Im Kabinett: Flüchtlingslage

Engagement fördern, Integration stärken

Nur mit Hilfe der Zivilgesellschaft kann die frühzeitige und nachhaltige Integration von Flüchtlingen gelingen. Bundesfamilienministerium und Bundesinnenministerium haben im Kabinett darüber berichtet, wie die Bundesregierung ehrenamtliches Engagement fördert.

Jünger syrischer Flüchtling sitzt am Tisch mit zwei Vereinsmitgliedern.

So kann Integration gelingen: ein junger Syrer als Bufdi in einer kulturrellen Bildungseinrichtung in Berlin.

Foto: Judith Affolter

Tausende Freiwillige in Deutschland haben im vergangenen Jahr maßgeblich dazu beigetragen, die Herausforderungen bei der Flüchtlingsaufnahme zu bewältigen. Ist die Frage geklärt, wo die Asyl- und Schutzsuchenden unterkommen, beginnt der wichtigste Teil: die frühzeitige und nachhaltige Integration. Denn Integration ist ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken

Dafür zu sorgen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Soll Integration erfolgreich sein, müssen hier geltende Werte von Beginn an umfassend und verbindlich vermittelt werden. Dazu zählen etwa Menschenwürde, Religions- und Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung der Geschlechter, Nichtdiskriminierung und Toleranz.

Die Bundesregierung stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Vordergrund stehen dabei etwa die politische Teilhabe und Bildung, das bürgerschaftliche Engagement und interreligiöse Dialoge.

Zahlreiche Maßnahmen und Aktivitäten

Wie der Bund das ehrenamtliche Engagement bei der Integration von Flüchtlingen fördert, hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig im Kabinett vorgetragen:

  • Beispielsweise hat das Bundesfamilienministerium mit dem Programm "Menschen stärken Menschen" bereits fast 5.000 Patenschaften gestiftet. Es fördert die Beratung und Betreuung von Flüchtlingen sowie Gastfamilien und ehrenamtliche Vormundschaften für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Ziel ist es, bürgerschaftliches Engagement als wesentlichen Baustein für eine gelingende Integration zu unterstützen. Spontane Hilfsbereitschaft soll in dauerhaftes bürgerschaftliches Engagement übergehen und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
  • Im Bundesfreiwilligendienst wurde ein Sonderkontingent von 10.000 Stellen geschaffen. Sie sind auch für Flüchtlinge geöffnet. Bis jetzt wurden 3.360 Stellen, davon 988 mit Flüchtlingen, besetzt.
  • Das Bundesinnenministerium hat gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt ein Integrationsprojekt des Technischen Hilfswerks ins Leben gerufen. Hier werden Flüchtlinge für den Zivil- und Katastrophenschutz ausgebildet. Bislang haben sich 50 Ortsverbände beteiligt.
  • Das Programm "Integration durch Sport" wurde für Asylbewerber und Geduldete geöffnet, die Haushaltsmittel wurden mehr als verdoppelt.

Daneben fördert die Bundesregierung ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingshilfe in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Kultur und Stärkung des Miteinanders in Stadt und Land.

Die neuesten Daten des aktuellen Freiwilligensurveys zeigen eine dynamische Entwicklung bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland: Mehr als 43 Prozent der Menschen ab 14 Jahren engagieren sich freiwillig. Das sind zehn Prozent mehr als noch vor 15 Jahren. Insbesondere jüngeren und älteren Menschen engagieren sich stärker im Vergleich zu den mittleren Altersgruppen in den letzten fünfzehn Jahren. Menschen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren sind, engagieren sich ähnlich häufig wie bei Menschen ohne Migrationshintergrund. Die Ehrenamtlichen und die zahlreichen Migrantenorganisationen sind wichtiger Bestandteil unserer vielfältigen Zivilgesellschaft.

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