Erhaltung des schriftlichen Kulturguts

Erhaltung des schriftlichen Kulturguts

Unzählige historische Handschriften und Bücher in Deutschlands Archiven und Bibliotheken sind durch Feuchtigkeit, Säurefraß oder Schimmel akut gefährdet. Um dieses national wertvolle Erbe für künftige Generationen zu bewahren, stellt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien seit 2017 jährlich Fördermittel bereit.

Historische Buchsammlung Alexander von Humboldts

Alexander von Humboldts "Vues des Cordilleres, et monumens des peuples indigenes de l'Amerique" wird derzeit für die Digitalisierung konservatorisch gesichert.

Foto: Deutsche Nationalbibliothek

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) führt das Sonderprogramm zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts in Deutschland fort. Rund zwei Millionen Euro stehen dafür 2021 aus dem Etat der BKM zur Verfügung. Damit werden insgesamt 78 Projekte finanziell unterstützt. 

Das 2017 aufgelegte Programm fördert deutschlandweit Projekte, die historische Akten, Handschriften und Bücher von Bundes-, Landes- und kommunalen Einrichtungen für die Zukunft sichern.

Gefördert werden insbesondere Maßnahmen zur Entsäuerung, zur Trockenreinigung oder zur Verpackung großvolumiger Bestände historischen Schriftguts. Der Bund übernimmt grundsätzlich bis zu 50 Prozent der Kosten. Außerdem finanziert er seit 2011 gemeinsam mit den Ländern die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) und fördert in diesem Zusammenhang Modellprojekte.

Das Förderprogramm wird, vorbehaltlich der parlamentarischen Billigung des Entwurfs für den Bundeshaushalt, auch im Jahr 2022 fortgeführt. Interessierte Einrichtungen können bis zum 31. Januar 2022 Projektmittel zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts bei der KEK beantragen. Die geförderten Maßnahmen werden anschließend auf der Basis von Empfehlungen des Fachbeirats der KEK ausgewählt.

Antragsunterlagen

Fördergrundsätze PDF, 611 KB, nicht barrierefrei
Antragsformular PDF, 2 MB, barrierefrei

Ausfüllhinweise finden Sie auf dem  KEK-Portal.

Rettung des Kulturerbes ist Gemeinschaftsaufgabe

Die Rettung des schriftlichen Kulturerbes ist nur mit vereinten Kräften von Bund, Ländern und Kommunen zu bewältigen. Deshalb setzt die Projektförderung durch den Bund voraus, dass die Vorhaben durch die jeweiligen Bundesländer mitfinanziert werden.

Projektbeispiele aus dem Sonderprogramm 2021

Im Jahr der Orgel 2021 gehört dazu unter anderem ein Vorhaben der Stiftung Niedersächsisches Wirtschaftsarchiv zur Reinigung und Restaurierung des Archivs der Göttinger Orgelbaufirma Ott. Damit werden unersetzliche Pläne und Zeichnungen zu über 1.100 Orgelbauprojekten nachhaltig gesichert. Ein weiteres Projekt wird an der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg der Goethe-Universität in Frankfurt am Main umgesetzt. Es widmet sich dem Erhalt zentraler Quellen zur Erforschung der Kolonialgeschichte: Von Säurefraß bedrohte Bestände der Deutschen Kolonialgesellschaft sollen entsäuert und in neuen Schutzverpackungen fachgerecht aufbewahrt werden.

Seit 2017 wurden mit dem Sonderprogramm zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts insgesamt bereits mehr als 465 Projekte mit Bundesmitteln in Höhe von rund 13,7 Millionen Euro ermöglicht.