia eröffnete der Bundesminister eine Milchverarbeitungsanlage und gab damit den Startschuss für eine Ernährungsoffensive in der Region. Der Westen Kenias ist eine der ärmsten Regionen des Landes. Rund 700.000 kleinbäuerliche Haushalte bewirtschaften Parzellen von weniger als einem Hektar.

Ein von Deutschland aufgebautes Innovationszentrum soll das Einkommen von 15.000 kleinbäuerlichen Betrieben verbessern und neue Arbeitsplätze in verarbeitenden Betrieben schaffen. Schwerpunkte des "Grünen Innovationszentrums" sind der Kartoffelanbau und die Milchwirtschaft. Dabei geht es auch darum, die Fruchtbarkeit der Böden wieder herzustellen.

Bleibeperspektiven für junge Menschen

"Mit unseren zwölf Grünen Innovationszentren in Afrika lösen wir durch den Transfer von Wissen und Technologie für ganze Regionen Entwicklungssprünge aus. Bäuerinnen und Bauern versetzen wir so in die Lage, bessere Erträge und Ernten zu erwirtschaften, mit denen sie sich nicht nur selbst ernähren, sondern auch ihren Lebensunterhalt verdienen können," erläuterte Minister Müller. "Wir unterstützen Bauern vom Anbau über die Ernte bis zur Verarbeitung der Produkte. Das schafft Wertschöpfung und auch Arbeitsplätze."

Damit gebe es Bleibeperspektiven für junge Menschen, die es auch in Kenia vom armen Land in die Städte ziehe. "Ernährungssicherung und Fluchtursachen bekämpfen gehen damit Hand in Hand", betonte der Bundesentwicklungsminister.

"Eine Welt ohne Hunger ist möglich"

Über die Hälfte der Menschen in Kenia lebt von der Landwirtschaft. Dennoch ist ein Fünftel unterernährt. Bundesminister Müller: "Hunger ist einer der größten Skandale, die wir beenden können. Mit unserem Wissen können wir schon heute genug Nahrung für alle Menschen produzieren. Eine Welt ohne Hunger ist möglich."

Die deutsche Delegation besuchte auch eine Fischfarm am Viktoriasee. In einem trilateralen Projekt zusammen mit Israel und den kenianischen Partnern wurden seit 2012 mehr als 8.000 Farmer fortgebildet. Dabei geht es um eine nachhaltige Fischproduktion. Die natürlichen Fischvorkommen im Viktoriasees stoßen an Grenzen. Mit dem Aufbau nachhaltiger Fischfarmen haben die Menschen wieder Einkommensquellen und die Ausbeutung des Viktoriasees wird gestoppt.