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Elektromobilität

Einigung auf Kaufprämie für E-Autos

Der Bund will künftig den Kauf von Elektroautos fördern. Außerdem wird weiteres Geld in den Ausbau der Ladeinfrastruktur gesteckt. Insgesamt stellt die Bundesregierung rund eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Elektroauto ist an ein Ladekabel angeschlossen.

Kaufprämie für Elektrofahrzeuge beschlossen: Bund und Industrie wollen so neuen Schwung in den Markt bringen.

Foto: picture alliance/dpa/Schmidt

Käufer von Elektroautos können sich künftig über eine Prämie freuen. Bundesregierung und Automobilindustrie wollen hierfür jeweils 600 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Käufer eines rein elektrisch betriebenen Fahrzeugs bekämen demnach 4.000 Euro Prämie, für Plug-In sind 3.000 Euro vorgesehen. Außerdem will der Bund die Ladeinfrastruktur mit rund 300 Millionen Euro fördern.

Die Pläne stellten Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vor. Die Beschlüsse sind das Ergebnis eines gemeinsamen Treffens der Bundeskanzlerin, einiger ihrer Kabinettsmitglieder und Vertretern der deutschen Automobilindustrie am Dienstagabend in Berlin.

An dem Gespräch nahmen außer der Kanzlerin von Seiten der Bundesregierung auch Kanzleramtsminister Peter Altmaier, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sowie Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks teil. Auf Wirtschaftsseite waren Vertreter der deutschen Hersteller Volkswagen, Daimler und BMW eingeladen.

400.000 neue Elektroautos

Derzeit fahren rund 55.000 Elektroautos auf Deutschlands Straßen, darunter 33.000 Hybrid-Fahrzeuge und 19.000 Elektro-Fahrzeuge. Vom Ziel, bis 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen, sei man noch weit entfernt, so Wirtschaftsminister Gabriel. Deswegen wolle die Bundesregierung mit dem Förderparket die Anzahl der E-Autos auf gut 500.000 erhöhen.

Die Bundesregierung erhofft sich von dem jetzt vereinbarten Förderpaket, dass mehr Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren, so Gabriel. Das führe zu einem Skaleneffekt, wodurch die Stromer generell günstiger würden.

Prämie nicht für Luxusautos

Die Prämien werden nur für Elektrofahrzeuge mit einem Netto-Listenpreis bis 60.000 Euro gezahlt. Sobald es einen Kabinettsbeschluss dazu im Mai gibt, greifen die Förderungen, erklärte Schäuble. Sie sollten maximal bis zum Jahr 2019 laufen. Es gelte das sogenannte Windhund-Prinzip, das heißt, die Prämie wird solange ausgezahlt, bis die bereitgestellte Gesamtsumme verbraucht ist. "Wenn Sie die Kaufprämie wollen, kaufen sie jetzt", so der Finanzminister.

Laut Schäuble haben sich bislang Volkswagen, Daimler und BMW dazu verpflichtet, die Prämie zu zahlen. Andere Hersteller könnten ebenfalls daran teilhaben. Voraussetzung sei jedoch, dass sie sich bereit erklärten, die Hälfte der Prämie zu zahlen. Insgesamt stehen 1,2 Milliarden Euro für die Kaufprämie zur Verfügung, davon tragen Bund und Autoindustrie jeweils die Hälfte. Dem Verkehrsminister zufolge reicht die Förderung damit für 400.000 Autos.

Startschuss soll mit dem Kabinettsbeschluss im Mai sein. Danach können Autokäufer die Prämie mit ihrem Kaufvertrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragen. Der Kaufanreiz gilt für Elektrofahrzeuge, die privat oder von Unternehmen gekauft werden. Vorteile hat auch, wer seinen Stromer beim Arbeitgeber betankt: Die Stromladung bleibt steuerfrei, sie gilt nicht als geldwerter Vorteil.

Mehr Ladesäulen

Ein weiteres wichtiges Element des Förderpakets ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur. Bundesverkehrsminister Dobrindt sagte, weitere etwa 15.000 Ladesäulen, darunter 5.000 Schnellladesäulen, seien notwendig. Sie müssten überall dort stehen, wo E-Autos verkehrten - beispielsweise auch an Supermärkten oder Shoppingcentern. Nach Angaben von Schäuble wird die Bundesregierung deswegen 200 Millionen Euro für den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur verwenden und 100 Millionen Euro für normale Ladesäulen.

Der Bund geht außerdem mit gutem Beispiel voran: Der Anteil von Elektrofahrzeugen am bundeseigenen Fuhrpark soll ein Fünftel betragen. Dazu stellt die Bundesregierung weitere 100 Millionen Euro bereit.

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