Digitale Deutschlern-Angebote werden weiter ausgebaut

Zwei Mädchen sitzen an einem Tisch und schauen auf einen Tablet-Computer.

Digitales Deutschlernen: Die Schulmäuse-App hilft Kindern, sich im neuen Bildungssystem und in einer fremden Sprache zurechtfinden. 

Foto: picture alliance/dpa/Jörg Carstensen

Gute Deutschkenntnisse sind wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Suche nach Ausbildung oder Arbeit gelingt. Nur wer Deutsch spricht und versteht, kann sich beim Behördengang, beim Engagement im Fußballverein oder beim Elternabend in der Schule einbringen oder der Diagnose beim Arzt folgen.

Um allen Menschen Zugang zu Deutschlern-Angeboten zu ermöglichen, bringt die Integrationsbeauftrage der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, die Digitalisierung und Weiterentwicklung von Lernangeboten verstärkt voran. Ob Beratungsangebote über Chats, Apps oder Fernunterricht: auch bei der Integration spielt die Digitalisierung eine immer größere Rolle.

Digitaloffensive gestartet

Als Teil des „Nationalen Aktionsplans Integration“ wurde deshalb eine Digitaloffensive gestartet. Bei einem Fachgespräch „Gute digitale Deutschlern-Angebote für alle“ tauschte sich die Integrationsbeauftragte dazu gemeinsam mit Migrantenorganisationen, Elternverbänden und Anbietern digitaler Deutschlern-Angebote aus, um bestehende und neue digitale Angebote weiterzuentwickeln.

Initiative Digitale Bildung

Das Fachgespräch fand innerhalb der „Initiative Digitale Bildung“ statt. Diese Initiative wurde im Februar dieses Jahres von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesbildungsministerin Anja Karliczek ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Kompetenzentwicklung von Menschen in einer digital geprägten Welt zu fördern und allen Generationen den Zugang zu digitalen Angeboten zu ermöglichen.

Um erworbene Sprachkenntnisse zu festigen, können Interessierte bereits vorhandene und zielgruppenspezifische Angebote wahrnehmen, darunter beispielsweise:

  • Das „VHS-Lernportal“, auf dem Lernende kostenfreie digitale Lernangebote in den Bereichen Alphabetisierung und Grundbildung sowie Deutsch als Zweitsprache nutzen können.
  • Die App „Schlaumäuse hilft Kindern, die viel Zeit auf ihrem Bildungsweg verloren haben, sich in einem neuen Bildungssystem und in einer fremden Sprache zurechtfinden. Die kostenlose App richtet sich an Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren und ist in diversen Sprachen verfügbar. Damit können Kinder ohne Deutschkenntnisse spielerisch die deutsche Sprache entdecken.
  • Das Goethe-Institut hatte ein Webportal „Mein Weg nach Deutschland“ konzipiert. Das Portal verbessert und festigt die bei der Vorintegration erworbenen Sprachkenntnisse. Weiterhin erwirbt diese besondere Gruppe an Lernenden durch Nutzung der Angebote des Portals unterschiedliche, für das Leben in Deutschland notwendige Kenntnisse.

Die Bundesregierung hat den „Nationalen Aktionsplan Integration gemeinsam mit mehr als 300 Partnerinnen und Partnern aus Ländern, Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet. Entstanden sind mehr als 100 Maßnahmen. Er ist in fünf Phasen – vor der Zuwanderung, Erstintegration, Eingliederung, Zusammenwachsen und Zusammenhalt – aufgeteilt, da in jeder Phase der Integration Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben.

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