Sieben gute Gründe für eine duale Berufsausbildung

Berufliche Bildung  Sieben gute Gründe für eine duale Berufsausbildung

Bald mit der Schule fertig und noch keine Idee, wie es danach weitergeht? Eine duale Ausbildung ist Türöffner für eine erfolgreiche Zukunft. Denn Fachkräfte werden dringend gebraucht. Auch wer sich erst jetzt für das kommende Ausbildungsjahr bewirbt, hat oft noch gute Chancen auf eine Lehrstelle. Was alles für eine duale Ausbildung spricht.

Ein junger Mann trägt eine Datenbrille und hantiert an einem Flugzeigbauteil herum.

Die Digitalisierung kommt zunehmend auch in Ausbildungsberufen zum Einsatz, hier bei der Wartung und Installation eines Flugzeugbauteils.

Foto: Daniel Reinhardt/picture alliance/dpa

1. Gestiegene Tariflöhne

Zugegeben: Reich wird keiner in seiner Ausbildungszeit. Und die Höhe der Vergütung ist sehr von der jeweiligen Branche abhängig. Generell sind die Tariflöhne von Auszubildenden im vergangenen Jahr aber kräftig gestiegen – um 3,8 Prozent im Vergleich zu 2018. So verdienten beispielsweise Azubis mit einem Tarifvertrag im vergangenen Jahr durchschnittlich 939 Euro im Monat.

2.  Mindestvergütung für Auszubildende    

Mit der Novellierung des  Berufsbildungsgesetzes hat die Bundesregierung den Weg für eine Mindestvergütung für Auszubildende frei gemacht. So gilt seit dem 1. Januar 2020 für neue Ausbildungsverträge, die außerhalb der Tarifbindung liegen, eine Mindestvergütung im ersten Ausbildungsjahr von monatlich 515 Euro. Diese Mindestvergütung im ersten Jahr wird bis 2030 schrittweise auf 620 Euro erhöht. Zudem steigt mit jedem weiteren Ausbildungsjahr auch die Vergütung: um 18 Prozent im zweiten, um 35 Prozent im dritten und um 40 Prozent im vierten Ausbildungsjahr.

3. Ausbildung in Teilzeit      

Eine weitere wichtige Neuerung ab diesem Jahr: Mehr Menschen als bisher können nun eine Ausbildung in Teilzeit absolvieren. Bislang war dies nur für leistungsstarke Auszubildende zulässig, die alleinerziehend waren oder Angehörige pflegten. Jetzt steht dieser Weg auch Geflüchteten, lernbeeinträchtigten Menschen sowie Menschen mit Behinderungen offen - vorausgesetzt, der jeweilige Betrieb stimmt zu.

4. Neue Pflegeausbildung

Die Bundesregierung setzt sich mit Nachdruck für eine Aufwertung der sozialen und Pflegeberufe ein. Wer jetzt eine Pflegeausbildung startet, bekommt eine Ausbildungsvergütung und einen Abschluss, der zur Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen qualifiziert. Wer möchte, kann sich im dritten Ausbildungsjahr spezialisieren und seine Kenntnisse in der Altenpflege oder in der Kinderkrankenpflege vertiefen.
Übrigens: Ergänzend zur beruflichen Pflegeausbildung gibt es auch ein berufsqualifzierendes Pflegestudium. Es dauert drei Jahre, bietet zusätzliche Karrierechancen und schließt mit dem Bachelor ab.

5. Auslandserfahrung

Längst sind Auslandspraktika nicht nur etwas für Studenten. Auch Auszubildenden steht die Welt offen: So haben 2016 mehr als fünf Prozent aller Azubis internationale Erfahrungen gesammelt. Allein an dem von der EU geförderten Programm "Erasmus+" nahmen knapp 17.000 Auszubildende und Berufsschüler teil, fast 3.000 mehr als noch 2013. 
Attraktiv für auslandsinteressierte Auszubildende ist auch das Programm "AusbildungWeltweit" des Bundesbildungsministeriums. Seit 2017 wurden mehr als 1.000 Aufenthalte in mehr als 40 Ländern bewilligt. Besonders beliebt sind die USA, China, die Schweiz und Australien.

6. Große Vielfalt der Berufe      

Aktuell gibt es rund 326 Ausbildungsberufe - und es kommen stetig neue hinzu, wie zum Beispiel der des Kaufmanns oder der Kauffrau im E-Commerce. Da wird jeder fündig. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Beruf des Edelsteinschleifers/der Edelsteinschleiferin? Oder haben Sie schon etwas vom Beruf Onkologische/r Kosmetiker/in gehört? Oder möchten Sie doch lieber Winzer/in werden? Wer die Wahl hat, hat die Qual. 

7. Digitale Technik

Auch für Technikbegeisterte gibt es vielfältige Möglichkeiten, eine Lehre zu machen. So hat ein "Anlagenmechaniker Sanitär/Heizung und Klima" heutzutage mit modernsten Smart-Home-Techniken und neuester Solartechnik zu tun. Wer als Zimmerer ausgebildet wird, greift mitunter auf Ipad und Drohne zurück, wenn ein neues Hausdach errichtet werden soll. Und auch in der Pflege kommt die digitale Technik immer häufiger zum Einsatz, beispielsweise bei der Dokumentation.

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